Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Der Rindel-Groschen tönt mit seinen Gondi

27.09.2025 In der FAZ bewundert Jan Philipp Reemtsma Güner Balcis scharfen Blick auf ihr "Heimatland" in Neukölln. Die FAS empfiehlt begeistert Ozan Zakariya Keskinkilics Debütroman "Hundesohn" über einen jungen schwulen Muslim. Die taz feiert Kamel Daouds Roman "Huris" als sprachlich kunstvolle Erinnerung an algerische Verdrängungspolitik. Die Welt folgt Samanta Schweblin in existenzielle Abgründe. Der Dlf erfährt aus Usama al Shahmanis Roman "In der Tiefe des Tigris schläft ein Lied" von der fast vergessenen jüdischen Gemeinde Bagdads.

Weltpolitik und Socken

26.09.2025 Dlf Kultur staunt über Nora Haddadas "Blaue Romanze", der geschickt eine Liebesgeschichte mit einer Analyse des Diskurses über Israel und Palästina verbindet und dabei genau den Ton akademischer, linker Millenials trifft. Der SZ bleibt das Lachen im Schlund stecken bei der Lektüre von Dirk Stermanns "Die Republik der Irren": Zu sehr erinnert sie Gabriele D'Annunzios futuristischer Zwergstaat in Fiume an die USA unter Trump. Die NZZ feiert die Essays von Franz Schuh. Die taz schwelgt mit Benjamin Myers' Roman "Strandgut" im Northern Soul. Der Dfl bewundert Elli Unruhs Debüt "Fische im Trüben", ein Generationenroman unter Russlanddeutschen.

Von ganz oben bis ins Bettlertum

25.09.2025 Die FAZ macht sich um die Zukunft der Literatur keine Sorgen mehr: Sie hat Jonas Hassen Khemiris "Die Schwestern" gelesen. Nach allen anderen zeigt sich nun auch die Zeit beeindruckt von Thomas Melles "Haus zur Sonne". Dlfkultur widmet sich SenLinYus "Alchemised", einem Roman, der sowohl Fanfiction, als auch Gothic,als auch Young Adult ist und mit Farbschnitt kommt.

Beweis für die Schönheit

24.09.2025 Die FAZ erfährt von Karolin Bove, welche Rolle der Reclam-Verlag wirklich während der Nazi-Zeit spielte. SZ und FR blicken mit Ian McEwan aus dem Jahr 2119 auf unsere Epoche zurück. Die Welt empfiehlt Tyler Wetheralls sensiblen Coming-of-Age Roman "Amphibium". In Annette Pehnts Kurzgeschichten mit dem Titel "Einen Vulkan besteigen" schlummert unter der einfachen Sprache ein explosiver Inhalt, erkennt Dlf Kultur. Und Dlf ist berührt von Delphine Minouis Roman "Badjens" über den Widerstand einer jungen Frau im Iran

"Mondkusine" und "Tränenwärmer"

23.09.2025 Die FAZ ist an Bord, wenn Ulrike Draesner nicht mit Odysseus, sondern mit Penelope in See sticht. Außerdem entdeckt sie George Sands starkes Frauenporträt "Nanon" dank der Neuübersetzung von Elisabeth Edl wieder. Die NZZ vertieft sich in fünfzig kritische Charakterporträts von Elias Canetti. Die taz wird in Torrey Peters Roman "Stag Dance" Zeuge, wie ein Holzfäller den Wunsch als Frau begehrt zu werden in sich entdeckt. Und Dlf will mit Ian McEwan herausfinden, ob sich die Vergangenheit schreibend wiederbeleben lässt.

Diagnose einer Seinsvergessenheit

22.09.2025 Die SZ debattiert mit Hamed Abdel-Samad und Philipp Peyman Engel über Israel. Die FAZ hat dank dem Kinderbuch "Opas Herz" von Judith Burger und Julie Völk keine Angst mehr vor Veränderungen. Mit Clare Furniss kämpft sie in einem dystopischen England gegen Totalitarismus. Die taz tanzt mit Maximilian Probst und Ursina Tossi durch die Philosophie. Dlf Kultur lobt Jochen Schmidt mit seinem neuen Buch "Hoplopoiia" als "Meister des luziden Gesellschaftsromans."

Resonanz ist alles

20.09.2025 Mona Horncastle legt ein sensibles Porträt der großen Sammlerin Peggy Guggenheim vor, freut sich die FAZ. Ebendort lobt der Staatsrechtler Horst Dreier den Staatsrechtler Christoph Möllers. NZZ und taz lernen mit Eva Illouz einiges über linke Israel-Pathologien. Mit Annekathrin Kohouts "Hyperreaktiv" lässt sich laut Dlf Kultur die Netzöffentlichkeit besser verstehen. Und Dlf Kultur und taz sagen zu Pascal Everetts "Dr. No" nicht nein.

Anekdotisch weise

19.09.2025 Der Dlf rühmt Harry Martinsons 1956 im Original erschienenes Versepos "Aniara" als absolute Ausnahmeerscheinung unter den Weltraum-Odysseen des 20. Jahrhunderts. Die SZ lässt sich von Kreator-Frontmann Mille Petrozza erzählen, wie ihn Heavy Metal rettete. Die NZZ liest mit spannungsroten Ohren Robert Galbraiths Krimi "Der Tote mit dem Silberzeichen". Die FAZ erliegt der existenziellen Verzweiflung Katerina Poladjans am Goldstrand Bulgariens.

Anspielungen auf seinen Bleistift

18.09.2025 Einfach sensationell findet die Zeit Peter Beckers Buch über Albert Einstein, in dem man den Physiker als Intellektuellen von Weltformat erleben kann. Außerdem macht sie mit Lea Ypi eine Zeitreise ins Albanien unter kommunistischer Diktatur. Die SZ vertieft sich in die Erinnerungen Heinrich August Winklers. Die Welt studiert mit Eva Illouz und Karl-Markus Gauß den Antisemitismus der Linken. Dlf wachsen bei der Lektüre von Martin Lechners Roman "Verwilderung" Werwolfskrallen

Krokodilödeli

17.09.2025 Die SZ wird vom gewaltigen Sprachstrom in Ozan Zakariya Keskinkiliçs "Hundesohn" hingweggerissen. Die FAZ geht mit Anneke Lubkowitz und ihren literarischen Rebellinnen auf Wandertour. Außerdem freut sie sich über die "weggemeißelten" Verse Silke Scheuermanns. Die FR empfiehlt Marie Vieux-Chauvets "Liebe Wut Wahnsinn" über das postkoloniale Haiti - ist aber mit der Übersetzung unzufrieden. Die Welt trifft bei Susan Bernofsky einen Robert Walser zwischen "Zartheit und Geschwätzigkeit, Begeisterung und Katzenjammer." 

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