Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Dichten gegen den Uhrzeigersinn

20.03.2026 Die FR blickt mit Paul Ingendaay über Picassos, Hemingways und Orwells Schultern auf den Spanischen Bürgerkrieg und lernt Haltung in Kriegszeiten. Wunderbar unzeitgemäß findet die FAZ die neuen Gedichte von Mirko Bonné. Erfrischend und scharfsinnig erklärt Jörg Baberowski die Krise der Demokratie, meint die NZZ. Der Dlf verliebt sich dank Gustav Seibt noch einmal ganz neu in Goethe. Und die taz verdankt Daniel Jonas Roche und Andrew Santa Lucia ein "Standardwerk antifaschistischer Ästhetik". 

Heilen kann Literatur nicht

19.03.2026 Die FAZ lernt von Thomas Bedorf zwischen Situiertheit und Positionierung zu unterscheiden. Mit Ewald Iljenkow spekuliert sie über einen neuen Aggregatzustand der Menschheit. Die FR erlebt mit Slobodan Snjader ein halbes Jahrhunder jugoslawische Geschichte in einem Mietshaus. Als anregendes Stück Diskursgeschichte würdigt die Welt die neue Ausgabe der Zeitschrift für Ideengeschichte, die sich ganz Judith Butler widmet. Einen gelungenen "unsentimentalen Heimatroman" verdankt der Dlf Lukas Rietzschel.

Exquisite Empfindlichkeit

18.03.2026 Die FR bewundert, wie Ursula Le Guin aus Vergils stummer "Trophäenbraut" Lavinia eine selbstbewusste Königstochter macht. Die taz streift mit Elli Unruh durch die kasachische Steppe und trifft eine Familie von mennonitischen Russlanddeutschen. Die FAZ ist rundum begeistert von Elias Hirschls Roman "Schleifen", der Fakt und Fiktion auf brillante Weise verknüpft. Dlf Kultur taucht gerne in die traumartige Logik Ben Lerners ein, dessen Roman-Kosmos von Smartphones über die Pandemie bis zur Glaskunst reicht. 

Philosophische Himmelsbetrachtung

17.03.2026 Die FAZ schwebt mit Jakob Moser und Lukrez auf Wolken. Mit Caroline Amri und den Saint-Simonistinnen geht sie gegen klassenvergessenen Feminismus auf die Barrikaden. Die FR ist beeindruckt von Lilli Tollkiens "Mit beiden Händen den Himmel stützen" über eine Kindheit im linken Kreuzberg der Achtziger. Die SZ lässt sich auf eine toxische Beziehung mit Dana von Suffrin ein. Die taz erfährt von Beatriz Colomina und Mark Anthony Wigley, wie wichtig Bakterien für die Architektur sind. 

Man liebt, weil man liebt

16.03.2026 Dlf findet Matthias Nawrats neuen Roman "Das glückliche Schicksal" über die Gräuel der sowjetischen Arbeitslager "dunkel und großartig". Die SZ zieht aus Christian Goeschels und Daniel Hedingers Buch über die Appeasement-Politik Chamberlains Lehren für die Gegenwart. Dlf Kultur verguckt sich in Thomas Hettches Roman über das wahre Wesen der Liebe. Außerdem ist er beeindruckt von Daniel Zipfels Roman "Walküre", in dem ein Asylrechtsanwalt vor ein zermürbendes moralisches Dilemma gestellt wird. 

Augenspiel der Liebe

14.03.2026 Die FR empfiehlt wärmstens Andrea Brills Biografie der Emilie du Chatelet, die so viel mehr war als die Geliebte Voltaires: nämlich eine geniale Mathematikerin, Physikerin und Philosophin. Beeindruckt ist sie auch von Iryna Fingerovas autobiografischem Roman "Zugwind", der vom Leben und den Ängsten einer jüdischen Ukrainerin in Deutschland erzählt. Die SZ folgt amüsiert Jens Sparschuhs "Waldmeister", den es als Koch in ein Restaurant in Brandenburg zieht. Die taz liest interessiert Christoph Links' Geschichte der verschwundenen Verlage in der DDR. Die Welt feiert mit Thomas Hettche die Liebe als Himmelsmacht. Die Notizen zur FAS-Beilage finden Sie hier. Die FAZ- und SZ-Beilagen werten wir in den nächsten Tagen aus.

Betörenlassen braucht Zeit

13.03.2026 Die FAZ folgt dem Kunsthistoriker Joseph Imorde interessiert dabei, wie er in sechs Fallstudien Benjamins Vision einer Demokratisierung der Kunst zerlegt. Von Christoph Links erfährt sie, weshalb so viele DDR-Verlage verschwanden. SZ und FR lesen berührt, wie einfach und weise sich Siri Hustvedts an Paul Auster erinnert. Die NZZ staunt, mit wieviel Witz die Ukrainerin Iryna Fingerova vom Alltag im deutschen Exil schreibt. Dlf Kultur lernt von Tupoka Ogette, wie man Rassismus trotzt. Und der Dlf begibt sich mit Maylis de Kerangal gern ins erzählerische Dickicht.

Am Ende wird ein Mensch sichtbar

12.03.2026 Die FAZ schmökert in Pierre Michons "Wintermythologien", die Religiöses mit Irdischem verbinden: erstklassige Literatur, lobt sie. Außerdem vertieft sie sich in Joscijka Abels historischen Roman über den Architekten Bernardo Rossellino und die Welt der Frührenaissance. Die NZZ ist begeistert von den Memoiren Liza Minellis, die von ihrer komplizierten Beziehung zur Mutter Judy Garland erzählen. Dlf gibt sich dem "großen Assoziations- und Sprachstrom" hin, den Laura Freudenthaler in ihrem Roman "Iris" erschafft. Die Notizen zur Zeit-Beilage finden Sie hier.

Flagrante Spuren wie Lockrufe

11.03.2026 Die FR geht mit Uwe Kolbe auf eine poetische Reise entlang der Elbe. Die FAZ durchlebt mit Hu Anyan die Odysee der Niedriglohn-Arbeit in China. Wolfgang Brenners Kulturgeschichte des Kochens schmeckt ihr leider nicht so gut. Die NZZ setzt sich mit Ronen Steinke für Meinungsfreiheit ein. Dlf Kultur erfährt von Tupoka Ogette, wie es war, als Schwarzes Kind in der DDR aufzuwachsen. 

Faselhans - Tanz - Eleganz

10.03.2026 Die FAZ freut sich über "Wortschöpfungseifer" und "Enjambementhunger" im neuen Gedichtband von Norbert Hummelt. Außerdem sieht sie in Sigrid Undsets Roman über das Waisenkind Olav Audunssohn und die schöne Ingunn Seinfinnstochter ein großes Werk norwegischer Erzählkunst. Die SZ flaniert mit Martin Mulsow und Dirk Sangmeister durch das intellektuelle Gotha um 1800. Die taz bekommt von Klaus Abelmann, Detlef Max und Hollow Skai jede Menge Punk-Anekdoten mit Hannover-Bezug serviert. Dlf lernt von Franziska Pfister, wie rassistisch die DDR war. 

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