Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Es ist und bleibt ein Fluch

26.04.2022 Die FAZ verbeugt sich tief vor dem Lebenswerk der französisch-algerischen Frauenrechtlerin Gisèle Halimi, deren Erinnerungen "Seid unbeugsam!" leider erst nach ihrem Tod vor zwei Jahren auf Deutsch erschienen. Der Dlf lernt von Katrine Marçal, warum Elektroautos nicht mehr mit Kristallglas verziert werden. Sehr beeindruckt ist sie auch von Adania Shiblis Roman "Eine Nebensache". Der DlfKultur folgt in Krisha Kops' "Das ewige Rauschen" der Erzählung einer Banyanfeige.

Die erlösende Kraft des Kusses

25.04.2022 Der DlfKultur liest mit Begeisterung Sudhir Hazareesinghs Biografie des haitianischen Freiheitshelden Toussaint Louverture. Das nötige Grundwissen über karibische Sklaverei besorgt er sich gern anderswo. Gut gefallen ihm auch Magdalena Schrefels spröde-bestechende Erzählungen aus der Welt der Arbeit von morgen "Brauchbare Menschen". Die FAZ  bespricht neue Kinder- und Jugendbücher. Unter anderem lässt sie sich beglückt von Jörg Schubiger und Rotraut Susanne Berner die Geschichte von Adam und Eva neu erzählen.

Die sexuellen Begierden eines Baumgeistes

23.04.2022 Man macht es sich zu einfach, wenn man Abdulrazak Gurnah einfach bei den postkolonialen Autoren einordnet, findet die NZZ. Die SZ möchte Wole Soyinkas neuen Roman "Die glücklichsten Menschen der Welt" lieber zweimal lesen als einmal. Die taz liest Manga-Klassiker von Yoshiharu Tsuge, Susumu Katsumata und Osamu Tezuka. Die FAZ liest liest eine neue Ausgabe von Rosa Luxemburgs "Büffelhaut"-Brief.

Terrarium in Prosa

22.04.2022 Die FAZ blickt in Craig Browns Beatles-Biografie durch ein buntes Kaleidoskop voller Exzentrizitäten und Absurditäten. Mit Patrick Leigh Fermor verkriecht sie sich in französischen Klöstern. Die FR empfiehlt dringend die mystischen Lyrik der russischen Dichterin Jelena Schwarz. Handke-Exegeten rät die NZZ zu dessen "Zwiegespräch". Die SZ nascht von Olaf Hayeks fantastischen Früchten. Und Dlf Kultur verliebt sich in Dagmar Leupolds stillen Einzelgänger.

Poetische Wälder

21.04.2022 Die FAZ bewundert den ethnologischen Blick, mit dem Dagmar Leupold einen Opern-Garderobier seziert. In den Altersgedichten von Joseph Zoderer entdeckt sie einen Gyphius im neuen Gewand. Die SZ reist mit dem siebenbändigen Architekturführer von Philipp Meuser und Adil Dalbai zu  850 Bauten aus 49 afrikanischen Ländern. Die Zeit empfiehlt Rene Cuperus' Band "7 Mythen über Europa" allen deutschen Politikern als Korrekturhandreichung zu "möglichen Selbsttäuschungen" in Sachen Europapolitik und Russland. Und Dlf Kultur untersucht mit Karin Harasser das Nachleben der Nazi-Elite in Bolivien.

Frieden mit Blumen

20.04.2022 Die FAZ taucht mit dem Physiker Serge Haroche ein in die Geschichte des Lichts. Nach der Lektüre von Max Chafkins Peter-Thiel-Biografie befürichtet sie eine neue Ära Trump. Die NZZ verdankt Yael Inokai dichte Bilder aus der Psychiatrie. Dlf Kultur feiert ein philosophisches Fest mit dem Bilderbuch von Jürg Schubiger und Rotraut Susanne Berner. Mit Alice Grünfelders Notizen aus Taiwan erhält er interessante Einblicke in die Existenz eines "freien" Landes im Kulturkreis eines totalitären.

Merklich ungeschönt

19.04.2022 Die FR lässt sich von Annette Kehnel erklären, wie Gemeinwohlökonomie im Mittelalter funktionierte. Mit Viktor Schklowski stürzt sie sich in das Berlin russischer Exilanten. Der Dlf liest Bernd Wagners Chronik aus den Jahren der Prenzlauer-Berg-Avantgarde als stummes Selbstgespräch. Die FAZ bespricht Hörbücher, darunter eine enorm spannende "Orestie" als Hörbuch und Bernadine Evaristos "Manifesto".

Sanft radikales Auflösen

16.04.2022 FAZ und Dlf Kultur sind sich uneins über den neuen Knausgard: Dlf Kultur bewundert, wie klar und exakt Knausgard fantastisches Neuland vermisst, die FAZ verirrt sich ein bisschen zu oft. Die taz empfiehlt nachdrücklich Sudhir Hazareesinghs Biografie über Toussaint Louverture und bewundert den Mut von Karin Harrasser, die sich in Bolivien auf die Spuren von Monika und Hans Ertl begibt. Die SZ vernimmt mit der palästinensischen Schriftstellerin Adania Shibli eine leise, aber präzise Stimme im Nahostkonflikt. Und Dlf Kultur erfährt von Jakub Malecki, lange die verheerenden Auswirkungen eines Krieges fortdauern.

Rätselhaft still

14.04.2022 Die SZ tänzelt mit Lucy Frickes hochaktuellem Roman auf dem diplomatischen Parkett. Die FAZ unternimmt mit Carl-Schmitt-Kenner Reinhard Mehring kenntnisreiche Exkursionen nach „Kafkanien“. Die taz empfiehlt heute Comics, darunter besonders Birgit Weyhes „Rude Girl“ über Rassismus und Rebellion an einer amerikanischen Uni. Furios findet der Dlf Brandon Taylors Kurzgeschichten über versagende Kommunikation. Und Dlf Kultur verbringt einen blutrünstigen Sommer mit Emmanuelle Bayamack-Tam.

Poetik des Rohen

13.04.2022 Der Dlf lässt sich mit Begeisterung von Fiston Mwanza Mujila nach Zaire entführen, mitten hinein in die Tanzkneipe "Mambo de la fete". Bahnbrechend ist Dipesh Chakrabartys Band über "Das Klima der Geschichte im planetarischen Zeitalter", versichert die Zeit. Viel Lob gibt es auch für Walerjan Pidmohylnyjs Roman über "Die Stadt" Kiew in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. Die SZ reist mit Diego Zunigas "Camanchaca" durch Chile bis an die peruanische Grenze, wo Kleidung und Zahnärzte noch billig sind. Die FAZ amüsiert sich mit den Briefen Adalbert Stifters.

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