Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Festspiele unter künstlichen Palmen

06.03.2021 Die FAZ begibt sich mit Thomas Kunst und ein paar Abgehängten in die "Zandschower Klinken" im Nordosten Deutschlands. Die SZ lernt mit Asal Dardans "Betrachtungen einer Barbarin" und Dmitrij Kapitelmans "Eine Formalie in Kiew", dass die Grenzen zwischen den Zugehörigkeiten fließend sind. SZ und taz lesen mit Gerd Schwerhoffs "Verfluchte Götter" eine materialreiche Geschichte der Blasphemie. Die Welt antwortet auf Peter Schneiders Frage "Follow the science?". Dlf Kultur erlebt ein anregendes Feuerwerk intellektueller Ideen mit Pola Oloixaracs Roman "Wilde Theorien".

Urgefühle im Untergrund

05.03.2021 Die FAZ macht einen Jahrhundertfund mit den von Sigrid Puntigam herausgegebenen Architekturzeichnungen aus dem 18. Jahrhundert in der Landesbibliothek Schwerin. Die FR nimmt Tolstoi an die Hand und stapft mit Mirko Bonné durchs "Seeland Schneeland". Die SZ sucht mit Raphaela Edelbauers "Dave" die Liebe in einer digitalen Welt. Dlf Kultur lernt von Tim Bouverie, was Chamberlain und Churchill im Umgang mit Hitler alles falsch gemacht haben. Außerdem begleitet er Joachim Lottmann durch die Corona-Krise, lästert über Identitätspolitik, Gott und die Welt und beschließt: Sterben war gestern.

Auferstehung als Schlossgespenst

04.03.2021 NZZ, SZ, Zeit und taz liegen mit Christian Kracht dem letzten Metaphysiker unter den Romanciers zu Füßen. Die Zeit begeistert sich außerdem für ein ukrainisches Kinder-Sachbuch über das Sehen. Die taz feiert Taiyo Matsumotos "Sunny"-Reihe als Ereignis unter den Manga-Erscheinungen. Die SZ lernt mit Christina Pareigis' Susan-Taubes-Biografie eine Intellektuelle vom Rang einer Susan Sontag kennen. Die FAZ lässt sich von Olivia Manning ins britische Edelmilieu in Bukarest kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs entführen.

Düfte, Klänge und Pelz

03.03.2021 Dlf fragt sich nach "Eurotrash" begeistert: Wer ist der Christian und wer ist der Kracht? Die SZ attestiert dem Autor Alem Grabovac: Die Entscheidung für "Das achte Kind" war richtig. Die NZZ sehnt sich nach der Lektüre von Barrie Koskys Erinnerungen nach einem Opernbesuch.  FAZ und Dlf Kultur staunen, wie gut der Münchner Benedict Wells sich in Missouri auskennt.

Die Zweifel der Kirche am Chloroform

02.03.2021 Mit angehaltenem Atem folgt der Dlf Mark Honigsbaum durch "Das Jahrhundert der Pandemien". Dagegen kann die FR Ronald Gerstes Medizingeschichte "Heilung der Welt" empfehlen. Mit Paavo Matsins Roman "Gogols Disko" macht sie sich daran, das baltische Trauma zu überwinden. Die NZZ lobt Arno Camenischs traurig-schönen Graubünden-Roman "Der Schatten über dem Dorf". Und die SZ kehrt mit Gertrud Leuteneggers "Späteb Gästen" ins Tessin zurück.

Und elektrische Schafe

01.03.2021 Der Dlf feiert eine Neuausgabe von William Gibsons Cyberpunk-Klassiker "Neuromancer", in dem der Münzfernsprecher zur Grometapher wird. Als Grundlagenwerk zur Künstlichen Intelligenz rühmt die SZ Murray Shanahans "Die technologische Singularität", das ihr auch erklärt, warum ein Maschinenbewusstsein möglich ist. Die FAZ fragt, ob Algorithmen der Rechtsfindung dienen können. Die NZZ schwärmt mit Jan Roß von Boris Johnsons wuscheligem Upperclass-Charme. Und der DlfKultur blickt mit Reinout van den Bergh auf das kamerunische "Ebounja".

Uralte Gretchenfragen

27.02.2021 Die FAZ liest gespannt Eliot Higgins’ Insiderbericht über Bellingcat. Die taz lässt sich von Sophy Roberts auf einer Reise zu „Sibiriens vergessenen Klavieren“ mit „Pianomanie“ anstecken. Mit Raphaela Edelbauers KI-Roman „Dave“ denkt sie über Identität nach. Der Welt fehlen angesichts der Sprachkraft, mit der Claudia Durastanti ihre Lebensgeschichte als Kind gehörloser Eltern aufschreibt, die Worte. Dlf-Kultur bewundert mit Michael McCarthy die Schönheit von Falterschwärmen und lernt von Andreas Eckert, dass Sklaverei in der Menschheitsgeschichte eher die Regel als die Ausnahme war.

Durchtränkt von der Idee des Siegens

26.02.2021 Die SZ ist tiefbeeindruckt von Yishai Sarids wuchtigem und "kristallklarem" neuen Roman "Siegerin".  Außerdem gibt's in der SZ neue Kinderbücher zu Modethemen wie Künstlicher Intelligenz und Kapitalismuskritik. Dlf Kultur steht etwas ratlos vor Sharon Dodua Otoos Roman "Adas Raum". Die FAZ bespricht unter anderem kunsthistorische Neuerscheinungen.

Einen Elefanten versenden

25.02.2021 Die FAZ taucht mit Hilary Leichters sozialkritischer Groteske „Die Hauptsache“ ein in die Trostlosigkeit der Lohnarbeit in den USA. Trost findet sie hingegen mit Chisako Wakatake in Tokyo. Die NZZ erfährt Glück mit Miklos Szentkuthy im Venedig Casanovas. Die FR lauscht angetan Alfred Brendels und Peter Gülkes Gesprächen über Schubert und Beethoven. Die Zeit denkt mit den kraftvollen Essays von Jia Tolentino über Selbstinszenierung nach. Dlf Kultur entdeckt mit Ulrich Peltzer die Liebe im Postpunk-Berlin der Achtziger und erfährt von Beate Hausbichler, wie der Feminismus verkauft wurde.

Befreiung mit Puppen

24.02.2021 Die FAZ kämpft mit Josef Albers in Charles Darwents Biografie für die Bauhaus-Idee und gegen unliebsame Kollegen. Mit T.C. Boyles Affen Sam erschafft sie ein Monster. Die SZ steigt in gleich drei neuen Werkausgaben auf die ungezähmten Pferde der Barockdichterin Sibylla Schwarz. Die FR erinnert sich mit Felicitas Hoppe in „Fieber 17“ an Kindheitstage. Die taz entdeckt auf den Fotos von Brigitte Tast Urszenen der 68er. Und der Dlf setzt mit Marica Bodrozic zu hoffnungsvollen Gedankenreisen im Lockdown an.

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