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21.12.2021 Der DlfKultur staunt, wie poetisch und intensiv Anar Ali in ihrem Roman "Nacht der Bestimmung" aus dem Uganda Idi Amins erzählt. Die SZ bewundert Raffinesse und Melancholie in Elizabeth Strouts Roman "Oh, William!". Die taz spürt mit C.L.R. James "Schwarzen Jakobinern" den Weltgeist durch Haiti ziehen. Und die FAZ lernt von Anne Dufourmantelle, das Geheimnis zu lieben.

20.12.2021 Natur- und Kulturgeschichte wunderbar verbunden sieht die FAZ in Wilhelm Bodes Porträt der "Tannen". Der Mystik gibt sie mit Alois M. Haas' Hörbuch "Mein Geist hat sich verwildet" hin. Der Dlf bewundert, wie Robert Walser gegen sein eigenes Untergangspathos andichtet. Und der DlfKultur mit Michael Bröning, wie sich die progressive Linke vom Ideal der Freiheit verabschiedet.

18.12.2021 Die FAZ möchte nie wieder etwas wegwerfen nach Joanne K. Rowlings "Jacks wundersame Reise mit dem Weihnachtsschwein". Die FR tanzt mit Louise Glück ein Rondo. Die NZZ lernt von Valentin Groebner, wie die Freiheit des Ichs in die Neurose des Egos kippt. Die SZ blickt mit Artur Klinau auf die "Komfortzone" der Diktatur. Und der Dlf geht mit Garry Dishers Wyatt auf Beutezug.

17.12.2021 Die FR lässt sich von Philippe Jaccottet ein letztes Mal mit zu poetischen Sehnsuchtsorten nehmen. Der SZ erscheinen Deutschland und seine Corona-Debatte wie ein Witz verglichen mit den indischen Verhältnissen, die Arundhati Roy in ihren Essays anprangert. Außerdem empfiehlt sie dystopische Jugendromane. Die FAZ lässt sich von Dieter Grimm die "demokratische Ambivalenz" der Verfassungsgerichte erläutern. Dlf nimmt sich viel Zeit für Damon Galguts ausuferndes „Versprechen“. Und Dlf Kultur reist mit Giulia Corsalini und Tschechow im Gepäck von der Ukraine nach Italien.

16.12.2021 Viel Lob heute für Damon Galgut, der in "Das Versprechen" vom Niedergang einer weißen Farmerfamilie in Südafrika erzählt. Die SZ folgt mit dem sterbenden Dichter Matthew Sweeney dem Flug der Eulen. Außerdem werden drei Reportagebände vorgestellt: Cyrill Stieger erkundet in "Die Macht des Ethnischen" sichtbare und unsichtbare Trennlinien auf dem Balkan - ein Buch, das die NZZ jedem Europäer ans Herz legen möchte. Die SZ bewundert den teilnehmenden, aber doch klaren Blick George Orwells auf seiner Reise durch die Ruinen Deutschlands 1945. Und die Edition Tiamat sammelt zur Freude der FAZ in "Rasende Mitläufer, kritische Opportunisten" Reportagen, Porträts und Interviews des 1987 verstorbenen Spiegel-Reporters Christian Schultz-Gerstein.

15.12.2021 Gleich drei Gedichtbände werden heute empfohlen: die SZ freut sich über die Leichtigkeit, mit der Dirk von Petersdorff in "Unsere Spiele enden nicht" über die Schlurfigkeit seiner Teenager-Tochter schreibt oder einem Mohairpulli zu etwas Erhabenheit verhilft. Der Dlf lässt sich mit Farhad Showghis "Anlegestellen für Helligkeiten" in das iranische Kindheitstal und die rätselhaft schönen Sprachlandschaften des Autors führen. Die FAZ beobachtet in Heinrich Bölls Gedichtband "Ein Jahr hat keine Zeit", wie der Autor zu seiner Sprache findet. Außerdem neu: Die SZ erliegt dem Charme des ersten Marsupilamis.

14.12.2021 Ein bisschen militant, aber durchaus scharfsinnig findet die FAZ Andreas Malms ökoleninistische Streitschrift "Der Fortschritt dieses Sturms". Als tolles Porträt einer Epoche, in der leidenschaftlich über das Ich und andere Emotionen diskutiert wurde, feiert die taz Helmut Böttigers Literaturgeschichte der Siebziger "Die Jahre der wahren Empfindung". Der DlfKultur lernt aus Oleg Senzows Tagebuch seiner sibirischen Lagerhaft, was geistige Freiheit bedeutet. Der Dlf empfiehlt René Cuperus' Plädoyer für ein vorsichtiges Europa.

13.12.2021 Der SZ klingen die Ohren von Paul Jankowskis Geschichte "Das Wanken der Welt", die ihr das Versagen der Staatengemeinschaft von 1933 vor Augen führt. Empfehlen kann sich auch die Geschichte der "Solidarität" von Dietmar Süß und Cornelius Torp. Der DlfKultur lässt sich von Giorgos Kallis erklären, wie weniger Besitz zu mehr Freiheit und Glück führt. taz und Dlf huldigen Abdulrazak Gurnah , der ihnen mit "Das verlorene Paradies" ein Fest des Erzählens bereitet.

11.12.2021 Die FAZ ist beeindruckt von Miljenko Jergović' Sarajewo-Roman "Der rote Jaguar", auch wenn er nichts für Anfänger ist. Der Deutschlandfunk ist nicht ganz so überzeugt von der Fortsetzung von Antonio Scuratis Mussolini-Epos wie vom ersten Band, aber es kann nur besser werden. Die NZZ stimmt ein in den großen Chor der Hymnen auf Emine Sevgi Özdamars "Ein von Schatten begrenzter Raum".

10.12.2021 Die FAZ surft mit Hugh Aldersey-Williams Biografie über den Universalgelehrten Christiaan Huygens auf den Wellen des Lichts und mit Helge Drafz’ prächtigem Bildband über den Rhein. Atemlos liest die NZZ Marieke Lucas Rijnevelds Roman „Mein kleines Prachttier“, der ihr ganz schön an die Substanz geht. Dlf Kultur lässt sich gefangen nehmen von Björn Kerns düsterem Roadmovie „Kein Vater kein Land“ und blickt mit Laszlo Krasznahorkai erschüttert in die deutsche Seele.