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23.06.2026 Die FAZ sieht in Cora Schmidt-Otts Biografie über Samuel P. Huntington eine spannende Verbindung von Intellektuellen-Biografie und US-Geschichte. Außerdem vertieft sie sich in Oskar Negts Aufzeichnungen zum Marxismus. Die taz liest gebannt, wie Susanne Heim die Fluchtwege jüdischer Menschen vor den Nazis bis nach Shanghai, Kobe und Sibirien nachvollzieht. Dlf ist beeindruckt von Esther Kinskis Nacherzählung des 3000 Jahre alten mesopotamischen Gilgamesch-Epos.

22.06.2026 Die NZZ lobt Mikhail Zygars Buch über den Zerfall der Sowjetunion, in dem nicht nur Staatsgrößen zu Wort kommen, sondern auch Regisseure und Rockstars. Die FAZ erfährt von Olivier Charpentier, dass der Schwanz des Pandas eine "Heizungsfunktion" hat. Mit Daniela Dröschers jugendlichen Heldinnen kämpft sie gegen Männer und Kapitalismus. Die FR verbringt eine vergnügliche Lektüre mit Elsemarie Maletzkes Buch über eine Gärtnerin mit "Gefängnisvergangenheit". Und Dlf rauscht mit Christiane Adlung durch einen französischen Sommer der Vergangenheitsbewältigung.

20.06.2026 Die FAZ ist beeindruckt, wie Tanja Sljivar die Geschichte Serbiens anhand von ideologischen Grabenkämpfen im Belgrader Nationaltheater erzählt. In Monika Marons Tagebüchern begegnet sie vergnügt "Handwerkerfressen" und "Großköpfen". Die SZ kommt Ingeborg Bachmann in den Büchern von Fleur Jaeggy, Dieter Burdorf und Andrea Stoll näher. Die taz sieht in Yossi Klein Halevis Band "Briefe an meinen palästinensischen Nachbarn" ein Zeichen der "Großzügigkeit, Souveränität und Stärke". Dlf steppt mit Ewald Arenz auf der Suche nach einer alten Liebe an die irische Steilküste.

19.06.2026 Die NZZ fängt sich eine Ohrfeige ein, wenn Elfriede Jelinek Fuchs, Esel und "Piketty" gurrende Tauben über den Kapitalismus sinnieren lässt. Etwas aus der Zeit gefallen und doch so wichtig findet die SZ Roya Sorayas Blick auch auf die Schönheit des Iran. Der Dlf erfährt von Mascha Malburg und Joshua Schultheis, was Juden in Deutschland bewegt. Und Dlf Kultur hebt Elisa Hoven spätestens mit ihrem neuen Roman in den Himmel dichtender Juristinnen.

18.06.2026 Die FAZ bewundert, wie behutsam Kathrin Zipse sich in "Moosland" den knorrigen Isländern nähert. Die FR vertieft sich mit Stefan Müller-Doohm anhand der Denker der Frankfurter Schule in die intellektuelle Geschichte Frankfurts. Die Zeit empfiehlt neue Bachmann-Biografien. Die NZZ lernt von dem Historiker Matthias Uhl, wie stark Russland überhaupt noch ist. Der Dlf spaziert beglückt mit Catherine Guérard und einer Baccararose durch Paris. Und Dlf Kultur erfährt von Florian Butollo: KI macht nicht weniger, sondern mehr Arbeit.

17.06.2026 Die FAZ studiert mit Armin Osmanovic die Beziehungen zwischen Frankreich und Westafrika über die Jahrhunderte. Dlf Kultur beugt das Knie vor dem nicaraguanischen Schriftsteller und ehemaligen Vizepräsidenten Sergio Ramirez, der in seinen Erzählungen die Verbrechen der Ortega-Diktatur anprangert. Bei Mkrtitsch Armen wohnt er gespannt dem Streit zweier armenischer Architekten bei. Die SZ fragt mit Jan-Werner Müller, wie man demokratisch baut.

16.06.2026 Die FAZ lobt Rachel Khongs temporeichen Roman über die Mitglieder einer in New York lebenden chinesischen Einwandererfamilie. Von Detlef Pollack lernt sie, was religiöse Fundamentalisten in aller Welt gemeinsam haben. Die NZZ schwebt in Gaito Gasdanows melancholischen Erzählungen zwischen Existenzialismus, Traum und Wirklichkeit. Die SZ rast mit Claire Kalands und Sandrine Kerions Graphic Novel durch die Geschichte des Krimis. Dlf schwärmt von Bruno Pellegrinos Essays über das Glück des Sammelns und Bewahrens.

15.06.2026 Die SZ fährt mit Niklas Weber in der "Holzklasse" Bahn. Die SZ lobt, wie John Cassidy die Geschichte des Kapitalismus entlang seiner Kritiker erzählt. Die NZZ liefert sich mit Zofia Nalkowskas Sanatorium-Insassen erotische und nationale Scharmützel. Die FAZ lobt, wie Annette Schuhmann Frauen mit DDR-Hintergrund zu Wort kommen lässt. Dlf brütet mit Kohei Saito über den "Ruinen des Kapitalismus".

13.06.2026 Prosopagnosie ist die Unfähigkeit, Gesichter zu erkennen. Die taz preist Anna Felnhofers Roman "Prosopon" als virtuosen Versuch, dieser Blindheit eine Gestalt zu geben. Ebenfalls die taz findet, dass Hans Pleschinskis Roman "Bildnis eines Unsichtbaren", der neu aufgelegt wurde, die Zeit sehr gut überstanden hat. Deutschlandfunk Kultur liest Yevgenia Belorusets' Stück "Zündhölzer"als düsteres Gleichnis des aktuellen Krieges in der Ukraine. Der Deutschlandfunk ist heilfroh, dass John Fowles' monumentaler Roman "Magus" auf deutsch erscheint.

12.06.2026 Bewegt liest die FAZ Korrespondenzen zwischen Autorinnen im Exil und ihren deutschen Kolleginnen. Amos Oz lernt sie in dessen Essays und Reden einmal mehr als kritischen Geist kennen. Als kritische Außenansicht und facettenreiche Innenansicht empfiehlt Dlf Kultur Hamza Abu Howidys "Muscheln am Strand von Gaza". Bestens unterhalten und zugleich gut informiert über das Verhältnis zwischen Griechenland und Polen während des Kalten Krieges wird Dlf Kultur durch Maciej Siembiedas historischen Kriminalroman "Katharsis". Die SZ lernt von Mikhail Zygar, was der Untergang der UdSSR mit Russlands Zukunft zu tun hat.