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17.04.2023 Seltsam beglückend findet die FR, wie Arnold Stadler Schmerz und Frustration eines Autors in schöne Sprache umwandelt. Die NZZ bewundert, wie die russische Dichterin Maria Stepanova mit ihrem "Winterpoem" gegen äußere und innere Erstarrung aufbegehrt. Mit Clemens Meyer nähert sich die FAZ Christa Wolf an. Die SZ liest instruktive Berichte aus dem postislamischen Iran.

15.04.2023 Die FAS bewundert, wie Marcel Beyer den Alltag des Ukraine-Krieges imaginiert, ohne in die Fiktion zu verfallen. Weniger einverstanden ist sie mit Alexander Kluges allgemeine Klage über die Grausamkeit des Krieges. Die FAZ erkennt mit Elisabeth Wellershaus, wie fremd sie sich selbst ist. Sehr empfehlen kann sie auch Aram Mattiolis Geschichte des indigenen Widerstands "Zeiten der Auflehnung". Klassische Schultrauma-Literatur entdeckt die SZ in Tonio Schachingers Roman "Echtzeitalter". Die taz vermisst Jörg Fauser.

14.04.2023 Die FAZ begibt sich mit Karl-Heinrich Bette und Felix Kühnle auf die Spuren von Flitzern im Sport. Mit Marco Jorio analysiert sie das Ringen um die Schweizer Neutralität. Die SZ versucht mit einem neuen Thriller von Marc Elsberg das Klima in den Griff zu bekommen. Und die NZZ denkt mit Monika Neun über Kunst, Liebe und Tod nach.

13.04.2023 Die FAZ lernt im 100. Schreibheft, dass die Literaturgeschichte, wie wir sie kennen, reiner Zufall ist. Die SZ blättert mit Christophe Boltanski in einem Fotoalbum aus den Siebzigern, das 369 Passfotos eines gewissen Jacob B'chiri enthält. Der Dlf annonciert mit Jochen Rauschs "Im toten Winkel" den Beginn einer vielversprechenden neuen Krimiserie. Und Dlf Kultur blickt sich mit Amanda Petrusich in der Welt der Plattensammler um.

12.04.2023 Die FAZ schwärmt von der Sinnlichkeit der späten Prosa von Tarjei Vesaas. Einen flimmernden Krimi liest die FR mit Riku Ondas "Fische, die in Sonnensprenkeln schwimmen". Die SZ lernt von dem Historiker Martin Mulsow, wie eine globale Ideengeschichte aussehen könnte, die sich von der eurozentristischen Perspektive löst. Der Dlf reist mit Tomer Dotan-Dreyfus ins jüdisch-sozialistische Birobidschan. Als "brilliantes Stück Prosa" über rassistische Stereotype empfiehlt er Toni Morrisons Erzählung "Rezitativ".

11.04.2023 Klug und richtungsweisend findet die FAZ, wie der Band "Freiheit oder Leben" die Jahre der Pandemie aufarbeitet. Berührt liest sie auch die Erinnerungen des Idealisten und bescheidenen Nobelpreisträgers Amartya Sen "Zuhause in der Welt". Die taz folgt Jens Harder durch die Bildgeschichte der letzten zweitausend Jahre. Von Gottfried Paasches Geschichte seiner Mutter Maria Therese von Hammerstein lernt sie, dass Adel und Nationalsozialismus nicht zwangsläufig zusammengehörten.

08.04.2023 Texte von bemerkenswerter Schärfe findet die SZ in den Anthologie "Aus dem Nebel des Krieges" über den Krieg gegen die Ukraine. FAZ und Deutschlandfunk lernen mit Teresa Präauer "Kochen im falschen Jahrhundert". Micha Brumlik liest in der taz fasziniert, wie sich Katja Mann und Wilhelm Süskind in Uwe Neumahrs "Schloss der Schriftsteller" mieden. Die SZ empfiehlt außérdem neue Prosaminiaturen von Hans Joachim Schädlich.

06.04.2023 Die FAZ schöpft Lektüreglück aus der Kurzprosa Brendan Behans, der sie ins irische Arbeitermilieu mitnimmt. Die NZZ begleitet mit Zsigmond Moriczs "Der glückliche Mensch" den von harter Arbeit geprägten Alltag ungarischer Kleinbauern. Außerdem lernt sie mit Penelope Mortimers "Bevor der letzte Zug fährt" die Nöte irischer Frauen kennen, die in den 50er Jahren ungewollt schwanger werden. In der SZ empfiehlt Nico Bleutge die Kindergedichte von Arne Rautenberg. Und der Dlf spürt einen Hauch des Teuflischen in Georg Kleins Erzählband "Im Bienenlicht".

05.04.2023 Als "perfektes Stück Literatur" rühmt der Dlf Marie-Helene Lafons Roman "Joseph" über einen Landarbeiter vor der Rente. Als so aktuellen wie herausragenden "Anti-Kriegs-Roman" empfiehlt er auch Mathias Enards Debüt "Der perfekte Schuss". Zeit und FR lassen sich in einem leuchtenden Bilderbuch Ludwig Wittgensteins Gleichnis vom Nashorn im Raum erläutern. Einen "Glücksfall" nennt die NZZ die postume Veröffentlichung von Karl Alfred Loesers "Requiem". Und die FAZ spürt dank Sarah Winman die Sonnenstrahlen in einem Oxforder Arbeiterviertel.

04.04.2023 Die SZ empfiehlt Gwendolyn Brooks swingenden Roman aus dem Chicago der fünfziger Jahre. Die taz amüsiert sich prächtig, wenn Liv Strömquist in ihrem Comic Prominente und ihre Sternzeichen auf die Schippe nimmt. Die FAZ erkennt die ganze Willkür des Kolonialismus in Abdurazak Gurnahs Roman "Nachleben“. Die FR staunt, wie geschmeidig Sabrina Janesch die Geschichte ihrer Aussiedlerfamilie erzählt. Brillant recherchiert und plausibel durchleuchten Markus Wehner und Reinhard Bingener „Die Moskau-Connection“, versichert die NZZ.