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03.08.2023 Emmanuel Carrère erzählt in seiner Gerichtsreportage "V13" vom Prozess gegen die islamistischen Attentäter auf das Bataclan: die SZ ist zutiefst ergriffen von Carrères monumentaler Leistung, die von einer selbstkritischen Allsympathie unterlegt ist, die selbst die Attentäter einschließt. Auch Zeit und Dlf Kultur sind voll des Lobs. Die FAZ liest mit Marie Vieux-Chauvets "Der Tanz auf dem Vulkan" den ersten Roman, der von der Revolution der Sklaven und der ersten freien Republik Haitis erzählt. Der Dlf lernt aus Peter Terrins kleinem feinen Roman "Alles Blau der Welt" wie gefährdet die Liebe zwischen einem jungen Mann und einer älteren Frau ist.

02.08.2023 Die FAZ empfiehlt wärmstens Franziska Thun-Hohensteins Schalamow-Biografie "Das Leben schreiben" und taucht ein in die Geschichte der Maori mit Tina Makeretis Roman "In der Tiefe der Wurzel beginnt ein Singen". Die SZ erweitert ihr Bewusstsein mit einer neurotischen Konzertpianistin in Deborah Levys "Augustblau". Und mit Hilfe von Wolfgang Kemp spürt sie der rationalistischen Philosophie hinter Rembrandts barocken Täuschungen nach. Die taz vertieft sich in Antony Penroses Biografie seiner Mutter, der Kriegsreporterin Lee Miller.

01.08.2023 Die SZ verneigt sich vor der unbestechlichen Brillanz Ruth Klügers, der der Wallstein Verlag mit zwei Essay-Bänden huldigt. In Meir Shalevs Roman "Erzähl's nicht deinem Bruder" entdeckt sie die ganz großen Dinge hinter den Dramen. Die FAZ lobt die "sinnesimpressionistische Feintüpfelung" in Nico Bleutges "schlafbaum-variationen". Und Dlf Kultur lässt sich von Iris Murdochs Essay "Die Souveränität des Guten" die Augen öffnen.

31.07.2023 Die SZ verweilt mit Cees Nootebooms Essay "In den Bäumen blühen Steine" bei den elementaren Dingen des Lebens. Die FAZ freut sich über Martin Janners charmante Anleitung zur Rettung des Waldes. Die taz ist gefesselt von Kim Koplins romantischem Thriller "Die Guten und die Toten." Die NZZ liest überzeugt und ernüchtert Olaf Kühls "Z. Kurze Geschichte Russlands".

29.07.2023 Die FAZ streift mit Martin Huber und Wolfgang Straub durch Thomas Bernhards Wien. Die FR ist stark beeindruckt, wenn Gerd Koenen über Russland nachdenkt. Die SZ vertieft sich in Necati Öziris Roman "Vatermal". Die taz spürt den heiligen Zorn in Christian Geisslers wiederentdecktem Roman "Anfrage", der 1960 die Verdrängung der Nazi-Verbrechen beschrieb. Dlf Kultur fordert mit The Tjong-Khing, allen Vierjährigen (und allen Erwachsenen): Torte für alle!

28.07.2023 Die FAZ wird bestens unterhalten und informiert über Musik und erotische Niederlagen im Briefwechsel zwischen Theodor W. Adorno und dem Violinisten Rudolf Kolisch. Über den Begriff der Zärtlichkeit im bürgerlichen Ehediskurs lässt sie sich von Johannes Kleinbeck aufklären. Die SZ ermittelt mit Juliane Pickels einen „Rattensommer“ lang in einem alten Mordfall. Die FR schlägt sich mit Elsemarie Maletzke in Agathes dunklem Garten mit einer Horde Ornithologen herum. Und Dlf Kultur bewundert die sprachliche Wucht, mit der sich Cecile Wajsbrot während einer Zugfahrt nach Polen an den Holocaust erinnert.

27.07.2023 Die FAZ freut sich über Kurzgeschichten der Psychoanalytikerin Jane Campbell, in denen kluge, bissige und gefühlsstarke Frauen jenseits der siebzig Platz haben. Die SZ begrüßt das aufklärerische Anliegen von Julian Nida-Rümelins Band "Cancel Culture", hätte sich aber über mehr Differenzierung gefreut. Die Zeit schaudert vor dem totalitären Biedermeier in Eva von Redeckers Plädoyer für "Bleibefreiheit". Dlf Kultur lernt dagegen mit der Physikerin Michio Kaku, sich grünes Wachstum schon mal vorzustellen.

26.07.2023 Meisterwerk! Die FAZ empfiehlt wärmstens Eva Vieznaviecs Roman "Was suchst du, Wolf?", der auf die blutgetränkte Geschichte von Belarus seit den Revolutionsjahren zurückblickt. Dlf Kultur sehnt sich mit den Bewohnern von "Nincshof" nach Ruhe vor der Hektik und dem Medienlärm des modernen Lebens. Die NZZ erinnert sich mit Alois Berger an das das vergessene Schtetl Föhrenwald in Bayern. Die FR lässt sich von Matthias Wittekindts historischem Krimi "Spur des Verrats" zum Internationalen Sozialistenkongress in Kopenhagen führen.

25.07.2023 Die FAZ entdeckt Victor Hugo mit dem Band "Ozean. Dinge, die ich gesehen habe" als bildgewaltigen Meister der kleinen Form. Außerdem erhält sie mit dem Buch des Juristen Guiliano Turone über die italienische Loge P2 fesselnde Einblicke in ein Netzwerk zwischen Politik und Kriminalität. Einen wahren Schatz birgt Dlf Kultur mit Jody Rosens "Kulturgeschichte des Fahrrads".

24.07.2023 Die NZZ empfiehlt einen neuen Band mit Reden und Essays von Herta Müller, die den inneren Freigeist schulen. Der Dlf lässt sich vom wilden Lyrismus in Pierre Guyotats Erinnerungen an den Algerienkrieg in den Bann ziehen. Dlf Kultur ist fasziniert von der geheimnisvollen Protagonistin in Emma Clines "Die Einladung". Die FAZ liest mit Jesse Roses "Das Gespenst will bleiben" und Brenda Heijnis "Skaterherz" gleich zwei Kinderbücher, in denen Geister und Menschen friedlich koexistieren.