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05.09.2025 Die FAZ amüsiert sich prächtig, wenn Jessica Zafra sie in "Ein ziemlich böses Mädchen" in die Gesellschaft der Philippinen in den Achtzigern und Neunzigern einführt. Die FR bewundert die Atemlosigkeit, den Humor und die Poesie, mit der Peter Wawerzinek von seiner Krebserkrankung erzählt. Die SZ wagt mit dem US-Journalisten Ezra Klein einen Schritt in die "Post-Hypermoderne". Und Dlf Kultur lässt sich gern auf das wahnwitzige Spinnennetz ein, das der peruanische Schriftsteller Gustavo Faverón Patriau in "Unten leben" webt.

04.09.2025 SZ und FR lesen den neuen Leif Randt: Die FR fühlt sich gut aufgehoben in diesem popliterarischen Paralleluniversum, die SZ befindet: Die Listen der Mode durchdringt Randt nicht. Die NZZ lernt die ganze Gewaltgeschichte Russlands kennen, wenn Sergej Lebedew bildgewaltig vom Abschuss des Passagierflugzeugs MH-17 erzählt. Auf wundersame Weise befreit fühlt sich die taz derweil, wenn Katerina Poladjan sie in einer Familiengeschichte quer durch Europa führt. Der Dlf staunt über Miguel Bonnefoys gewaltiges Panorama Venezuelas. Geradezu brillant findet die Zeit, wie Hanno Sauer in die Geschichte von Klassengegensätzen blickt.

03.09.2025 Die FAZ schwebt mit Clarice Lispector beim Kakerlake-Zerquetschen zwischen existenzialistischer Abstraktion und mystischer Ekstase. Die SZ hat bei der Lektüre von Ferdinand von Schirachs neuem Buch gemischte Gefühle. Die FR zieht sich mit Michael Cunningham in "still-intensive" Reflexionen über die Corona-Zeit zurück. Dlf empfiehlt Amat Levins differenzierte Geschichte Afrikas und die Memoiren des Holocaust-Überlebenden Paul Lendvai.

02.09.2025 Die SZ blickt in Alexander Kluges "Sand und Zeit" durch die "virtuelle Kamera" künstlicher Intelligenz. Die FAZ lernt von Sophie Gilbert, wie die sexualisierte Popkultur der Nullerjahre Solidarität unter Frauen verhinderte. Außerdem empfiehlt sie die Memoiren der Shoah-Überlebenden Jeanette Wolff. Dlf schwirrt nach all den Absonderlichkeiten im neuen Buch von Heinrich Steinfest ein wenig der Kopf. Dlf Kultur schätzt den Gestus eines "stillen und doch beharrlichen Widerstands" der Marginalisierten in den Erzählungen J. M. G. Le Clezios.

01.09.2025 Die SZ liegt mit Richard Sparka, dem Helden aus Jochen Schmidts neuem Roman "Hoplopoiia", auf der Therapiecouch. Die FAZ sieht in Jonathan Coes neuem Roman den "idealen Krimi für das postfaktische Zeitalter". Bei der Lektüre von Fernanda Melchors Kurzgeschichten über mexikanische Geister und Flüchtlings-Schicksale bekommt sie Gänsehaut. Dlf geht mit dem unsympathischen Helden aus Steven Uhlys neuem Roman auf einen Roadtrip durch das "Death Valley". Die NZZ vertieft sich in Hanno Sauers Gedanken über "Klasse".

30.08.2025 Die FAZ erinnert sich mit Jina Khayyer an den Iran im Jahr 2000. Die FAS verfällt den „im Spektrum lauwarmen“ Figuren im neuen Roman von Leif Randt. Einen sehr ungewöhnlichen DDR-Roman verdankt sie Karsten Krampitz, der von einer Kommune von Schwerbehinderten erzählt. Die SZ spart nicht an großen Vergleichen nach der Lektüre von Nelio Biedermanns Debütroman über die Geschichte Ungarns. Die taz blickt mit Hannah Lühmann hinter die Fassade von Tradewifes und denkt mit einem von Miriam Lang, Mary Ann Manahan und Breno Bringel herausgegebenen Band über „Grünen Kolonialismus“ nach.

29.08.2025 Die FR verirrt sich begeistert in Nava Ebrahimis kunstvoll verschacheltem Roman "Und Federn überall". Die NZZ kämpft mit Max Goldt vergnügt gegen die "Schrumpfkommunikation der Medien" an und taucht mit Michael Sommer und Stefan von der Lahr ein in die "verdammt blutige Geschichte der Antike". Die FAZ bewundert, wie Nadia Pantel anhand von Frankreichs Küche französische Gesellschaftsverhältnisse beleuchtet. Schmerzhaft intensiv und "hochpolitisch" erscheint der SZ Albert Ostermaiers Roman über Pasolinis verzweifelte Liebe zu dem viel jüngeren Ninetto.

28.08.2025 SZ und FAZ setzen sich mit Caroline Wahls Heldin Charlotte gegen einen egomanischen Verlagschef durch. Der FAZ gefällt es zudem ausnehmend gut, wie Slata Roschal in ihren Gedichten nach allen Seiten austeilt. Die Zeit irrt mit Nelio Biedermann und der Familie "Lázár" durch die Wirren des zwanzigsten Jahrhunderts. Dlf erlebt mit Ken Keseys früher Climate Fiction, wie sich in Alaska die Natur gegen den Menschen erhebt. Dlf Kultur bangt mit dem estnischen Autor Rein Raud um das Schicksal einer jungen Liebe im Blick des KGB.

27.08.2025 NZZ und FR applaudieren Katerina Poladjan, die mit den Erinnerungen eines Regisseurs von einer Therapiecouch im heißen Rom in die Weiten der Geschichte führt. Dlf lobt Kamel Daouds Roman "Huris" über die Grausamkeiten des "finsteren Jahrzehnts" in Algerien. Die SZ zieht den Hut vor Götz Alys Opus magnum über die NS-Zeit - hat aber auch ein paar Kritikpunkte. Eine schonungslose Selbstbefragung liefert der FAZ der Sänger Marco Wanda.

26.08.2025 Ganz verzaubert ist die FAZ, wenn sich Anne Serre auf einer somnambulen Zugreise von Paris nach Montauban aus dem eigenen Text herausschreibt. Sofort nach der Lektüre vermisst sie außerdem die Helden aus Lina Schwenks Debütroman "Blinde Geister". Die FR kürt Henning Sußebachs Spurensuche nach seiner Urgroßmutter "Anna" schon jetzt zu einem der Sachbücher der Saison. Mit großem Interesse liest sie auch die Erinnerungen von Verleger K. D. Wolff. Die NZZ verdankt dem Althistoriker Mischa Meier ein neues Bild der Hunnen.