8046 Bücherschauen - Seite 114 von 805

07.10.2022 Erschüttert und gespannt liest die FR Lize Spits Geschichte einer Depression. Der Dlf Kultur nähert sich mit dem Physiker Guido Tonelli geradezu spielerisch dem Phänomen der Zeit, versinkt mit Stephan Krass in "Radiozeiten" und blickt mit Gunilla Palstierna-Weiss in den Abgrund des Todes. Die FAZ lernt mit Rosa Schapire die Förderin von Karl Schmidt-Rottluff kennen. Stutzig macht sie, dass sich Francis Fukuyama in seinem neuem Buch mit keinem Wort mit seinem Bestseller auseinandersetzt.

06.10.2022 Als Riesenentdeckung feiert die FAZ die Europa-Berichte des afroamerikanischen Soziologen W. E. B. Dubois. Linda Boström Knausgard ist ihrem Mann mindestens ebenbürtig, hält die NZZ nach der Lektüre des beklemmend schönen Romans "Oktoberkind" fest. Nachdrücklich empfiehlt die SZ Jörg Bongs Gesang auf die deutsche Revolution 1848. Der Dlf tritt mit Rolf Haufs eine Erinnerungsreise in die Westberliner Exklave "Steinstücken" an.

05.10.2022 Roman eines Radiomoderators und doch viel mehr als ein Musikroman ist Juri Andruchowytschs "Radio Nacht", nämlich ein Roman über Dissidenz und die postsowjetischen Länder, versichert euphorisch die taz. Reinstes Leseglück findet die FR in einer vierbändigen Anthologie spanischer und hispanoamerikanischer Lyrik. Dlf Kultur erkundet mit Stefan Mosters "Das Fundament des Eisbergs" durchfroren aber glücklich die Arktis. Die FAZ durchlebt mit Rafael Chirbes' Tagebüchern das Drama des sich als ungenügend empfindenden Schriftstellers.

04.10.2022 Die SZ spürt in Büchern von Sabine Adler und John Sweeney nach, wie Putin zum perfiden und grausame Herrscher aufstieg und wie Deutschland dabei mithalf. Der DlfKultur verfällt mit Ray Lorigas Roman "Kapitulation" der Verlockung des Konformismus. Die FAZ liest Krimis, darunter Cherie Jones' schaurige Geschichte aus Barbados "Wie die einarmige Schwester das Haus fegt".

01.10.2022 Vielleicht hätte sich der NSU verhindern lassen, hätte man seinen Vorgänger im Geiste, die sogenannte "Wehrsportgruppe Hoffmann" ernster genommen, überlegt die taz nach Lektüre von Uffa Jensens "Ein antisemitischer Doppelmord". Die FAZ liest gebannt Giles Miltons Geschichte vom "Inferno von Smyrna". Die Welt fällt mit dem Erzählband "Melancolia" unvermittelt in den Erzählkosmos Mircea Cartarescus. Der Dlf verliert sich mit Lara Williams' "Die Odyssee" im gruseligen Alltag einer Angestellten auf einem Kreuzfahrtschiff.

30.09.2022 Mit Bewunderung liest DLf Kultur Ander Izagirres "Der Berg, der Menschen frisst", eine Geschichte Boliviens, seiner Rohstoffe, seiner Menschen und der kolonialen Ausbeutung. Ebenfalls Dlf Kultur empfiehlt Jonathan Moores in der Poe-Tradition stehenden Thriller "Poison Artist". Die FR empfiehlt Volker Reinhardts Biografie des Aufklärers Voltaire, dessen Menschenbild aktueller denn je sei.

29.09.2022 Die NZZ empfängt wertvolle "Lektionen" über das Erinnern aus Ian McEwans gleichnamigem Roman. Die taz amüsiert sich mit Annabelle Hirschs Geschichte der Frauen in 100 Objekten. Die Zeit lernt, wie wandelbar der Begriff des Tyrannen ist. Die FAZ erkennt mit Johannes V. Jensens "Neuen Himmerlandsgeschichten" die Folgen der technischen Moderne in der dänischen Provinz.

28.09.2022 Die FAZ fährt mit Dörte Hansen "Zur See" und gerät aufs Angenehmste in mittelschweres Gewässer. Die FR verbringt mit Ulla Hahn "Tage in Vitopia" und nimmt von Ian McEwan gerne ein paar "Lektionen" mit. Die NZZ prüft Paul Lendvais "Vielgeprüftes Österreich, und dem Deutschlandfunk begegnet mit Gunilla Palmstiernas "Eine Europäische Frau" (und Gattin Peter Weiss').

27.09.2022 Als Lehrstück in großer Kunst empfiehlt die FAZ Uwe Schneedes Geschichte des modernen Selbstporträts "Ich!". Von Nils C. Kumkar lernt sie, dass "Alternative Fakten" nicht auf eine andere Wahrheit zielen, sondern auf die Sabotage der Kommunikation. Die SZ spürt mit Anna Burns und Emilie Pines nach, welche Schäden politische Gewalt und patriarchale Strukturen in einer Gesellschaft hinterlassen. Die FR nickt heftig, wenn Cesar Rendueles "Gegen Chancengleichheit" und für echte Gleichheit plädiert. Der Dlf versinkt mit Antonio Munoz Molinas "Tage ohne Cecilia" in sanfter Melancholie.

26.09.2022 Der Dlf erkennt trotz aller Fantastik, wie tiefsinnig und präzise Juri Andruchowytsch in "Radio Nacht" von den politischen Entwicklungen in der Ukraine erzählt. Lustvoll stürzt er sich auch auf "Die Stadt für alle", die Osamu Okamura, David Böhm und Jiri Franta aus Papierhäusern und Wattewolken errichten. Die FAZ liest Kinderbücher: Ganz hingerissen ist sie von der freundlichen Lakonie, mit der Tom Gauld vom kleinen Holzroboter und seiner Baumstumpfprinzessin erzählt. Als starke Erzählung über das Abschiednehmen lobt sie auch Nikola Huppertz' "Unser Sommer am See".