8033 Bücherschauen - Seite 3 von 804

16.05.2026 Hochaktuell findet die taz Johann Reißers Roman „Pulver“, der ihr am Beispiel von Max von Duttenhofer die Geschichte der deutschen Rüstungsindustrie erzählt. Außerdem empfiehlt sie Bücher von Alice Hasters und Maria-Sibylla Lotter, die sich beide mit der Rolle des Opfers in unserer Gesellschaft befassen. Die Welt bleibt gern im Schnee stecken, solange Karl Ove Knausgard davon erzählt. Die FAZ blickt mit Kathrin Fischer kritisch und angeregt auf die Ideologie der Achtsamkeit. Und Dlf Kultur freut sich, dass mit Monique Wittigs „Opoponax“ ein französischer Klassiker der queeren Literatur noch einmal auf Deutsch vorliegt.

15.05.2026 FAZ und NZZ verneigen sich geradezu vor Lukas Bärfuss, der die Geschichte seiner komplizierten Mutter zur Gesellschaftsanalyse ausweitet. Die FAZ empfiehlt außerdem neue Ingeborg-Bachmann-Biografien von Andrea Stoll und Dieter Burdorf. Der Dlf lässt sich von John Horne Burns' Klassiker von 1947 durch die Galleria Umberto in Neapel führen. Außerdem erlebt er mit Robert Seethaler die Straße als Wimmelbild schillernder Charaktere. Produktiv verstört bleibt der Dlf Kultur zurück, wenn die schwedische Autorin Ellika Lagerlöf von Kindern erzählt, in deren Mündern Perlen gezüchtet werden.

13.05.2026 Die FR empfiehlt Matthias Nawrats Roman "Das glückliche Schicksal" als wertvolle Vergegenwärtigung der polnischen Geschichte. Die Zeit blättert angeregt im Band "The Way Back" mit bisher unveröffentlichten Fotografien von Bruce Davidson. Dlf lernt in Garth Greenwells Roman über den Krankenhausaufenthalt eines Dichters die Literatur als Medizin für den Körper in Extremsituationen kennen. Und Dlf Kultur entledigt sich mit Amanda Lee Koes unsterblichen Schlangenschwestern unliebsamer Männer.

12.05.2026 Die FAZ lauscht mit Lea Singer an der Tür, hinter der Lucian Freud die Queen porträtierte und hört geistreiche Pointen. Außerdem schwelgt sie in der kaleidoskopartigen Prosa, mit der sich Marlene Stoessel nach schwerer Krankheit zurück ins Leben tastet. Die NZZ vertieft sich in Karl-Markus Gauß' tiefgründige Reise-Essays. Die Welt blickt interessiert und kritisch auf Thomas Deichmanns Berichte von Peter Handkes Jugoslawienreisen. Die taz ist erschüttert von Adrian H. Koerfers autobiografischem Buch über den systematischen Missbrauch an der Odenwaldschule.

11.05.2026 Die SZ lernt von Martina Winkler wie die Slowakei um die Demokratie und ihren Platz in der EU ringt. Mit Martin Adam versucht sie die polnischen PiS-Wähler zu verstehen. Die FR freut sich über "hinreißende" Sexszenen und sich erfüllende Flüche im neuen Roman von Dana Grigorcea. Dlf Kultur verbringt eine solide und unterhaltsame Lektüre mit Thommie Bayers neuem Roman "Gern gesehene Gäste" über eine zwiespältige Freundschaft.

09.05.2026 Die FAZ findet Susanne Schlegels Kulturgeschichte über die Erforschung von Intelligenz alles andere als doof. Die FR erfreut sich am "grandiosen" Naturschauspiel in den Erzählungen des ukrainischen Schriftstellers Hryhir Tjutjunnyk. Die NZZ vertieft sich in ein fantastisches Märchen über die Liebe zwischen einem Leguanweibchen und einem Dichter von Anna Maria Ortese. Die taz erlebt mit Armin Thurnher "Untersternstunden der Menschheit".

08.05.2026 Die FAZ legt mit Maylis de Kerangal Schicht um Schicht die Geschichte von Le Havre frei. Viel Spaß hat sie mit dem phlegmatischen Hans im Glück, den Jens Sparschuh als Restaurantkritiker durchs Nachwende-Berlin schickt. Die NZZ kommt Elena Ferrante in deren Essays so nahe wie nie zuvor. Der Dlf amüsiert sich mit in Fernando Aramburus „Fabula“ über zwei ungeschickte Anti-Helden, die für ein unabhängiges Baskenland kämpfen. Und Dlf Kultur lässt sich von dem Germanisten und Kulturhistoriker Albrecht Koschorke Anfänge und Widersprüche des Liberalismus erörtern.

07.05.2026 Die FAZ folgt Simeon Elias Hüttel gebannt durch die Kulturgeschichte des Vampirs, der sich im Westen zunächst gegen das Christentum durchsetzen musste. Bewegt folgt sie außerdem dem Lebensweg des im Irak geborenen jüdischen Theatermachers David Mouchtar Samorai. Die SZ begleitet mit Jan Jekal Brecht, Schönberg und andere deutsche Exilanten nach Hollywood. In der Zeit plädiert die Strafrechtlerin Elisa Hoven mit Ronen Steinke dafür, dass auch demokratiefeindliche Äußerungen von der Meinungsfreiheit geschützt sind. Und der Dlf Kultur freut sich, dass John Fowles’ „postmodern gebrochener“ Bildungsroman „Magus“ nun ungekürzt auf Deutsch vorliegt.

06.05.2026 Die FAZ freut sich über zwei Erzählungen von Alma Hirschel, die auch ein neues Licht auf das Werk ihrer Tochter Ruth Klüger werfen. Die FR streift mit Tobias Bütow, Corine Defrance und Ulrich Pfeil durch "63 Orte der deutsch-französischen Geschichte". Die SZ wundert sich, dass in Olivier Guez' Buch über Gertrude Bell nur aus der Perspektive der Kolonisatoren erzählt wird. Dlf Kultur schwärmt von Galit Dahan Carlibachs Roman "Waisenkind", in dem die Heldin Avital gegen eine unbarmherzige Gesellschaft ankämpfen muss.

05.05.2026 Die taz ist beeindruckt von Yavuz Ekincis Roman "Die, deren Träume zerbrochen sind", in dem der junge Kurde Ismail auf der Suche nach seinem Bruder sich selbst findet. Die NZZ sieht in Andris Kalnozols Roman "Kalender" über einen autistischen Jungen ein großes Außenseiterporträt. Die FAZ lernt von Dieter Henrich, was echte Dankbarkeit ist. Mit Adrian Daub widmet sie sich dem Machthunger der Tech-Giganten aus dem Silicon-Valley. Die SZ nimmt mit Gabriele von Arnim Abschied von politischen Gewissheiten.