8036 Bücherschauen - Seite 84 von 804

18.09.2023 Kurzweilig wie einen Filmplot erzählt Bernd Ziesemer in seinem Buch "Maos deutscher Topagent" das Leben des Lobbyisten und Geheimagenten Gerhard Flatow, freut sich die FAZ. Außerdem lauscht sie gerne, wenn Nina Hoss die Figuren aus Katherine Mansfields "In einer deutschen Pension" mit ihrer Stimme zum Leben erweckt. Die Welt sucht Trost in den Gedichten der britischen Sängerin Arlo Parks. Und die FR verfolgt gebannt, wie sich in Laurent Mauvigniers neuem Roman "Geschichten der Nacht" eine französische Provinzidylle in einen Alptraum verwandelt.

16.09.2023 Die FR bewundert die Dichtkunst Christine Lavants. Die FAZ erwartet mit Thomas von Steinaeckers "Privilegierten" die Apokalypse. Die SZ ruft mit Adam Soboczynski den Deutschen zu: Heult mal leiser. Die NZZ lernt von Otfried Höffe "Die hohe Kunst des Verzichts". Die taz taucht mit Helene Maimanns "Der leuchtende Stern" ins Milieu des kommunistischen jüdischen Widerstands in Österreich gegen die Nazis ein.

15.09.2023 "Lasst uns Ludwig Fels lesen", ruft Artur Becker in der FR, der den Vergleich mit Seamus Heaney oder Wislawa Szymborska nicht scheut. Die NZZ empfindet bei Walter Isaacsons Musk sowohl Unbehagen als auch Faszination. In der FAZ lernt Eckart Conze aus Jürgen Luhs "Der Kronprinz und das Dritte Reich" ein für alle Mal: Der Kronprinz war ein Nazi. Der Deutschalndfunk liest mit leiser Ungeduld eine tausendseitige Biografie über Günter Grass.

14.09.2023 Die FAZ nimmt Navid Kermanis Notizbuch aus der Gesäßtasche. Der Dlf liest beeindruckt Cordelia Edvardsons bildstarke Erinnerungen an ihre Mutter und ihren Abtransport als 14-Jährige nach Auschwitz. Nicht weniger beeindruckt ist Dlf Kultur von dem stark biografischen Roman Russell Franklins über "Hemingways Kind" Gregory/Gloria. Die FR erlebt mit einem 12-jährigen den Bosnienkrieg in Tijan Silas "Radio Sarajewo".

13.09.2023 Die SZ geht vor der Radikalität von Angelika Klüssendorfs "Risse" in die Knie. Die FAZ erlebt mit Xi Xis Roman "Meine Stadt" das Hongkong der 70er Jahre in seiner ganzen Pracht und Ärmlichkeit. Die FR verbeugt sich mit Mieko Kawakami vor all den stillen Helden des Alltags und Liebenden der Nacht. Wie wenig indische Frauen selbst in der Kaste der Brahmanen zu bestimmen haben, lernt die taz mit Geetanjali Shrees "Mai".

12.09.2023 Der Dlf singt Hymnen auf Zoltán Danyis' "Rosenroman", über einen Mann, der aus den jugoslawischen Kriegen eine Zwangsstörung davongetragen hat. Dlf Kultur stellt mit dem in Frankreich wieder entdeckten Manuskript "Krieg" von Louis-Ferdinand Céline einmal aufs Neue fest: dieser war gleichzeitig ein unerträglicher Antisemit und ein literarisches Genie. Die FR freut sich an den scharfsinnigen Verflechtungen in Nora Haddadas Debütroman über eine narzisstische, manipulative Drehbuchautorin.

11.09.2023 Die FR ist hingerissen von Marion Poschmanns neuem Roman "Chor der Erinnyen", in dem Geistergeschichte und feministischer Befreiungskampf zusammenfließen. Die NZZ genießt mit R.C. Sherriff zwei Wochen Sommerfrische in England zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die FAZ schließt sich gerne an, wenn Michael Hüther in seinem Essay "Abschied von der Öffentlichkeit" mehr gesellschaftliche Zusammenarbeit fordert. Und die Welt ist tief bewegt von Carlos Franz' Roman "Das verschwundene Meer" über den Pinochet-Putsch.

09.09.2023 FAS und FAZ bewundern, wie einfühlsam und wütend Wolf Haas von Leben und Tod seiner Mutter erzählt. Die FR feiert den neuen Roman von Navid Kermani, der sie gleich selbst zu Büchern von A bis S greifen lässt. Außerdem empfiehlt sie dringend die neue Ausgabe der Zeitschrift Osteuropa zu Russlands verlorenen Kriegen. Die SZ gerät in einen popkulturellen Drogenrausch mit Norman Oehlers neuem Buch über LSD. Und die taz streift mit Louise Kennedy durch das Nordirland der Siebziger.

08.09.2023 Die FAZ streift mit Tobias Roth durch das Neapel der Renaissance. Entsetzt blickt die FR mit Stephan Lamby auf das Ausmaß der Naivität deutscher Politiker angesichts von Putins Krieg. Die NZZ lässt sich von Raymond Geuss' Kritik am Liberalismus provozieren. Die SZ lauscht mit Fran Lebowitz zwei eloquenten Pandas. Der Dlf hört gerührt zu, wenn Margit Schreiner ein Embryo vom Leben erzählen lässt. Außerdem lernt er Uwe Timm als literatischen Kürschner kennen.

07.09.2023 Die hingerissene SZ lernt in Uwe Timms Roman "Alle meine Geister" mit einem Lehrling im Hamburg der Nachkriegszeit die Grundlagen des Kürschnerhandwerks und die Liebe zum Lesen. Die Zeit schwärmt von der lässigen Meisterschaft, mit der Terezia Mora von Muna erzählt. Dlf Kultur wird mit James Lee Burkes letztem Robicheaux-Krimi noch einmal Zeuge des Kampfs zwischen Gut und Böse in der paradiesischen Landschaft Louisianas. Die FAZ entschwindet in Elena Fischers "Paradise Garden".