Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Poesie der Nüchternheit

13.01.2026 Die FR lässt sich von Elli Unruh in "Fische im Trüben" zu einer mennonitischen Gemeinde in die kasachische Steppe entführen. Außerdem empfiehlt sie das neue Buch des Soziologen Hartmut Rosa. Die FAZ lernt mit Sandra Funck die 68er-Bewegung nochmal neu kennen, nämlich im Klassenzimmer. Die NZZ vertieft sich in die Memoiren der Pélicot-Tochter Caroline Darian. Die SZ verliebt sich in Barbara Yelins Comic über die Schauspielerin Therese Giehse. Und Dlf freut sich über die "Poetik der Freundschaft" in den Briefen Elsa Morantes an ihre Schriftstellerkollegen. 

Finsterer Witz und nüchterner Realismus

12.01.2026 Die NZZ lobt das neue Buch von Martin Schulze Wessel als "sorgfältig recherchierten" Augenöffner in Bezug auf die deutsch-ukrainischen Beziehungen. Außerdem taucht sie ein in die düster-witzigen Erzählungen von Adam Bodor über die ungarische Minderheit in Rumänien und den Schrecken der Securitate. Die SZ empfiehlt Christoph Safferlings "Ohnmacht des Völkerrechts" mit Einschränkungen. Dlf lernt Johann Gottlieb Fichte bei Harro Zimmermann als Intellektuellen voller Widersprüche kennen. Dlf Kultur widmet sich mit Julian Heisler "Amerikas Oligarchen".  

Prosa wie Schnee

10.01.2026 Wehmütig, aber auch tief beeindruckt nehmen FAS und Welt mit Julian Barnes Abschied von einem Schriftstellerleben. Die FAZ blickt mit Michael Angele zurück auf die wilde Vergangenheit des Stuttgarter Platzes und baut mit Sy Montgomery einen Rollstuhl für eine Schildkröte. Die FR verliebt sich dank Auður Ava Ólafsdóttir in die schillernde Grammatik des Isländischen. Die taz kämpft mit Alicia Baier für das Recht auf Abtreibung. Und der Dlf Kultur birgt mit Tommaso Landolfis „Herbsterzählung“ ein Meisterwerk der europäischen Literatur. 

Literarische Echokammer

09.01.2026 Die FAZ lernt in Viktor Martinowitschs Roman "Das Gute siegt", wie effektiv der alltägliche Widerstand unter einem Regime wie in Belarus sein kann. Der Dlf bewundert, wie die Argentinierin Mariana Enriquez feministischen Bodyhorror und magischen Realismus zusammenbringt. Dlf Kultur gibt sich mit postum erscheinenden Erzählungen von Pascal Mercier dem "Fluss der Zeit" hin. Die FR gruselt sich, ist sie doch dank Molly Thynne "Eingeschneit mit einem Mörder".

Gut gewürzt

08.01.2026 Der Dlf Kultur lernt in einem prächtigen Bildband auch die Theoretikerin Anni Albers kennen, die FAZ erweitert indes mit Fotografien von Brigitte Kraemer ihren Blick aufs Ruhrgebiet. In Alina Bronskys kulinarischer Kurzautobiografie erfährt sie, was Essen mit Identität zu tun hat. Die NZZ erkennt in dessen neuem Roman: Jon Fosse hat Humor. Radikal und modern findet die SZ Tezer Özlüs Roman "Die kalten Nächte der Kindheit"

Streng mit Möchtegerndichtern

07.01.2026 Die FAZ erkennt in den erstmals vollständig erschienenen Tagebüchern Carlo Emilio Gaddas aus dem Ersten Weltkrieg historisches Zeugnis, psychologische Selbstanalyse und die Geburt eines Autors zugleich. Begeistert lässt sie sich außerdem auf das literarische Fangspiel Christopher Eckers in "Die leuchtende Reuse" ein. Die NZZ zieht mit Audur Ava Olafsdottir in ein Haus auf dem Land fernab von Reykjavik. Dlf lässt sich von Christoph Hein die sehr menschliche Seite Johann Sebastian Bachs zeigen. Dlf Kultur ruft mit Delphine Minoui und ihrer iranischen Heldin: "Frau, Leben, Freiheit!". 

Resilienz nach Ausbruch der Revolution

06.01.2026 Die FAZ lernt von Christian Spiering Interessantes über das mysteriöseste Elementarteilchen von allen: das Neutrino. Die FR empfiehlt Pascal Garniers "Die Eskimo-Lösung" als bitterbösen Noir über einen konsequenten Misanthropen. Die NZZ amüsiert sich prächtig mit der schlagfertigen Herrenfriseurin in Zyta Rudzkas "Lachen kann, wer Zähne hat". Die Welt kommt Königin Marie-Antoinette durch die Aufzeichnungen ihres Kammermädchens Henriette Campan ganz nah. Und Dlf streift mit Clara Heinrichs experimentellem Debütroman durch die Puszta. 

Kohlrabiapostel

05.01.2026 Die FAZ gruselt sich mit Josh Winnings "beunruhigend-schönem" Horror-Roman "Verbrenn das Negativ". Die SZ lässt sich von Joseph Croitoru "Das System Netanjahu" erklären. Außerdem lobt sie Helmuth Kiesels kluges Werk über Literatur im Nationalsozialismus. Die NZZ blättert mit Spannung durch das Erinnerungsbuch der Afrika-Korrespondentin Christina Karrer, die von den Höhen und Tiefen ihres Lebens in Südafrika erzählt. Und die Welt macht sich mit Heike Behrends Biografie über den selbsternannten Propheten Gustaf Nagel zu Fuß auf ins Heilige Land. 

Der Musik ähnlich

03.01.2026 So ein Buch erscheint nicht jeden Tag: 2.368 Seiten hat Wolfgang Künnes Biografie über den so großen wie vergessenen Philosophen und Dissidenten Bernard Bolzano - die taz ist überwältigt. Die SZ ruft der Cellistin Raphaela Gromes, die in "Fortissima!" Komponistinnen wiederentdeckt, ein "Bravissima!" zu. Die FAZ entdeckt mit Gerti Tetzners "Karen W." einen höchst ungewöhnlichen Roman über die DDR, u. dlfkultur geht mit Norbert Hummelt am "Hellichten Tag" die tassen holen.

Aufständische Ameisen

02.01.2026 Die FR erforscht mit neu übersetzten Science-Fiction-Geschichten von Ursula Le Guin fremde Planeten. Die SZ analysiert mit Tessniem Kadiri die patriarchalen Strukturen ihrer Familie. Einer diktatorischen Oma begegnet sie in Mia Oberländers „Saloon“. Die FAZ liest atemlos die von NATO-Offizieren verfassten fiktiven Visionen über den Dritten Weltkrieg, die Armin Wagner zusammengetragen hat. 

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