Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Das Finale scheppert

16.09.2025 Die FR erkennt in T.C. Boyles neuem Roman über eine toxische Dreiecksbeziehung eine sinistre Allegorie auf die USA unter Donald Trump. Die FAZ freut sich über ein wunderbares Stück Musikarchäologie von Graeme Lawson. Mit Konrad Paul Liessmann versucht sie Lösungen für die Krisen der Gegenwart zu finden. Dlf verliert sich genüsslich im erzählerischen Labyrinth von Gustavo Faverón Patriaus Südamerika-Roman "Unten leben". Dlf Kultur empfiehlt Lara Haworths Roman "Das Abschiedsmahl", in dem in Belgrad ein Mahnmal für ein Massaker errichtet werden soll - nur für welches denn nun? 

Die verführerische Gloria

15.09.2025 Die NZZ fragt mit mit Oliver Moody, wie die Nato mit der "Konfliktzone Ostsee" umgehen soll, um sich gegen Russland zu wehren. Außerdem macht sie sich mit Percival Everetts Helden Wala Kitu in James Bond-Manier auf die Jagd nach dem Nichts. Die SZ empfiehlt dringend Güner Yasemin Balcis Buch "Heimatland" über den Berliner Stadtteil Neukölln. Die FAZ empfiehlt neue Hörbucher.   

Faszination der Berührung

13.09.2025 Die FAZ ist schwer beeindruckt davon, wie José Rizal in seinem Roman "Noli me tangere" vom phillipinischen Unabhängigkeitskampf gegen die Spanier erzählt. Die taz lässt sich von der poetischen Raffinesse und politischen Brisanz in Anja Kampmanns Roman "Die Wut ist ein heller Stern" bezaubern. Außerdem liest sie starke Frauenromane von Antonia Baum und Claire Kilroy. Die NZZ blickt mit Ulrich Schmid und Oswald Burghardt auf die Geschichte der ukrainischen Literatur. Und Dlf Kultur staunt, wie die Philosophin Manon Garcia in ihrem Buch über die Pélicot-Prozesse die "banalité du male" seziert.  

Von Merian zum Zahnarzt Ritter

12.09.2025 Die FAZ lernt mit der Salonnière Louise Dupin eine frühe Verfechterin der Gleichberechtigung kennen. Mit Laura Spinney kämpft sie sich durch den Dschungel der Sprachverzweigungen des Indogermanischen. Der Dlf verdankt Yves Pagès' Kulturgeschichte des Laufbandes  beste Gesellschaftskritik. Außerdem freut er sich über eine Wiederbegegnung mit Jochen Schmidts Romanheld Richard Sparka in Hoplopoiia. Und Dlf Kultur rät gleich zu mehrfacher Lektüre von Gustavo Faverón Patriaus Roman "Unten leben", der ihm die "horrorartige Gewaltgeschichte Lateinamerikas" erzählt.

Wirbeln Gedankenflocken in meinem Schädel

11.09.2025 Die FR liest in Usama Al Shamanis neuem Roman „In der Tiefe des Tigris schläft ein Lied“ vom Schicksal irakischer Juden. Die FAZ verdankt Christina Fonthes’ Roman über zwei Frauenleben zwischen London und Zaire ein spannendes Panorama der afrikanisch-europäischen Verflechtung. Bewegt folgt die SZ Peter Wawerzineks wortwitzgewandter Brieftherapie, die seine Krebserkrankung mit Streifzügen durch Rom verbindet. Und Dlf Kultur empfiehlt Monika Dittombées Buch „Schattenschicksale“, das von Kindern erzählt, die aus Beziehungen während der Besatzung in Nachkriegsdeutschland erzählt.

Tastende existenzielle Sinnsuche

10.09.2025 Die FAZ lernt von Mark Walker, warum unter den Nazis keine Atombombe gebaut wurde. Von Karl Banghard lässt sie sich "Die wahre Geschichte der Germanen" erzählen. Die FR begrüßt Abdulrazak Gurnahs neuen Roman "Diebstahl" als "stilles wie nüchternes" Zeugnis gesellschaftlicher Emanzipation in Tansania. Der SZ sträuben sich die Haare, wenn Livia de Stefano in ihrem Roman von 1953 die gnadenlose Härte im Inneren einer sizilianischen Mafia-Familie zeigt. Dlf Kultur ist erschüttert und beeindruckt, wenn die philippinische Journalistin Patricia Evangelista das Morden unter Rodrigo Duterte dokumentiert.

Mit unaufdringlicher Zugewandtheit

09.09.2025 Die FAZ hebt mit den Erzählungen der kaum bekannten englischen Schriftstellerin Charlotte Mew einen literarischen Schatz. Die FR empfiehlt Gerti Tetzners zeitlosen DDR-Roman über den Versuch ihrer Helden "Karen W.", ein neues und selbstbestimmtes Leben zu beginnen. Die SZ untersucht mit einem von Günter Frankenberg und Wilhelm Heitmeyer herausgegebenen Band, wie die AfD schon jetzt Druck auf demokratische Institutionen ausübt. Die taz blickt durch die Linse des Fotografen Wolfgang Krolow und sieht "Kreuzberg und die Welt", bevor sie gentrifiziert wurden. 

Die Welt ist zuerst ein Gedicht

08.09.2025 SZ und Dlf vertiefen sich in das Jugendbuch von Gamze Kubaşıks und Semiya Simseks, die ihre Väter durch den NSU-Terror verloren. Die FAZ lernt von Hanno Sauer in "Klasse", warum die europäischen Reichen langweiliges Essen bevorzugen. Die FR schmökert in einer neuen Auswahl-Ausgabe der Romane von Vicki Baum, die man völlig zu Unrecht als Unterhaltungsliteratin verunglimpfte. Die taz empfiehlt Oksana Maksymchuks Gedichte über den Kriegsalltag in der Ukraine. Und Dlf Kultur reist mit Gael Faye nach Ruanda und versucht das Trauma des Genozids zu bewältigen. 

Hyperdifferenzierung

06.09.2025 Die Welt empfiehlt Lea Ypis "Aufrecht", ein von Albanien ausgehender Ritt durch das Zeitalter der Extreme. Die FAS feiert Pier Vittorio Tondellis Roman "Getrennte Räume", der von einer schwulen Liebe in den 80er Jahren erzählt. Die SZ staunt, wie Lina Schwenk in "Blinde Geister" auf 180 Seiten einen Generationenroman über die Traumata des Zweiten Weltkriegs erzählt. Die taz ermittelt mit Marie Hermansons Polizist Nils Gunnarson 1926 im Naturgeschichtlichen Museum Göteborgs. Die FAZ begrüßt Andreas Molitors neue Göring-Biografie - die letzte erschien vor 40 Jahren.

Was Wahn ist und was Wirklichkeit

05.09.2025 Die FAZ amüsiert sich prächtig, wenn Jessica Zafra sie in "Ein ziemlich böses Mädchen" in die Gesellschaft der Philippinen in den Achtzigern und Neunzigern einführt. Die FR bewundert die Atemlosigkeit, den Humor und die Poesie, mit der Peter Wawerzinek von seiner Krebserkrankung erzählt. Die SZ wagt mit dem US-Journalisten Ezra Klein einen Schritt in die "Post-Hypermoderne". Und Dlf Kultur lässt sich gern auf das wahnwitzige Spinnennetz ein, das der peruanische Schriftsteller Gustavo Faverón Patriau in "Unten leben" webt.

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