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20.04.2022 Die FAZ taucht mit dem Physiker Serge Haroche ein in die Geschichte des Lichts. Nach der Lektüre von Max Chafkins Peter-Thiel-Biografie befürichtet sie eine neue Ära Trump. Die NZZ verdankt Yael Inokai dichte Bilder aus der Psychiatrie. Dlf Kultur feiert ein philosophisches Fest mit dem Bilderbuch von Jürg Schubiger und Rotraut Susanne Berner. Mit Alice Grünfelders Notizen aus Taiwan erhält er interessante Einblicke in die Existenz eines "freien" Landes im Kulturkreis eines totalitären.

19.04.2022 Die FR lässt sich von Annette Kehnel erklären, wie Gemeinwohlökonomie im Mittelalter funktionierte. Mit Viktor Schklowski stürzt sie sich in das Berlin russischer Exilanten. Der Dlf liest Bernd Wagners Chronik aus den Jahren der Prenzlauer-Berg-Avantgarde als stummes Selbstgespräch. Die FAZ bespricht Hörbücher, darunter eine enorm spannende "Orestie" als Hörbuch und Bernadine Evaristos "Manifesto".

16.04.2022 FAZ und Dlf Kultur sind sich uneins über den neuen Knausgard: Dlf Kultur bewundert, wie klar und exakt Knausgard fantastisches Neuland vermisst, die FAZ verirrt sich ein bisschen zu oft. Die taz empfiehlt nachdrücklich Sudhir Hazareesinghs Biografie über Toussaint Louverture und bewundert den Mut von Karin Harrasser, die sich in Bolivien auf die Spuren von Monika und Hans Ertl begibt. Die SZ vernimmt mit der palästinensischen Schriftstellerin Adania Shibli eine leise, aber präzise Stimme im Nahostkonflikt. Und Dlf Kultur erfährt von Jakub Malecki, lange die verheerenden Auswirkungen eines Krieges fortdauern.

14.04.2022 Die SZ tänzelt mit Lucy Frickes hochaktuellem Roman auf dem diplomatischen Parkett. Die FAZ unternimmt mit Carl-Schmitt-Kenner Reinhard Mehring kenntnisreiche Exkursionen nach „Kafkanien“. Die taz empfiehlt heute Comics, darunter besonders Birgit Weyhes „Rude Girl“ über Rassismus und Rebellion an einer amerikanischen Uni. Furios findet der Dlf Brandon Taylors Kurzgeschichten über versagende Kommunikation. Und Dlf Kultur verbringt einen blutrünstigen Sommer mit Emmanuelle Bayamack-Tam.

13.04.2022 Der Dlf lässt sich mit Begeisterung von Fiston Mwanza Mujila nach Zaire entführen, mitten hinein in die Tanzkneipe "Mambo de la fete". Bahnbrechend ist Dipesh Chakrabartys Band über "Das Klima der Geschichte im planetarischen Zeitalter", versichert die Zeit. Viel Lob gibt es auch für Walerjan Pidmohylnyjs Roman über "Die Stadt" Kiew in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. Die SZ reist mit Diego Zunigas "Camanchaca" durch Chile bis an die peruanische Grenze, wo Kleidung und Zahnärzte noch billig sind. Die FAZ amüsiert sich mit den Briefen Adalbert Stifters.

12.04.2022 Die SZ feiert Alvaro Enrigues Roman "Jetzt ergebe ich mich, und das ist alles", der so brutal wie komisch von den Vernichtungkriegen gegen die Apachen erzählt. Der DlfKultur reist mit David Diop und dem Botaniker Michel Adanson den Senegal hinauf. Die FAZ ergründet mit Anke te Hessen und Thomas S. Kuhn die Geheimnisse revolutionärer Entdeckungen in der Quantenphysik. Der Dlf kaut an Juliane Rebentischs Hannah-Arendt-Buch "Der Streit um Pluralität"

11.04.2022 Allerhöchsten Respekt zollen FR und Dlf Sven Hanuschek für die Mammutaufgabe einer Arno-Schmidt-Biografie. Die SZ liest mit Interesse, wie unkonventionell der frühere Geheimdienstchef Ami Ajalon die Lage in Israel und Palaästina reflektiert. Der DlfKultur begeistert sich für Jill Lepores aufregende Geschichte von Wonder Woman als Sinnbild der amerikanischen Frauenbewegung. Gut gefallen ihr auch Anna Seghers Erzählungen "Und habt ihr denn etwa keine Träume".

09.04.2022 Die FAZ folgt Andrea Scrima von New York nach Berlin in eine traumatische Vergangenheit. Die FAS durchlebt mit Karl Ove Knausgards "Der Morgenstern" eine grandios verlaberte Meditation einer Endzeiterfahrung. Die taz wirft dem norwegischen Autor ausbeuterisches Schreiben vor. Dlf begibt sich mit Reporterin Gabriele Riedle in Dschungel, in Wüsten und in den Krieg. Dlf Kultur taucht mit Marie Gamillscheg in familiäre und ozeanische Untiefen.

08.04.2022 Die FAZ wird neugierig auf Meskalin dank Michael Pollans Kulturgeschichte psychokaktiver Pflanzen. Die FR liest bei Delphine de Vigan beunruhigt, was geschieht, wenn es in den sozialen Medien keine Trennung mehr zwischen Öffentlichkeit und Privatleben gibt. Glaubhaft wie ein authentischer Bericht erscheint dem Dlf Kultur Leonardo Paduras Roman über eine Gruppe junger Exil-Kubaner. Mit Jennifer Lucy Allan schwelgt er im durchdringenden, melancholischen Klang des Nebelhorns. Und die SZ empfiehlt heute Kinder- und Jugendbücher.

07.04.2022 Als angenehm liberale Studie empfiehlt die Zeit Kathleen Stocks feministische Kritik der Identitätspolitik. Als meisterlichen Roman über die „Sucht nach Geschichtsklitterung“ preist die FAZ Georg Gospodinovs Roman „Zeitzuflucht“ über ein Europa der inszenierten Vergangenheiten. Die FR lässt sich von Abdulrazak Gurnah auf „dünnes Deutungs-Eis“ führen und empfiehlt drei Bücher über Antisemitismus. Die SZ blickt mit Svetlana Alpers auf Walker Evans. Und der Dlf staunt über Jens Eisels höflichen Krimi über die Flugzeugentführung durch Dan Cooper.