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06.06.2023 Der Dlf lernt vom senegalesischen Autor Felwine Sarr, seine Träume zu bewohnen. Der chinesischen-amrrikanischen Künstlerin Xiaowei Wang folgt er freudig ins hochmoderne ländliche China auf die "Blockchain Hühnerfarm". Die NZZ lässt sich freudig von Ivna Zic den Identitätsboden unter ihren Füßen wegziehen. Die FAZ stellt sich mit Hans Joachim Schädlich dem Bösen im Menschen.

05.06.2023 Die taz liest einen Sammelband zu Rammsteins berüchtigtem Deutschland-Video und fragt sich, wie die wahrhaft wissenschaftliche Untersuchung eines solchen Pop-Phänomens aussehen müsste. Die SZ findet Igorts Graphic Novel über den Ukraine-Krieg großartig gezeichnet, aber doch auch unauthentisch. Und die FAZ liest Krimis, darunter Erin Flanagans "emotional hochintelligenten" Roman "Dunkelzeit".

03.06.2023 Es gibt zwei eindeutige Romane des Tages: Anne Berests "Die Postkarte", in Frankreich ein großer Bestseller, wird von FR und SZ als kluge Reflexion über Holocaust und Antisemitismus heute gelesen. J. M. Coetzees "Der Pole" wird gleich in der Welt, der FAS und Deutschlanfunk besprochen, mit leicht unterschiedlicher Akzentuierung: elegant, altmodisch, und vielleicht auch etwas klischeehaft. Die FAS empfiehlt D Hunters "Autoethnografie" "Auf uns gestellt".

02.06.2023 Die FR mag ihn einfach, den unerbittlichen Blick von J. M. Coetzee, der ihr in der Novelle "Der Pole" von der Liebe zwischen einen polnischen Pianisten und eine italienischen bella donna erzählt. Der Dlf lässt sich von den "Gegengeschichten", die Alexander Kluge in seiner Kriegsfibel 2023 erzählt, zum Nachdenken anregen. Der Dlf Kultur schließt dank Michael Ohl die Wespe ins Herz. Die FAZ versinkt in Roderick Beatons Globalgeschichte der Griechen. Und die SZ empfiehlt Daniel Fehrs und Pei-Yu Changs Bilderbuch "Das Dorf der Fische" als Sommerbuch mit verstörender Note.

01.06.2023 Die FAZ bestaunt die Sprachgewalt Federico Garcia Lorcas, der selbst mit einem kurzen Text über den Duende im Flamenco Maßstäbe setzt. Anschließend brütet sie mit Arno Stadler "Irgendwo. Aber am Meer". Der Dlf lernt aus Jannie Regnerus' Roman "Das Lamm", wie man mit einem Fünfjährigen über den Tod spricht. In der Zeit würdigt der Historiker Martin Doerry ein Mammutwerk: Die abgeschlossene Gesamtausgabe über "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945".

31.05.2023 Die FAZ liest einen Sammelband mit wilden Geschichten von Ludwig Tieck als Porträt "eines sich entfaltenden Künstlers". Außerdem verfällt sie dem rauschhaften Sog von Selva Almada, die sie ins Landesinnere Argentiniens führt. Die taz bewundert den Mut von Marc Sinan, der in seinem Debütroman das türkische Schweigegebot bricht und über den Völkermord an den Armeniern schreibt. Der Dlf empfiehlt Andrew McMillans rauhe und verletzliche Lyrik über Männlichkeit.

30.05.2023 Die NZZ reist mit dem belarussischen Autor Viktor Martinowitsch in das Minsk einer Zukunft, in der die Erde aufgehört hat, sich zu drehen. Voller Ehrfurcht begibt sich der Dlf in die Kathedrale von einem Roman, die Emanuel Maeß mit "Alles in allem" vor ihm auftürmt. Die SZ bewundert die Modernität, mit der Giacomo Leopardi bereits 1817 die erste Liebe besang. Packend und prägnant findet die FAZ, was Claudia Kemfert in ihrem Buch "Schockwellen" zum Thema Energiesicherheit zusammenträgt.

27.05.2023 Tief zu Herzen gehen der FR Rike Schefflers Gedichte über die Schönheit der gefährdeten Welt. Mit angehaltenem Atem verfolgt die SZ in Nell Zinks Amerikaroman "Avalon" den kaltblütigen Aufstieg einer Teenagerin. Der Dlf bewundert, dass sich Elena Messner mit ihrem Krankenhausroman "Schmerzambulanz" in ein Systems am Rande des Kollaps vorwagt. Außerdem freut er sich mit Egon Bondys "Die ersten zehn Jahre" über die Entdeckung der tschechischen Beat-Literatur.

26.05.2023 Die FR bewundert, wie Tove Ditlevsen in ihren Kurzgeschichten rebellische Träume von Frauen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aufblitzen lässt. Atemlos folgt die FAZ Philippe Sands, der ihr anhand der Geschichte der von den Briten aus ihrer Heimat Chagos vertriebenen Liseby Elysé die Wirklichkeit der Kolonialherrschaft vor Augen führt. Und die NZZ hört gern zu, wenn Joachim Gauck gemessenen Wortes mit der Ostpolitik von Brandt und Merkel ins Gericht geht.

25.05.2023 Die FAZ begibt sich mit Andrej Blatniks "Platz der Befreiung" ins Slowenien der Wendejahre, reist mit Friederike Kretzens "Bild vom Bild vom großen Mond" durch den Iran und genießt die Unübersichtlichkeit in Antoine Volodines "Einige Einzelheiten über die Seele der Fälscher". Die FR fragt sich mit Elisabeth Wellershaus, "Wo die Fremde beginnt". Die SZ amüsiert sich mit den Lebenslügen "In unseren Kreisen", die Georg M. Oswald ihr vorführt. Die taz empfiehlt einen Gesprächsband mit der kommunistischen Grazer Bürgermeisterin Elke Kahr.