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04.01.2022 Bitteres Lachen hört die taz aus Gary Victors Romangroteske "Die Zauberflöte" klingen und antwortet mit Hymne auf den haitianischen Autor. Der coole Glamour, den Barack Obama und Bruce Springsteen in ihrem Coffeetable-Book "Renegades" verbreiten, beeindruckt sie dagegen nur mäßig. Betört lauscht die SZ, wenn Pierre Loti mit "Ramuntcho" eine Welt der Gerüche, Farben und des Lichts besingt. Der DlfKultur empfiehlt, Mieko Kawakamis radiaklen Roman "Heaven" auszuhalten. Und die FAZ huldigt dem dtv-Grafiker Celestino Piatti.

03.01.2022 Die SZ weiß zu schätzen, dass Canan Topçu mit ihrem lehrreichen Essay "Nicht mein Antirassismus" auch Brücken schlagen möchte. Der DlfKultur lernt vom Geografen Christian Grataloup, wie die Welt einst auf den Kopf gestellt wurde. Die FR sieht die Luft flimmern unter den Wortwunderwerken, die der Lyriker Gerulf Pannach für die Puhdys, Renfft und andere DDR-Combos zündete. Und die FAZ freut sich über die Wiedernentdeckung von Josephine Teys urenglischem Kriminalroman "Nur der Mond war Zeuge".

31.12.2021 Die taz malt sich mit Manuele Fior ein postapokalyptisches Venedig in leuchtenden Farben aus. Die FAZ lernt in Ai Weiweis Doppelbiografie zwei Künstler mit Zivilcourage kennen. Die SZ liebt, schwärmt und träumt von einer Welt ohne Rassismus und Klassismus im Band „Blackout“, der Erzählungen verschiedener afroamerikanischer Autorinnen versammelt. Und Dlf Kultur findet bei Michael Ignatieff zumindest ein bisschen Trost in dunklen Zeiten. Und nun wünschen auch die Perlentaucher allen Leserinnen und Lesern einen guten Rutsch!

30.12.2021 Die FAZ verkriecht sich mit Svealana Kutschkes „Gewittertieren“ nach dem Mauerfall im Bunker. Mit Natasha Pulley und einem Androiden macht sie das historische London von 1884 unsicher. Die FR liest Gedichte von Heinrich Böll. Die SZ entdeckt in Ingmar Bergmanns Notizen geschriebene Filme. Die NZZ kommt David Bowie ganz nahe mit Reinhard Kleists Comic-Biografie. Und Dlf Kultur reist mit Katerina Schiná, strickenden Samurai und Suffragetten durch die Kulturgeschichte des Strickens.

29.12.2021 Die FAZ findet in den Notizen des ukrainischen Maidan-Aktivisten Oleg Senzow aus dem Gefängnis eine surreale Dramatik, die sie tief beeindruckt. Die NZZ erkennt in den Essays Olga Tokarczuks eine Autorin, die gegen die Vereindeutigung der Welt kämpft. Die FR erkundet mit Horst Bredekamp die Welt Michelangelos. Dlf Kultur lernt von Andreas Nemet und Hans-Christian Schmidt, wie man Liebe macht.

28.12.2021 Die SZ lernt das Lesen ganz neu mit Can Xues wunderbar eigenartigem Roman „Liebe im neuen Jahrtausend“. Außerdem rät sie dringend zur Wiederentdeckung von Walter Scott. Die FAZ erfährt von Doris Liebscher, wie der Begriff der „Rasse“ aufkam. Mit Franziska Meier reist sie quer durch die Rezeptionsgeschichte von Dantes „Göttlicher Komödie“. Die NZZ begibt sich mit Tatiana Tibuleac auf einen Roadtrip nach Südfrankreich. Und die taz liest Stefan Heyms „Flammenden Frieden“ als Roman über die konfliktreiche Gemengelage in Algerien.

27.12.2021 Die NZZ lernt mit Christine Wahls Buch über die Theatertruppe Rimini Protokoll, dass echtes Involviertsein das Gegenteil von Mitmachzirkus ist. Die SZ honoriert, wie sich Petra Gerster und Christian Nürnberger auf dem "Verminten Gelände" der Identitätspolitik um Schlichtung bemühen. Der Dlf blättert noch ein wenig in Heinz Rölleckes "Weihnachtsbuch". Richtig klasse findet die FAZ Meg Rosoffs Jugendroman "Sommernachtserwachen", in dem ein eiskalter Schönling ein Sommeridyll stört.

24.12.2021 Die taz verleriert sich mit Stefan Schomann im sanften Blick der Przewalski-Pferde. In Ulrike Draesners "Doggerland" spürt sie die Härte des steinzeitlichen Alltags: ständig Kommunizieren, Fallenstellen, Wölfezähmen. Nils Melzers Rekonstruktion des "Falls Julian Assange" offenbart ihr einen Justizskandal. Die FAZ tröstet sich mit Mathias Pfeils Architekturband "Theater in Bayern" über die unlebendigen Zeiten hinweg. Die FR erkundet mit Angelika Storm-Rusches "Unzertrennlich" Madonnen in der Bildhauerei. Und jetzt wünschen auch die Perlentaucher Frohe Weihnachten!

23.12.2021 Geradezu filmreif findet die taz "Dreamworld", Benjamin Bertons semifiktionale Biografie des wunderbaren Dan Treacy und seiner Band Television Personalities. Die SZ lernt aus einem Essay der Übersetzerin Kathy Briggs, dass Übersetzen immer auch ein Versuch ist, Gesellschaft anders zu denken. Die Zeit erkundet mit Elke Schmitter das "Innere Wetter" des deutschen Bildungsbürgers. Mit gemischten Gefühlen liest die FAZ die Lieder und Gedichte Andreas Reimanns. Die NZZ lässt sich von Stanislaus von Moos in die Schweizer Architekturdebatten nach 1940 einführen.

22.12.2021 Die FAZ bekommt mit Thomas von Steinaecker Lust, sich mit dem zu beschäftigen, was Hölderlin, Schubert oder die Beach Boys nie zu Ende brachten. Die SZ verliert sich im im labyrinthischen Schreiben von Eduardo Lago und trifft auf Pynchon und Rothko. Die FR erkundet mit Tamar Tandaschwili unkonventioneller Lebens- und Liebensweisen im patriarchalischen Georgien. Die NZZ lässt sich von Walter Benn Michaels die Untiefen linker Identitätspolitik erläutern. Und Dlf Kultur reist durch die schönsten Bibliotheken aus aller Welt.