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30.10.2025 Ein Glanzstück des Recherchejournalismus erkennt die Zeit in Katja Glogers und Georg Mascolos Geschichte der deutschen Russlandpolitik, die auch einen Blick auf die Hintermänner wirft. Hochaktuell erscheint der FR Lavie Tidhars Roman „Adama“, der die Geschichte Israels als Familienthriller erzählt. Die FAZ hat selten eine so präzise und zarte Liebesgeschichte gelesen, wie jene, die ihr Francois Begaudeau in seinem Roman einer Ehe erzählt. Sehr begeistert liest sie auch den Briefwechsel zwischen Hugo von Hofmannsthal und Rudolf Alexander Schröder. Und der Dlf empfiehlt Robert Prossers Roman „Das geplünderte Nest“, der ihn in die Sprayerszene von Beirut entführt.

29.10.2025 Die FAZ ergründet mit Christoph Engemann "Die Zukunft des Lesens". Die FR ist beeindruckt, wie Roland Schimmelpfennig den "Alltag von ganz unten" in seine Gedichte holt. Wurde Rainer Maria Rilke am Endes seines Lebens zum "Salonfaschisten", fragt die NZZ mit Hans-Peter Kunischs biografischem Essay. Die SZ ist glücklich, dass Dan Brown in seinem Thriller die gewohnten Zutaten mischt: schöne Frauen, alte Mythen, rasante Verfolgungen. Dlf empfiehlt Lisa Kränzlers Roman "Individualverkehr" als faszinierende Autofiktion über Einsamkeit, Kreativität und Abhängigkeit.

28.10.2025 Die FAZ stolpert mit Anne de Marcken und ihrer einsam grübelnden Zombie-Frau durch die USA. Mit Helle Helle macht sie eine Reise durch Dänemark und lernt, wie man Avocado mit einem Schlüssel isst. Dlf empfiehlt Baram Moradis autobiografisch inspirierten Roman "Das Gewicht der anderen" über einen iranischen Dissidenten. Die SZ ist nicht so ganz glücklich mit Bora Chungs neuem Erzählband "Dein Utopia". Und Dlf Kultur spukt mit der philippinischen Autorin Caroline Hau durch ein Haus, in dem sich zwei ungleiche Kindheitsfreundinnen wiedertreffen.

27.10.2025 Die FAZ spürt mit Monika Helfer den süßen und traurigen Geheimnissen der Kindheit nach. Außerdem freut sie sich über den Kinderbuch-Klassiker "Madlen" von Ludwig Bemelmans, der von Nadia Budde neu übersetzt wurde. Die FR geht mit Didier Conrad und Fabcaro im neuen "Asterix in Lusitanien" Römer vermöbeln. Die NZZ sieht im dritten Band der Tagebücher des Schriftstellers Michail Prischwin aus dem Jahr 1936 ein Dokument der Zerrissenheit. Die SZ vollzieht dank Konstantin Richter den Aufstieg und Fall der "Deutschland AG" nach.

25.10.2025 Der Dlf empfielt Vera Weidenbachs Biografie der Ada Lovelace als - endlich mal - Geschichte eines weiblichen Genies. Die FAZ lässt sich von Roland Kaehlbrandt erklären, wie schön die deutsche Sprache sein kann. Die taz amüsiert sich mit Nina Georges Roman "Die Passantin", der von einer Befreiung erzählt. Lob gibts auch für Jens Kastners Geschichte des "Internationalismus". FAS und NZZ feiern als letzte Zeitungen Thomas Pynchons Roman "Schattennummer" als komplexes und sprachlich reiches Vexierspiel.

24.10.2025 Die FAZ begibt sich mit Kim Sisups "Neuen Erzählungen von der goldenen Schildkröte" an den Anfang der Koreanischen Literaturgeschichte, zumindest in Prosa, aber Vorsicht, da gibt's Geister. Außerdem lernt sie von Stefan Busch viel "Über den Sex, den Romane verschweigen". Die FR bewunder die Erzählkunst der Comicautorin Marion Fayolle in "Aus gleichem Holz". Dlfkultur taucht in Sophia Klinks "Kurilensee".

23.10.2025 Der Dlf liest bestürzt und amüsiert Hanif Kureishis Auseinandersetzung mit einem Sturz, der ihn gelähmt zurück ließ: "Als meine Welt zerbrach". Die NZZ empfiehlt Ilma Rakusas Tagebuchprosa "Wo bleibt das Licht" besonders für den Herbst. Die SZ fremdelt mit Florian Illies' feuilletonistischer Geschichtsschreibung über die Familie Mann in Sanary. Die FAZ walzt mit Philipp Thers "Klang der Monarchie" durch eine musikalische Geschichte des Habsburgerreichs.

22.10.2025 Die Welt empfiehlt Peter Hoeres' Studie zur Geschichte der Unterscheidung von "Rechts und links". Ein "bewegendes Zeugnis wechselseitiger Intimität und Intellektualität" sieht die FAZ im Briefwechsel von Gottfried Benn und seiner Tochter Nele. Nora Osagiobare überzeugt sie mit ihrer furiosen Satire "Daily Soap" über Rassismus und Schweizer "Cervelaprominenz". Die FR vertieft sich in Agnieszka Lessmanns feinfühligen Roman "Aga", der vom Schweigen über den Holocaust erzählt. Die NZZ entdeckt mit Michi Strausfeld die skurrilen Seiten der Geschichte Lateinamerikas.

21.10.2025 Die taz feiert die emphatische Zivilcourage und überzeugende moralische Haltung in Ursula Krechels Essay "Vom Herzasthma des Exils" über aktuelle Migrationsdebatten. Die FAZ trifft bei Sophia Kimmig einen denkenden Aal und einen Polarfuchs, der von Spitzbergen nach Kanada wanderte. Von György Dalos lässt sie sich im Plauderton die Geschichte Österreichs zwischen "Neutralität und Kaiserschmarrn" erzählen. Die FR empfiehlt Max Czolleks und Hadija Haruna-Oelkers Essay "Alles auf Anfang" über die deutsche Erinnerungskultur.

20.10.2025 Die SZ fragt sich unter anderem mit Rüdiger Barth und Hauke Friederichs was passiert, "Wenn morgen Krieg bei uns wäre". Außerdem stöbert sie in Konrad-Adenauer-Biografien von Norbert Frei, Friedrich Kießling und Holger Löttel. Die FAZ wird nostalgisch, wenn sie alte Vertonungen von E.T.A. Hoffmanns Erzählungen anhört. Die NZZ versucht mit Michael Hampe, der Krise der Aufklärung entgegenzuwirken.