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06.04.2022 Die FAZ sieht die bundesrepublikanische Society leuchten auf den Fotos von Roger Fritz. Außerdem freut sie sich, dass Jacques Vallès' naturalistischer Klassiker "Das Kind" wiederaufgelegt wurde. Dlf Kultur blickt mit Delphine de Vigan in die Abgründe von Influencern, die ihre Kinder ausbeuten. Mit Michael Pollans Kulturgeschichte psychoaktiver Pflanzen macht er Selbstversuche ohne Kaffee, aber mit Schlafmohn. Und die taz fragt mit Mark Schieritz: Wer ist Olaf Scholz?

05.04.2022 Die FAZ lässt sich von Philipp Matheis darlegen, wie die deutsche Politik über Chinas Vernichtung der Uiguren hinwegsieht, um der Autoindustrie nicht zu schaden. Die Welt lernt von Juliane Marie Schreiber, das euphorisierte Menschen eher zu Gewalt neigen als deprmierte. Der Dlf setzt mit Ulrich Eberl auf die Technologie als "Unsere Überlebensformel". Die SZ bewundert die Kombination aus Feinfühligkeit und Unsentimentalität in Afonso Reis Cabrals Roman "Aber wir lieben dich". An Gerald Murnanes meisterlicher Metafiktion "Inland" beißt sie sich mit Freude die Zähne aus.

04.04.2022 Wundervoll findet die FR Irene Solàs polyphonem Roman "Singe ich, tanzen die Berge", der von den Pyrenäen und ihren Bewohnern erzählt, von Franco-Flüchtlingen und Frauen, die als Hexen verfolgt wurden. Die FAZ stürzt sich mit Herman Heijermans' "Duczika" ins Berlin des Jahres 1912. Die SZ lernt von Martin Sabrow, wie die Organisation Consul den Mord an Wather Rathenau in Auftrag gab. Als eines der schönsten Sachbücher des Jahres feiert die taz Christian Grataloups "Erfindung der Kontinente". Der DlfKultur liest bei John Keegan nach, was eine "Kultur des Krieges" sein könnte.

02.04.2022 Anne Tyler setzt mit "Eine gemeinsame Sache" ihre Kunst des Generationenromans fort. FAZ und Dlf Kultur schätzen ihn für seine ruhige Präzision. Ebenfalls in der FAZ wird Paul Mendes-Flohrs Biografie über Martin Buber empfohlen. Die SZ ist gespannt, wie die deutsche Erinnerungskultur mit Joshua Cohens Roman "Witz" umgehen wird, der sich dem feierlichen Ernst offiziellen Holocaust-Gedenkens widersetzt. Die taz bleibt wach mit Jochen Schimmangs "Laborschläfer"

01.04.2022 Die FR macht’s kurz: Craig Browns Beatles-Buch hält sie für eine Wucht. Die SZ lässt sich gebannt in den höllischen Raum ziehen, den Julia Schoch in ihrem Roman „Das Vorkommnis“ öffnet. Die FAZ lernt von Annekathrin Kohout: Dem Nerd von heute fehlt Kontur. Der Dlf sucht mit Walerjan Pidmohylnyj die Liebe im Kiew des Jahres 1925. Und Dlf Kultur betrachtet mit dem Psychoanalytiker Daniel Strassberg die Maschine als Spiegel des Menschen.

31.03.2022 Die FAZ staunt, wie kenntnisreich Marente de Moor die Lebensgewohnheiten in der russischen Provinz vor dem Hintergrund der zerfallenden Sowjetunion schildert. Mitreißen lässt sie sich auch von Wucht und Drastik in Oskar Loerkes "Oger". Die SZ birgt einen Schatz der postkolonialen Literatur mit Jacques Stephan Alexis' Romanfragment "Der Stern Wermut". Die Zeit behauptet sich mit den Oxforder Philosophinnen Elizabeth Anscombe, Iris Murdoch, Philippa Foot und Mary Midgley in der von Männern dominierten akademischen Welt der Fünfziger. Dlf lässt sich von Gerbrand Bakker im "Niemandsland" der Depression trösten.

30.03.2022 Die FAZ blickt mit Slata Roschal auf "153 Formen des Nichtseins" im Leben einer jüdischen Russlanddeutschen und entdeckt den Dostojewski der Gegenwart. Von Fatma Aydemirs grandiosem Roman "Dschinns" lässt sie sich gern mit Judith Butler traktieren. Die FR empfiehlt die Neufassung der Litten-Biografie von Knut Bergbauer, Sabine Fröhlich und Stefanie Schüler-Springorum. Dlf Kultur amüsiert sich prächtig mit Fran Lebowitz' Kolumnen über Rauchen, Reisen, Fitness und Friseurbesuche. Und der Dlf sieht staunend zu, wenn Tanguy Viel in der bretonischen Provinz "emotionale Sprengsätze" zündet.

29.03.2022 Die FAZ feiert Monica Alis Roman "Liebesheirat", der sie mit Witz, Empathie und Weltkenntnis besticht. Von György Dalos lernt sie das System Orbán zu durchschauen, und auch Eberhard Seidels türkisch-deutsche Kulturgeschichte des "Döner" weiß sie zu goutieren. Die taz lässt sich von Gregor Ritschel zu weniger Arbeit animieren. Der Dlf huldigt mit Norbert Hummelts "1922" der literarischen Moderne. Und der DlfKultur empfiehlt nachdrücklich Lucy Delaps globale Geschichte des Feminismus.

28.03.2022 Die FAZ erhascht mit Beatrice Alemagna den "kleinen großen Augenblick", in dem sich das flüchtige Glück zeigt. Mit Kenji Miyazawa reist sie intergalaktisch für eine Nacht in der Milchstraßenbahn. Die FR folgt den Sehnsuchtslinien von Judith Zanders plattdeutscher Minnelyrik "im ländchen sommer im winter zur see". Die SZ wappnet sich mti aktuellen Neuerscheinungen für Zeitenbruch, Future War und die neue Weltordnung.

26.03.2022 Hellauf begeistert ist die FAZ von Alain Damasios dystopischen Aktivistenroman "Die Flüchtigen". Empfehlen kann sie auch Olivette Oteles Geschichte "Afrikanische Europäer". Die FR lässts ich mitreißen von der Wucht, mit der Nino Haratischwili vom postsowjetischen Kriegsgrauen in Georgien erzählt. Sehr prägnant findet die taz Shulamit Volkovs Buch "Deutschland aus jüdischer Sicht", dem höchstens ein Kapitel über die DDR fehlt. Unanständig gute Laune macht ihr außerdem Mareike Fallwickls Roman "Die Wut, die bleibt" über weibliche Selbstaufopferung.