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24.05.2023 Die NZZ liegt Agnes Nemes Nagy zu Füßen, der Königin der magyarischen Poesie. Die SZ durchwandert Anna Maria Orteses schillerndem Roman "Der Hafen von Toledo", der eigentlich in Neapel liegt, wie einen verwinkelten Palazzo mit mehreren Treppenaufgängen. Die FAZ verbringt mit Satoshi Yagisawa wunderbare "Tage in der Buchhandlung Morisaki".Und die taz erfreut sich mit Jan Philipp Reemtsmas Wieland-Biografie an der sprachlichen Virtuosität des Dichters.

23.05.2023 Die SZ bewundert die Ästhetik der Verknappung, die Tove Ditlevsen auch in ihren Kurzgeschichten "Böses Glück" meisterlich beherrscht. Von T.C. Boyles neuem Klimakrisenroman "Blue Skies" hätte sie sich weniger Niceness gewünscht. Die NZZ blickt mit Jacob Mikanowski auf die untergangene Vielfalt Osteuropas. Die FR setzt sich mit Robert Seethaler an den Karmelitermarkt ins "Cafe ohne Namen". Die FAZ beglückwünscht Paul Bokowski, dem mit seinem Roman "Schlesenburg" der Sprung ins ernsthafte Fach gelungen sei.

22.05.2023 Jede Menge Kinderbücher werden heute besprochen: Der Dlf lernt von Cornelia Franz' Abenteuergeschichte "Wildesland", dass gegen die Angst nicht nur Mut hilft, sondern auch Schönheit. Dass auch Humor hilft, zeigt ihm Céline Sorins Bilderbuch "Ich und der Oger". Die FAZ lässt sie sich von Sasa Stanisic Jugendroman "Wolf" ermutigen, anders zu sein. Außerdem lernt sie in Büchern von Mariana Mazzucato und Thomas Deelmann, wie der Staat Kompetenz und Kontrolle verliert, wenn er sich Unternehmensberater ins Haus holt.

20.05.2023 Die FAZ lernt von Hanno Sauer "Moral", bevor sie mit T.C. Boyle und einer Schlange auf die Klimaapokalypse zureitet. Die FAS lernt von Raymond Geuss, "Nicht wie ein Liberaler" zu denken. Wie der Unternehmer Adolph Woermann den deutschen Kolonialismus einleitete, lernt die FR von dem Historiker Kim Sebastian Todzi. Die taz liest zwei neue Superheldinnen-Comics und erliegt dem proletarischen Charme der Heldin von Nell Zinks "Avalon". Der Dlf unterhält sich prächtig mit Eugen Ruges Roman über "Pompeji".

19.05.2023 Die SZ empfiehlt ein Survivalbuch für Trennungskinder, Frauke Angels "Vorsicht, frisch geschieden!", und merkt beim Lesen von Katrin Hörnleins Lindgren-Biografie, wie sehr die schwedische Kinderbuchautorin fehlt. Die FR blickt mit Anita Brookners Roman "Seht mich an" in die Tiefe der menschlichen Natur. Die FAZ lernt mit 200 Museumsobjekten etwas über DDR-Alltag und Mangelwirtschaft.

17.05.2023 Die FAZ empfiehlt die brillanten, schnörkellos modernen Miniaturen Wolfgang Hildesheimers. Großes Lob auch für Matthias Göritz'
"Die Sprache der Sonne", der uns ins Istanbul der dreißiger Jahre führt. Die FR wird an ihre Couch getackert mit Kim Koplins Thriller "Die Guten und die Toten". Die Zeit blickt in Sebastian Hotz' Roman "Mindset" ein wenig bedauernd auf die junge Generation, die ihr sehr vereinzelt vorkommt. Dlf Kultur schwärmt von den augenöffnenden Naturbetrachtungen des Briten Rob Cowen.

16.05.2023 Froh und frappiert liest die FR Katharina Hackers Kurzessays "Über Leben mit Tier", die ihr viel über die Liebe und den Menschen verraten. Die SZ lässt sich von Dipo Faloyins Manifest "Afrika ist kein Land" gern die eigenen Klischees zertrümmern. Durchaus erhellend findet die FAZ Kai Diekmanns Erinnerungen "Ich war Bild", vor allem gegen die Strich gelesen. Der DlfKultur begeistert sich für Hugo Hamiltons Roman "Echos der Vergangenheit" ebenso wie für Thomas Oláhs Debüt "Doppler".

15.05.2023 Hingerissen lauscht die FAZ , wenn Monica Bleibtreu in Klaus Pohls "Nachtgesprächen mit meinem Kühlschrank" einen abgehalfterten Schauspielstar gibt. Gut gefällt ihr auch, wie freundlich Axel Wostry die hochfliegende Brillanz von Peter Sloterdijks "Die Reue des Prometheus" erdet. Isländische Erzählkunst genießt die NZZ mit Jon Kalman Stefanssons Roman "Dein Fortsein ist Finsternis". Klug und lehrreich findet die taz, wie Regisseurinnen in "Status Quote" über Frauen im Theater sprechen.

13.05.2023 Die FAZ begrüßt die Neuausgabe des "Ewigen Brunnens", einer der maßgeblichen deutschen Lyrik-Anthologien - und freut sich, dass Herausgeber Dirk von Petersdorff auch Songtexte von Udo Lindenberg oder Herbert Grönemeyer aufgenommen hat. Die FR feiert Martin Schulze Wessels "Fluch des Imperiums" als maßgebliche Aufarbeitung russischer Geschichtsmythen, an die man auch im Westen glaubte. Die taz erliegt dem stillen Zauber von Sabrina Janeschs Roman "Sibir".

12.05.2023 Die FR amüsiert sich mit Pija Lindenbaums Kinderbuch "Der erste Schritt". Die NZZ schwärmt von den fantastischen Miniaturen, in denen der Schauspieler Samuel Finzi die Geschichte seiner bulgarischen Familie erzählt. Der Dlf bewundert Anne Rabes Debütroman "Die Möglichkeit von Glück" über eine Kindheit in der sich auflösenden DDR. Die FAZ bewundert Daniel de Vises einfühlsame und informative Biografie des Bluesmusikers B.B. King. Außerdem empfiehlt sie dringend Alois Bergers Geschichte des jüdischen Auffanglagers Föhrenwald im Loisachtal.