Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Die Welt - ein gigantisches Telefonbuch

28.11.2023 Einen Meilenstein der Paul-Celan-Forschung hält der Dlf mit Bertrand Badious Bildbiographie in den Händen, die den Dichter nicht nur als Schmerzensmann, sondern auch als Bohemien zeigt. Die FR reist in Alex Schulmans Roman mit dem Zug in den schwedischen Fantasieort Malma, der Fluchtpunkt und Sehnsuchtsort zugleich ist. Die FAZ erfährt von Anita Krätzner-Ebert, wie Menschen zu Spitzeln werden. Und die taz blättert gebannt durch Hanneriina Moisseinens Graphic Novel: eine zeitlose Erzählung über die Wunden, die der Krieg schlägt.

Warten auf das nächste Fest

27.11.2023 Die FAZ liest Kinderbücher: Den schüchternen Fridi begleitet sie in Julia Bleskens "Hasenherz". Von David Böhm lässt sie sich erklären, dass Zeit relativ ist und man in einer Minute kein Butterbrot essen kann. In Mark Janssens "Träumer" sieht sie Fabelwesen über die Seiten fliegen. Die SZ bekommt von Markus Roth Antworten auf die 101 wichtigsten Fragen über Antisemitismus. Und die FR brennt für Margaret Atwoods Essays.

Workout für die Vorstellungskraft

25.11.2023 Die FR weiß aus Navids Kermanis und Natan Sznaiders Briefwechsel über Israel, dass alles viel schlimmer geworden ist, aber auch wieder besser werden kann. Die taz empfiehlt Juri Andruchowytschs klarsichtige Essays über den Krieg in der Ukraine. Die FAZ liest zwei spannende Bände über den spektakulären Juwelenraub aus dem Grünen Gewölbe in Dresden. Und Dlf Kultur lässt sich von Carlo Rovelli erklären, dass das Universum wahrscheinlich von weißen Löchern ausgespuckt wurde.

Ein winziges Pferd zwischen Aufstrich und Kaffee

24.11.2023 Die FAZ empfiehlt einen Prachtband über Pompeji mit Fotografien von Luigi Spina. Die SZ lernt von Corine Pelluchon: Hoffnung ist das Gegenteil von Optimismus. Mehr Mut macht ihr Verena Friederike Hasel, die aufzeigt, was wir vom finnischen Schulsystem lernen können. Wie schwer es indes als lesbische Künstlerin im Finnland der Siebziger war, erfährt der Dlf von Pirkko Saisio. Außerdem empfiehlt die SZ Kinder- und Jugendbücher: Als besonderer Schatz gelten ihr die schimmernden Verse in Maria José Ferradas "Als du Wolke warst". Die FR lernt von der Integrationsforscherin Naika Foroutan: Besser als Leitkultur wäre eine Vielfalt der Kulturen.

Briefe an Verehrerinnen

23.11.2023 Die SZ erfährt in Gunnar Deckers neuer Biografie viel über Rainer Maria Rilkes Liebesleben und kommt ihm dabei so nah wie noch nie. Mit Adam Thirlwells Roman "Die fernere Zukunft" verliert sie sich mit Protagonistin Celine in den Wirren der Französischen Revolution. Von Bruno Preisendörfer lernt sie, dass "Sätze, die die Welt verändern" meist von jemand anders stammen als gedacht. Mit Lisa Frischemeiers Bildband sieht sie "Vulvas everywhere". Gabriel Wolkenfeld zeichnet mit "Propagandisten" für den Dlf ein "schockierend intensives" Panorama der russischen Vorkriegsgesellschaft. Und die FAZ  macht große Augen angesichts der ungeahnten literarischen Kräfte, die Laurent Mauvignier in "Geschichten der Nacht" freisetzt.

Soziotop der Westberliner Lumpenbohème

22.11.2023 Die SZ taucht ein in die Welt der klassischen Musik mit den Geschichten, die ihr der Hornist Ofer Waldman erzählt. Mit Maria Gainza zündet sie ein Feuerwerk in der argentischen Kunstfälscherszene. Außerdem empfiehlt sie den zweiten Teil des großen Jahrhundertstimmen-Projekts. Die FAZ vergnügt sich mit 672 Seiten jungmännlicher Sexbesessenheit im neuen Roman von Hallgrímur Helgason. So hat man Annie Ernaux noch nicht gehört, stellt der Dlf nach der Lektüre des Debütromans "Die leeren Schränke" fest. Und die NZZ annonciert Barbara Beuys' Biografie über die jüdische Widerstandskämpferin Mala Zimetbaum.

Der Mensch im Verhältnis zum Universum

21.11.2023 Die FR lacht sich kaputt über Barbi Markovics Buch "Minihorror" – und gruselt sich gleichzeitig ein bisschen. Zadie Smith' Roman "Betrug" über einen Hochstapler, der im England des 19. Jahrhunderts die Massen um den Finger wickelt, lässt die NZZ an Donald Trump denken. Die FAZ erfährt aus Helen Ahners Kulturgeschichte der Planetarien, wie die Sternenmaschinen uns im Zeitraffer die Entstehung von Galaxien nachvollziehen lassen. Der Dlf findet in Jörn Leonhards Thesen "Über Kriege und wie man sie beendet" zwar kein Patentrezept für den Frieden, aber eine kluge Darstellung der möglichen Wege dorthin.

Seligkeit der kleinen Kreatur

20.11.2023 Die SZ lässt sich von Peter Kemper in "The Sound of Rebellion" die politische Geschichte des Jazz erzählen. Von Richard Overys "Weltenbrand" lernt sie, den Zweiten Weltkrieg als Konsequenz des Imperialismus zu betrachten. "Persepolis"-Autorin Marjane Satrapi zeichnet im illustrierten Sammelband "Frau, Leben, Freiheit" für Dlf-Kultur ein Panorama des Protests gegen die islamische Republik. Die FAZ lauscht andächtig, wenn Edgar Selge und Franziska Walser die "Duineser Elegien" von Rilke rezitieren.

Raum für Kauzigkeit

18.11.2023 Die FAZ blickt mit Andreas Heinz in das kolonialisierte Gehirn. Die FAS lässt sich von Natasha Lance Rogoff die verrückte Geschichte erzählen, wie die Sesamstraße nach Russland kam. Die FR meint in Durs Grünbeins Roman „Der Komet“ zu sehen, wie die Streubomben über dem Text einschlagen. Die taz nähert sich mit Laure Adler dem Thema „Altern“. Die Angst davor nimmt der taz Jane Campbell in dreizehn feinfühligen Kurzgeschichten. Der Dlf wundert sich nicht, wenn in Bora Chungs bitterbösen Geschichten auch mal ein Kopf aus der Toilette schaut.

Vom Urinputzer zum Pulveraffen

17.11.2023 Der Dlf bewundert, wie gut gelaunt pessimistisch Joann Sfar in seiner Graphic Novel den Geist der französischen Rechten entlarvt. Die FAZ dankt Manfred Görtemaker, dass er mit Mythen um Rudolf Hess aufräumt. Die SZ erliegt dem magischen Realismus von Hayao Miyazaki in dessen Helden-Comic "Shunas Reise". Mit Markus Rottmann lernt sie die außergewöhnlichsten Berufe aller Zeiten kennen. Und Dlf Kultur versucht mit Gedichten von Jan Röhnert in Gegenwart von Gestein und Vögeln der Verzweiflung zu entkommen.

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