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29.06.2023 Dass der Heizungsstreit nicht erst seit heute die Gemüter erhitzt, lernt der Dlf bei einem faszinierendem Streifzug durch die Literaturgeschichte mit Susanne Stephans "Der Held und seine Heizung". Viel Lob gibt es auch für Tomer Dotan-Dreyfus' Roman "Birobidschan", der eine jüdisch-sozialistische Utopie in Sibirien an der Grenze zu China beschwört. Die NZZ liest zwei neue Biografien zum Wagner-Clan: Isolde von Bülow und Houston Stewart Chamberlain. Die FAZ stolpert mit Matthias Polityckis "Alles wird gut" durch ein sehr fremdes Äthiopien.

28.06.2023 In der FAZ empfiehlt der Historiker Alexander Gallus die neuaufgelegte Quellensammlung zum berüchtigten "Berliner Antisemitismusstreit". Die SZ begibt sich mit Angela Saini auf die Suche nach den Ursprüngen des Patriarchats. Die FR bewundert die poetische Logik, mit der Ali Smith in ihrem neuen Roman Großbritannien während der Pandemie beschreibt. Als "literarische Explosion" würdigt der Dlf Biljana Jovanovićs Roman "Hunde und andere" über eine lesbische Liebe im Jugoslawien der siebziger Jahre.

27.06.2023 Die FAZ schwelgt in Erinnerungen an Rainer Maria Rilke. Die FR wirft mit Götz Aly in "Unser Nationalsozialismus" einen entlarvenden Blick auf die Menschen hinter der Ideologie. Die NZZ liest Richard Russos Roman "Mohawk" als frühe Prophezeiung der Klimakrise. Der DlF folgt Anne Berest auf den Spuren ihrer jüdischen Familie.

26.06.2023 Die FAZ liest Kinderbücher. Sehr begeistert ist sie von der Naturbegeisterung in Frances Stickleys "Die Erde und du". Die FR ist beeindruckt von Liao Yiwus Roman über eine Liebe in den Zeiten der Mao-Dikatur. Der SZ erfährt von Anna Corsten, wie westdeutsche Historiker nach dem Krieg die Aufarbeitung der NS-Verbrechen durch ihre emigrierten Kollegen ignorierten. Der Dlf bewundert die Mühelosigkeit, mit der Salma El-Wardany von der Glückssuche muslimischer Frauen erzählt.

24.06.2023 Die FAZ bringt sich mit Gertraud Klemms WG-Roman "Einzeller" auf den aktuellen feministischen Debattenstand. Auf harte Wahrheiten stößt die SZ in Kate Beatons Graphic Novel "Ducks" über die Fracking-Camps im kanadischen Alberta. Interessant, wenn auch nicht ganz überzeugend findet die taz Isabel Wilkersons Versuch, mit Hilfe der "Kaste" die amerikanische Ungleichheit zu erfassen.

23.06.2023 Der Dlf Kultur streift in Witold Gombrowicz' letzem Roman durch ein "Geröllfeld der Wirklichkeit" und sucht gebannt nach der Verbindung zwischen einer Teekanne und einer erwürgten Katze. Mit Spannung liest er auch Najat El Hachmis polemisches Manifest gegen die Scham migrantischer Frauen auf dem Weg in die Selbstbestimmung. Die FR schwelgt in Sigrid Damms inspirierenden Aufsätzen. Und die NZZ ahnt in Johannes Kleinbecks "Geschichte der Zärtlichkeit": Besonders erfüllt war Liebesleben von Kant und Hegel nicht.

22.06.2023 Dlf Kultur ist dankbar für die Entdeckung des streitbaren Andrzej Bobkowski, der in den 1940er Jahren mit "Hinter dem Wendekreis" Abschied vom alten Europa nahm. Die FAZ liest gespannt Aron Boks literarische Biografie seines Urgroßonkels, des Malers Willi Sitte. Die FR freut sich in James Kestrels Thriller "Fünf Winter" über einen Gentleman-Detective im Zweiten Weltkrieg, dem durch die Bank weg emanzipierte Frauen zur Seite stehen. Die Zeit empfiehlt wärmstens die Stories von Joy Williams.

21.06.2023 Die FR bewundert den Enthusiasmus und die Verve, mit der Clemens Meyer in "Über Christa Wolf" DDR-Literatur zur Lektüre empfiehlt. Die FAZ erkundet mit David J. Chalmers virtuelle Welten. Die SZ setzt sich einer geballten Ladung Teenager-Probleme aus in Silke Heimes Roman "The truth behind your lies". Und ist dann reif für "Ekstasen der Gegenwart", die ihr Paul-Philipp Hanske und Benedikt Sarreiter vorführen. Dlf taucht mit Marvel Morenos Roman "Im Dezember der Wind" ein in die Welt der kolumbianischen Oberschicht.

20.06.2023 Die FAZ versenkt sich in die Erinnerungen des französischen Schriftstellers Pierre Guyotat an den Algerienkrieg. Die SZ weiß nach der Lektüre von Sabine Hossenfelders launigem Wissenschaftsbuch, dass sie nichts weiß. Die taz liest atemlos Nicola Lagioias Reportageroman "Die Stadt der Lebenden" über einen realen Mord in Rom. Die FR genießt den österreichischen Witz in Tonio Schachingers Pennälerroman "Echtzeitalter".

19.06.2023 Der Dlf lernt aus dem fulminanten letzten Band von Gabriela Adamesteanus Roman-Trilogie über Rumänien von den 50ern bis heute, wie sich Vergangenheit immer wieder neu zusammensetzt. Die SZ ist nachhaltig beeindruckt von der kalten Wut, mit der Stefanie Babst über die deutsche Russlandpolitik und die Diskussionsunfähigkeit der NATO schreibt. Die FAZ lauscht gerne Matthias Mückes Geschichten über die Ost-Berliner Bohème. Dlf Kultur freut sich über Fabienne Meyers und Sibylle Wulfs originelles Bilderbuch über die Restauration von Kunstwerken.