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09.03.2026 Die NZZ ist entzückt von Elias Hirschls neuem Roman "Schleifen", der vor verrückten Ideen nur so sprüht. Die SZ vertieft sich in Klaus Kellmanns Buch über die deutsch-französischen Beziehungen, in dem Frankreich gar nicht mal so gut wegkommt. Die FR schwärmt von Robert Menasses Roman "Die Lebensentscheidung". Dlf ist begeistert, wie feinsinnig Helene Bukowski von einer jungen Pianistin erzählt, die am System DDR zerbricht. Dlf Kultur empfiehlt Fatima Daas' "Spiel das Spiel" über eine Jugend in der Pariser Banlieue.

07.03.2026 Die
FAZ erkennt in
Peter Nadas’ flirrenden Fotografien das „Gleißen der Göttlichkeit“. Zum neuen Standardwerk erklärt sie außerdem das Buch über „Bibliophilie“ des Mainzer Buchwissenschaftlers
Ernst Fischer. Die
NZZ bewundert, wie
Johanna Bator einmal mehr die Traumata ihrer schlesischen Heimat in abgründigen Texten verarbeitet.
Dlf Kultur kehrt mit der Journalistin
Lyse Doucet ins Hotel Kabul ein und lernt Afghanistan als „Mosaik der Residenz“ kennen. Die Notizen zur Beilage der
Literarischen Welt finden Sie hier.

06.03.2026 Die FAZ macht sich in Band 4 der Kritischen Gesamtausgabe mit Walter Benjamin Gedanken über Goethes Wahlverwandtschaften. FR und FAZ kurven mit Esther Schüttpelz' rätselhafter Heldin durch die Nacht. Erschüttert liest die FR, was Adrian H. Koerfer über seine Jugend an der Odenwaldschule erzählt. Und Dlf Kultur folgt in Peggy Mädlers Roman "Selbstregulierung des Herzens" Figuren, die versuchen in der Mangelwirtschaft zurechtzukommen.

05.03.2026 Die FAZ lernt in Mahmoud Jarabas "Die Clans aus al-Rashidiya" eine Menge über Clankriminalität und ihre neueste Generation. Ebenfalls empfehlen kann sie Christina Struncks Familienmemoir "Die Aufsteiger" über eine Unternehmerfamilie in der Nazizeit. Die Zeit liest Jörg Baberowskis AfD-Entwarnung "Am Volk vorbei" mit Zustimmung und Kritik. Die taz feiert nun auch Anja Kampmanns Sankt-Pauli-Roman "Die Wut ist ein heller Stern".

04.03.2026 Die NZZ blickt fasziniert in die Memoiren Banines, der Geliebten von Ernst Jünger, die ihn auch anhimmelte, wenn er sie Briefe zu anderen Geliebten bringen ließ. Wie geschliffen Liz Moore vom dicken Literaturprofessor Arthur erzählt, gefällt der FR. Die FAZ mag, dass Thomas Lang in seinem Melville-Roman mehr auf Eigensinn statt auf Gefälligkeit setzt. Dlf Kultur entdeckt mit Miroslav Hlauco einen großen tschechischen Erzähler. Und der Dlf stimmt sich mit Dita Zipfel auf den Sommerurlaub ein.

03.03.2026 Die FAZ versinkt in Volker Reinhardts Rousseau-Biografie, in der sie einen großen Selbstdarsteller kennenlernt. Als eine der interessantesten politischen Figuren der Gegenwart erscheint ihr hingegen Viktor Orban nach der Lektüre von Stefano Bottonis neuer Biografie. Die NZZ lässt sich von der Historikerin Ute Daniel über die Finanzpolitik der Weimarer Republik aufklären. Die taz verfällt der Fabulierlust von Ken Keseys dystopischem Seemannslied. Und Dlf Kultur lernt von Norbert Sachser und Niklas Kästner, dass Nachtigallen versuchen, Autos zu übertönen.

02.03.2026 "Alle belebten Dinge halten den Atem an" in Charlotte Mews Lyrik, auch der Kritiker dieses Bandes in der NZZ: Brüche im Versmaß lassen Wahrheit beim Blick auf das Innere durchblitzen. Die SZ findet den Alarmismus im Essay "Was wollen wir?" des Bundeswehrobersts a. D. Roderich Kiesewetter in Ordnung und stellt sich unbequemen Einsichten in Sachen Russland. Die FAZ bespricht Krimis und staunt, dass sich der Held in Gianrico Carofoglios "Der Horizont der Nacht" seinen Abgründen stellt.

28.02.2026 "Das Ende vom Lied" ist ein Lied vom Anfang und vom Ende - der Deutschlandfunk ist begeistert von Michael Wildenhains Westberlin-Roman. Die taz sieht in Andrea Böhms "Fighting Like a Woman" nicht nur Frauen, die zurückschlagen, zu. Zugleich lernt sie in Son Lewandowskis Roman "Die Routinen" wie Mädchen beim Kunstturnen zugerichtet werden. Die FAZ lernt mit Lena Winkel zwar nicht "Tiere richtig zeichnen", aber dafür sehr viel über die faszinierenden Potenziale des Sachcomics.

27.02.2026 Die FR staunt, wie fortschrittspessimistisch und konservativ der junge Max Frisch war. Die Welt schunkelt zu Schlagern wie „Kann denn Liebe Sünde sein“ in Judith Kesslers Biografie über den Liedtexter Bruno Balz. Die FAZ findet es sogar interessant, wenn sich der Psychoanalytiker Massimo Recalcati bei seinem Abgleich der Bibel mit Freud verläuft. Außerdem begleitet sie Christopher Wimmer von Kurdistan bis zur Pariser Kommune und lernt, wie Gesellschaften entstehen. Und Dlf Kultur bewundert, wie einfühlsam Ludovic Lecomte von einem jungen Mann mit Angststörung erzählt.

26.02.2026 Kurz und knapp auf den Punkt gebracht: Die FAZ empfiehlt wärmstens Abbas Khiders Roman "Der letzte Sommer der Tauben" über das Leben in einem Gottesstaat. Dlf Kultur taucht mit Safia Al Bagdadis "Unser Haus mit Rutsche" in eine
fröhlich-multikulturelle Kindheit ein, in die plötzlich der religiöse
Wahn einbricht, und er saust mit Karl-Markus Gauß hellsichtig und
beschwingt durch Mitteleuropa. In Tomer Gardis Roman "Liefern" begleitet die Zeit mit viel Empathie Essenslieferanten auf der ganzen Welt. Sehr gut besprochen werden außerdem zwei Gedichtbände: Dagmara Kraus' "wille zur mache" (Dlf Kultur) und Renate Schmidgalls "Kein Verlass auf Uhren und Gestirne" (FAZ).