Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Viel Wissen mit menschlichem Antlitz

10.10.2025 Welt und FAZ empfehlen Philipp Theisohns gut recherchierte Biografie über Conrad Ferdinand Meyer: Freud hätte seine Freude daran, glaubt die Welt. Als "Meisterstück literarischer Alchemie" preist die FAZ außerdem Matteo Melchiorres Debütroman "Der letzte Cimamonte". Die NZZ lernt dank Giulia Enders ihre Mikroben kennen. Und die SZ wird von Tim Berners-Lees Idee einer neuen Revolution angesteckt, die in der Lage wäre, das Netz den Usern zurückzugeben.

In jeder Hinsicht Avantgarde

09.10.2025 Pralle Bücherschau heute: Als Sensation wertet die FR einen Prachtband, der erstmals Rilkes zeichnerisches Werk präsentiert. Die SZ wird Arundhati Roys Mutter, ein "schlaues Scheusal", so schnell nicht vergessen. Die NZZ liest Ayelet Gundar-Goshens schonungslosen Roman über den Konflikt zwischen einer israelischen Familie und einem arabischen Arbeiter. Und Dlf Kultur amüsiert sich prächtig, wenn Irene Dische Prinzessin Alice aus ihrem Leben berichten lässt. Außerdem haben wir die Zeit-Beilage mit Empfehlungen zu Edouard Louis, George Sand und Dimitré Dinev schon komplett ausgewertet.

Eine kleine Puppenorgel

08.10.2025 FAZ und NZZ lassen sich vom färöischen Dichter William Heinesen den Alltag eines vormodern lebenden Kollektivs von Außenseitern erzählen. FR und SZ wandeln in "Bruckstücke" auf den Spuren von Hans Joachim Schädlichs DDR-Vergangenheit. Die FR empfiehlt außerdem Arundhati Roys Roman "Meine Zuflucht und mein Sturm". Dlf reist mit der südkoreanischen Autorin Kim Bo-Young in Lichtgeschwindigkeit durch Zeit und Liebe. 

Varianten menschlichen Funkverkehrs

07.10.2025 Die NZZ erfährt in Marina Chernivskys Buch "Bruchzeiten", wie sehr sich das Leben für Juden nach dem 7. Oktober weltweit verändert hat. Der Dlf liest bei der Journalistin Sarah Levy nach, wie sehr die israelische gespalten ist. Die FAZ begibt sich mit Agnes Arnold-Forster auf die Spuren des Nostalgie-Begriffs. Die NZZ erliegt den weichen Schwingungen von Peter Stamms neuen Erzählungen. Und der Dlf geht mit Hans-Peter Kunisch Rilkes Sympathie für den italienischen Faschismus nach.

Voller Wimmelei

06.10.2025 Jussi Adler-Olsens Krimifabrik funktioniert immer noch ganz prima, findet die FAZ und kann nur bestätigen: "Tote Seelen singen nicht". Auch sonst hat sie ein paar gute Krimis gelesen. Die SZ gruselt sich mit Frederik Schindlers Höcke-Biografie, zieht mit Reinhard Bingener und Markus Wehner in den "Stillen Krieg" und rauscht dann in Jakob Martin Strids "fantastischem Bus" davon.

Zynisch, vulgär und gierig

04.10.2025 Die SZ lernt von Nora Gomringer, wie „Humor aus Notwehr“ dabei hilft, mit einem „raumfüllend absenten“ Vater umzugehen. Die taz lässt sich von Arlie Russell Hochschild erklären, weshalb Kentuckys Arbeiter Trump wählen. Mit Ben Shattuck lauscht sie berührt der „Geschichte des Klangs“. Höchst vergnügt streift die FAZ mit Zyta Rudzkas eigenbrötlerischer Herrenfriseurin Wera durch die Stadt und lernt: „Lachen kann, wer Zähne hat“. Und die FR jagt mit Fiona Sironic im Wald Sachen in die Luft.

Dieses rauchartige Ding namens Literatur

02.10.2025 Die Zeit lässt sich von Arundhati Roy erzählen, wie das Leben der Mutter das eigene prägte. Die SZ bewundert die Ehrlichkeit, mit der Naomi Watts über ihre Wechseljahre schreibt. Die taz blickt mit Fred Duval und Ingo Römling gebannt ins Jahr 2099. Gefesselt folgt die FAZ den Erinnerungen des britischen Regisseurs Brian Large. Der Dlf stimmt mit Erzählungen von Bora Chung einen Abgesang auf unsere Spezies an. Und Dlf Kultur sucht mit Cesar Aira nach einem mysteriösen Hasen.

Eine Art sowjetischer Nature Writer

01.10.2025 Die FAZ bricht mit Martina Clavadetschers Krimi "Die Schrecken der anderen" in einem Schweizer Dorf im ewigen Eis des Nationalsozialismus ein. Außerdem staunt sie, wie Michail Prischwins Tagebücher aus den 1930er-Jahren ein eindringliches Bild des Lebens unter Stalin zeichnen. Die FR freut sich über Katie Kitamuras Schauspiel-Roman "Die Probe", der wie ein Vexierspiel immer neue Facetten aufblitzen lässt. Und Dlf Kultur schmökert begeistert im Briefwechsel zwischen Gottfried Benn und seiner Tochter Nele. 

Begegnung mit einem echten Geist

30.09.2025 Die FAZ reist mit Büchern von Hans Ulrich Gumbrecht, Heike Knortz und Rodrigo Valadão in die Weimarer Republik. Außerdem staunt sie über das ästhetische Potential der Berliner Hässlichkeit in Rolf Schultens Fotografien der Stadtautobahn A 100. Dlf ist begeistert von Aliyeh Ataeis Roman "Im Land der Vergessenen" über eine Kindheit im iranisch-afghanischen Grenzgebiet. Außerdem schwebt er freudig durch Michael Köhlmeiers biographischen Roman über den österreichischen Regisseur Robert Dornhelm. Dlf Kultur lässt sich von Yael Neeman die Geschichte der Kibbuzim erzählen. 

Kleinere Orientierungslosigkeiten

29.09.2025 Die NZZ lässt sich von Ali Sadrzadeh erzählen, wie Ali Khamenei zum religiösen und politischen Oberhaupt des Iran wurde. Die SZ stöbert in der von Sven Lange und Heiner Möllers herausgegebenen "Geschichte der Bundeswehr in 100 Objekten". Dlf will mit Josephine Quinn den Westen dekonstruieren. Und Dlf Kultur streift mit Ersi Sotiropoulos und dem griechischen Dichter Konstantinos Kavafis durch das Fin de siècle in Paris. 

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