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23.03.2023 Die NZZ zieht mit Uwe Neumahr ins "Schloss der Schriftsteller" und beobachtet durch die Augen von Erich Kästner, Martha Gellhorn, Golo Mann, Wolfgang Hildesheimer, Elsa Triolet, Willy Brandt und Gregor von Rezzori die Nürnberger Prozesse. Die Zeit feiert die lyrische Kraft und Beherztheit von Ulrike Draesners großartigem Frauenroman "Die Verwandelten". Die FAZ lernt mit Cvetka Lipus' neuem Gedichtband "Weggehen für Anfänger". SZ und Dlf amüsieren sich mit Martin Suters "Melody".

22.03.2023 Dževad Karahasan ist einfach ein Meister der Erinnerung, konstatiert die FR nach dessen Roman „Einübung ins Schweben“. Ganze 175 Jahre hat die NZZ auf ein fulminantes Buch wie Jörg Bongs „Flamme der Freiheit“ über die deutsche Revolution 1848/1849 gewartet. Die SZ staunt, wie Caroline Fetscher Albert Schweitzer entzaubert. Die taz scheut nach der Lektüre des Romans „Die Geschwister“ den Vergleich zwischen Brigitte Reimann und Ingeborg Bachmann nicht mehr. Und für den Dlf Kultur hat Howard W. Frenchs Buch über Afrika und die Entstehung der modernen Welt das Potenzial, unseren Blick auf die Weltgeschichte grundsätzlich zu verändern.

21.03.2023 Viele Leser wünscht die FAZ Pierric Baillys wunderlich-schönem Buch „Jims Roman“. Herrlich unkonstruktiv findet die SZ Verena Keßlers Roman "Eva" über den Sinn des Kinderkriegens. In höchsten Tönen lobt die NZZ Aram Mattiolis Geschichte des indigenen Widerstands "Zeiten der Auflehnung". Als Etüde über die Kunst der Täuschung kann sie auch Martin Suters "Melody" empfehlen. FAZ und Dlf lesen mit Erschütterung Franziska Grillmeiers Report aus den Flüchtlingslagern von Lesbos.

20.03.2023 Vielleicht etwas einseitig, aber ausgesprochen erhellend findet die SZ Reinhard Bingeners und Markus Wehners Buch "Die Moskau-Connection" über Gerhard Schröder und sein unseliges Netzwerk. Die FAZ stößt mit Matthew Bell in die Zukunft des Metaversums vor. Außerdem bespricht sie neue Hörbücher, darunter zwei Produktionen zu Joseph Conrads "Lord Jim". Der Dlf empfiehlt Kinderbücher, zum Beispiel Frauke Angels Geschichte vom "Mädchen mit den vier Namen", das auch vier Mütter hat.

18.03.2023 Sehr berührt ist der Dlf von der sensiblen Poesie, mit der Djaimilia Pereira de Almeida über den portugiesischen Kolonialismus nachdenkt. Die taz begleitet den französischen Comic-Autor Etienne Davodeau auf seinen Wanderungen nach Pech Merle. Mit Christine Drews lernt sie die dörfliche "Großraumdisco" zu schätzen. Die SZ bewundert, wie viel Glück Helga Schubert dem Leben mit einem Demenzkranken abtrotzt. Die FAZ feiert noch einmal die Grandeur von Randall Kenans Achtzigerjahre-Roman "Der Einfall der Geister". Die NZZ liest mit Enttäuschung Blake Baileys Philip-Roth-Biografie.

17.03.2023 Die FAZ lässt sich mitreißen vom aufklärerischen "Furor", mit dem Gerd Koenen das System Putins auseinandernimmt. Die SZ empfiehlt, sich Zugang zu Mircea Cartarescus Welt mit dem Erzählband "Melancolia" zu verschaffen. Die taz bewundert amerikanisches Büro-Design der letzten sechzig Jahre. Der Dlf liest gebannt, wie Thomas Stangl einem Fisch im Museum überleben lässt. Als intensive Lektüre mit sinnlichem Sound preist Dlf Kultur Brigitte Reimanns Roman "Die Geschwister".

16.03.2023 Den über
siebentausend Menschen, die seit 1913
Lynchmorden in den USA zum Opfer gefallen sind, hat
Percival Everett mit seinem Roman "Die Bäume" ein Denkmal gesetzt, meint der
Dlf bewegt. Die
FAZ sehnt sich mit humorvoll-melancholischen Gedichten von
Gert Heidenreich an die Atlantikküste. Der Küsten-Idylle, die
Michael Stavaric besingt, droht zwar die
Apokalypse, aber die
FR enteckt auch Momente der Hoffnung. Und die
NZZ fordert mit
Martha Nussbaum Gerechtigkeit für Tiere. Die
Zeit erscheint heute mit einer Literaturbeilage, erste Notizen zu den Kritiken finden Sie
hier.

15.03.2023 FAZ und SZ sind glücklich, dem besonderen Judith-Hermann-Sound nun mit deren in Buchform erschienenen Poetikvorlesungen auf den Grund gehen zu können. Die FAZ erforscht mit Anne Serre außerdem 33 Lebensentwürfe zwischen Martinique und Bonn. Die Dlf liest Gilda Sahebis Porträts protestierender Iranerinnen als Hommage an die Freiheit. Von Julia Ebner lässt er sich das Phänomen der Massenradikalisierung erklären.

14.03.2023 Die NZZ lässt sich von Michael Thumanns Putins (selbst-)zerstörerisches Lebenswerk erklären. Verstört liest sie auch Douglas Stuarts Roman über ein schwules Coming-Out unter gewalttätigen Teenagern in Glasgow. Gespannt liest die FR Andrea Maria Schenkels Krimi um einen historisch verbürgten Viehhändler und Serienmörder. Die FAZ lernt den dauerbeschäftigten Lebensverwalter von Goethe kennen: dessen Sohn August. Außerdem bespricht sie Bücher über die Kanzlerschaft von Sebastian Kurz.

13.03.2023 Die FR lässt sich von der archaischen Wucht in Karina Sainz Borgos Venezuela-Roman "Das dritte Land" mitreißen. Mathijs Deens "Taucher" folgt sie auch ohne nautische Kenntnisse an den Meeresboden. Die NZZ ist mit dem Humor in Joshua Cohens Roman "Die Netanjahus" einverstanden, aber nicht mit der politischer Deutung. Die SZ empfiehlt Rolf Nikels Überlegungen zum verkorksten deutsch-polnischen Verhältnis.