Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Eine Katze namens Heidegger

13.11.2025 Welt und Dlf freuen sich, dass Salman Rushdie mit seinen neuen Erzählungen wieder ganz der Alte ist. Die FAZ irrt mit Tomasz Rozycki in 130 Kurztexten durch Europa und findet die Wahrheit. Die SZ unterhält sich in Patti Smith’ zweiter Autobiografie Kröten und Beckett. Von Anthony Hopkins erfährt sie, wie er dem Alkoholismus entkam. Die taz blickt mit Sonja Eismann gnadenlos auf den Sexismus der Musikbranche. Und Dlf Kultur erfährt von Steven Pinker, wie wichtig gemeinsames Wissen ist.

Die Maria Stuart unter den Neuropathologen

12.11.2025 Die NZZ sieht in Salman Rushdies neuem Buch "Die elfte Stunde" eine reichhaltige, zärtlich-melancholische Reflexion aufs eigene Überleben im Angesicht des Todes. Die FAZ liest im fünften Band der "Brautbriefe" von Sigmund Freud und Martha Bernays von der Sehnsucht des jungen Psychoanalytikers nach Frankreich und seinen Geldproblemen. Die FR freut sich über psychologische Feinheiten in den Erzählungen der argentinischen Schriftstellerin Samantha Schweblin, in denen das "Übel überall lauert". Die Welt stürzt sich mit Clemens Marschall ins Leben der Wanda Kuchwalek, die als "erster Zuhälter" die Straßen von Wien unsicher machte. 

Gut platzierte Schönheitsflecken

11.11.2025 Die FR bejubelt die vor Ideen überquellende Prosa im neuen Erzählungsband Salman Rushdies: Es geht um Geister, den Tod und die Sprache selbst. Dlf vermisst hingegen bei all der Fabulierlust einen höheren Sinn. Die FAZ freut sich über feministische Literatur aus Südkorea von Kim Eui-kyung, die die Patientinnen einer Kinderwunsch-Klinik begleitet. Ulrich Haltern erklärt ihr derweil die komplexen Beziehungen zwischen der Europäischen Union und ihren Mitgliedstaaten. Die NZZ erfährt von Karl Banghard, dass die Germanen weniger Krieger und mehr Jäger und Sammler waren. 

Weitgehend legendenfrei

10.11.2025 Dlf Kultur versinkt in der dunklen "Poesie der Vergänglichkeit" der bulgarischen Dichterin Maria Virchov. Die SZ muss in der Biografie der ehemaligen finnischen Ministerpräsidentin Sanna Marin einige Plattitüden umschiffen, landet dann aber bei einer beeindruckenden Frau. Die FR streift mit Jan Röhnert dichtend durch Steinbrüche und Streuobstwiesen. Und Dlf lässt sich von Sheila Fitzpatrick die viel zu unbekannten Geschichten sowjetischer Displaced Persons erzählen. 

Gänzlich menschenunabhängig

08.11.2025 Alles hängt von den Genen ab, schreibt Richard Dawkins im "Großen Buch der Evolution", wirklich alles ? Die FAZ zweifelt zwar, empfiehlt das prächtige Buch aber trotzdem. Die taz erhält durch den Band "Geteilter Himmel" wertvolle und erschütternde Einblicke in das Kriegsgeschehen in der Ukraine. Für die FR erweist sich Raphaela Edelbauer in "Die echtere Wirklichkeit" wieder  einmal als  eine großen Erzählerinnen der Gegenwart. Kein historisches Ereignis wird mit größerer Passion zum Verschwinden gebracht als der Holocaust, lernt die Welt bei Jan Gerber. Der Deutschlandfunk staunt über Helmuth Kiesels monumentale Geschichte der Literatur in der Nazizeit.

Umwölkt von Geistern

07.11.2025 Die FAZ bricht mit dem finnischen Joyce Volter Kilpi auf zum maritimen Kirchgang. Dank Michael Maar entdeckt sie Nebensächliches bei Musil, Mann und Kafka. Die FR lässt sich anstecken von Trotz und Heiterkeit der Margaret Atwood. Die NZZ bewundert Malala Yousafzais Sinn für Ambivalenzen. Und der Dlf bangt mit Serhij Zhadans Theaterstück über die Schrecken des Krieges.

Von Schläulehund bis Schlangenhäuptling

06.11.2025 Als literarische Sensation wertet die Zeit den erstmals veröffentlichten Briefwechsel zwischen Anna Seghers und ihrem Ehemann. Die FAZ lässt sich von Lukas Potsch in die Ideengeschichte des Bürgerkriegs einführen. Die FR lernt mit Jörg Mühle, Bär und Wiesel zu verzeihen. Der Dlf staunt über das große Feingefühl, mit dem Gael Faye in "Jacaranda" vom Genozid in Ruanda erzählt. Und der Dlf Kultur entdeckt Bäckereien in Pompeji mit Gabriel Zuchtriegel.

der funke/ so klein hier/ der gedanke

05.11.2025 Die FAZ jubelt, wenn Walter Moers in seinem neuen Zamonia-Buch den Gallertprinzen "Qwert" zurückkehren lässt. Sie lobt außerdem Eva Schmidts leisen Roman über eine pensionierte Krankenschwester, die mit einem Campingbus aus ihrer Einsamkeit ausbricht. Die FR freut sich über den von Renate Heß herausgegeben Band "Der Pitangabaum der Nachbarin" mit Erzählungen aus Guinea-Bissau. Die SZ staunt, wie Oksana Maksymchuk in ihrem "Tagebuch einer Invasion" Kriegsbilder und Hoffnungsschimmer vereint.

140 Seiten langer Punk-Song

04.11.2025 Die FAZ vertieft sich in Irina Scherbakowas Erinnerungen aus Moskau, die das Abdriften Russlands in die Autokratie nachzeichnen. Von Martin Posselt bekommt sie Richard Coudenhove-Kalergi vorgestellt, der bereits in den 1910er Jahren zu den wichtigen Denkern eines geeinten Europas gehörte. Die SZ empfiehlt Andrea Bajanis Roman "Der Jahrestag" über eine Familie, die vom tyrannischen Vater unterdrückt wird. Dlf lässt sich ohne Zögern von der existenzialistischen Flut von Frank Witzels neuem Buch mitreißen, das Philosophie, Literatur und "gnomischen Humor" bietet.  

Mal mit Zigarre, mal ohne

03.11.2025 Die FAZ sieht in Gary Victors "An der Kreuzung der Parallelstraßen" eine scharfe Abrechnung mit seiner Heimat Haiti. Außerdem empfiehlt sie den Thriller "Dunkle Gewässer" der taiwanischen Schriftstellerin Ping Lu. Die NZZ rät nachdrücklich zur Lektüre von Kevin Chens Roman "Geisterdämmerung", in dem ein junger schwuler Taiwanese vor den Drangsalierungen in seiner Heimat nach Deutschland flieht und in einen Mordfall verwickelt wird. Die SZ macht mit Alexander Clapp eine erschreckende Reise dem Müll der Industrienationen hinterher.

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