Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Literarische Weltenerfinder

01.04.2026 Die FAZ ist restlos begeistert von Anjet Daanjes Roman "Das Lied von Storch und Dromedar", eine so originelle wie dunkle Hommage an die Schwestern Brontë. Mit Tomer Gardi folgt sie dem eritreischen Rider Filmon, der für einen Hungerlohn in Israel Essen ausfährt. Die Zeit vertieft sich in die Tagebücher von Monika Maron, die das Dagegensein nie aufgegeben hat. Dlf Kultur empfiehlt Nicola Denis Roman "Wo die Kaffeekirschen leuchten", der ins Kolumbien der fünfziger Jahre führt. 

Comédie humaine des Ostens

31.03.2026 Die FAZ trifft in Stefan Müller-Doohms Essays über das intellektuelle Frankfurt Adorno und Habermas. Die SZ rebelliert mit Marc-Uwe Klings kommunistischem Känguru gegen den Zustand der Welt. Die NZZ neigt das Haupt vor Josef Winkler und seinem Anti-Heimatroman "Das Glück ist ein Engel mit ernstem Gesicht". Dlf lässt sich von Jill Lepore die Geschichte der amerikanischen Verfassung erzählen. Und Dlf Kultur verliebt sich mit Lara Rüters in Schimpansen, Gorillas und Orang-Utans.

Welt unerfüllter Sehnsüchte

30.03.2026 Die SZ applaudiert Jennette McCurdys unterhaltsamer und wütender Geschichte über eine Siebzehnjährige, die eine Obsession für einen viel älteren Mann entwickelt. Von Andreas Fulda lernt sie außerdem, was passieren würde, wenn China nächstes Jahr Taiwan angreift. Die NZZ entdeckt mit Chris Blackwells "Als die Boxen in den Bäumen hingen" über das Label Island Records ein spannendes Kapitel MusikgeschichteDlf Kultur empfiehlt Rachid Benzine "Der Buchhändler von Gaza". 

Kein "stakkato", sondern ein "legato"

28.03.2026 Wer einmal im Schwarzwald steckt, kommt nicht so leicht heraus - zumindest dem Leser macht das aber Spaß, versichern FAS und FAZ zu Hannah Häffners neuem Roman "Die Riesinnen". Die SZ berauscht sich am  langsam nüchtern werdenden Erzähler in Christoph Peters' "Entzug".  Die taz amüsiert sich prächtig mit Dana von Suffrins "Toxibaby". Viele  Besprechungen widmen sich dem Thema Rechtsextremismus

Bedenkliche Schwebe

27.03.2026 Ein virtuoses Debüt empfiehlt die SZ mit Simon Chevriers Roman "Foto auf Anfrage", der einen schwulen Escort durch die Jahre der Pandemie begleitet. Die FR bekommt beim Blättern in Michael Rohers Bilderbuch Lust, mal wieder zu Fuß zu gehen. Der Dlf Kultur lernt von John Cassidy, dass eine Geschichte des Kapitalismus auch ausgehend von der Kritik am Kapitalismus gelingen kann. Und mit Paul Ingendaay blickt er aus der Sicht von Künstlern auf den Spanischen Bürgerkrieg.

Existenz als lebendiges Mahnmal

26.03.2026 Die FAZ bewundert die Nüchternheit, mit der Christoph Peters ein Leben mit Alkoholsucht beschreibt. Zum zeitgenössischsten Roman der Saison erklärt die FR Dana von Suffrins "Toxibaby". Erschreckend aktuell findet die SZ Jacqueline Harpmans 1995 erschienene Dystopie über 39 Frauen, die in einem Keller gefangen sind. Was Handys und das Verschwinden von Erinnerung miteinander zu tun haben, lernt die Zeit von Ben Lerner. Und der Dlf liest gebannt die absurden Erzählungen von Stig Dagerman.

Knisternde Nervosität

25.03.2026 Die NZZ ist begeistert von Birgit Birnbachers leichtfüßiger Road-Novel "Sie wollen uns erzählen", die liebevoll den Nonkonformismus feiert. Die FAZ deckt mit Christopher Clark einen Sex-Skandal im alten Preußen auf. Die SZ lässt sich von Manfred Pfisters Prachtband über die Englische Renaissance verführen. Dlf liebt und leidet mit dem Paar aus Kjell Westös "Dämmerung" über die finnisch-sowjetischen Kriege. Und Dlf Kultur staunt über E.M. Forsters "eigentümlichen" Roman "Die längste Reise", der 119 Jahre nach seiner Veröffentlichung ins Deutsche übertragen wurde. 

Dämonische Debattierrunde

24.03.2026 Die FAZ ist überwältigt von Viktor Jerofejews Roman "Die neue Barbarei", in der sie der russischen Schuld als junger Frau begegnet. In Lyse Doucets "Hotel Kabul" erlebt sie die wechselvolle Geschichte Afghanistans, von den goldenen Jahren bis zu den Taliban. Die FR applaudiert Safae el Khannoussi und ihrem Roman "Oroppa" über die jüdisch-marokkanische Künstlerin Salomé. Die SZ ist hocherfreut, dass man Nawal El Saadawis Feminismus-Klassiker "Die Frau und Sex" endlich auch auf Deutsch lesen kann. Dlf Kultur lobt Cecile Wajsbrots "Offener Himmel" als feinsinniges Kunstwerk über die Trauer. 

Kunst als Zumutung

23.03.2026 Die SZ erkennt in der Heldin aus Madame Nielsens "Das Zeitgeisterhaus" über einen Theater-Skandal die Autorin selbst. "Kann man nich meckern", freut sich die Welt über Lea Streisands "Dialekt-Duden" über das Berlinerische. Die FAZ entdeckt neue Kinder- und Jugenbücher: Mit Antje Herdens kleinem Helden begibt sie sich auf die Suche nach den wirklich wichtigen Dingen im Leben, Ada Diagne erzählt ihr in "Baobab" von einem weißen Mädchen, das in einer schwarzen Dorfgemeinschaft an der westafrikanischen Küste aufwächst.

Ganz normale Dramen

21.03.2026 Die NZZ verweigert sich mit Hayat Erdogan der Rastlosigkeit des Zeitgeists. Die FAZ lässt sich von Dirk Baecker und Anna-Verena Nosthoff Spannendes zum Thema Digitalisierung beibringen. Die taz entlarvt mit Martin Warnke KI-Gläubigkeit als "magisches Denken im wörtlichen Sinn". Die SZ ist begeistert von Lukas Rietzschels neuer "Ost-Etüde in Moll". Und die FR fühlt sich wohl in Elizabeth Strouts Roman "Erzähl mir alles". 

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