Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
8013 Bücherschauen - Seite 14 von 802

Hochfliegender Gedankenteppich

08.12.2025 Die FAZ rollt mit der früheren Oberstaatsanwältin Anne Brorhilker den Cum-Ex-Skandal auf. Dlf lobt Jean Cocteaus "Brief an die Amerikaner" als poetischen Vergleich zwischen der Neuen und der Alten Welt. Die SZ findet bei Oliver Rathkolb Antworten darauf, was sie gegen die herrschende "Ökonomie der Angst" unternehmen kann. Die NZZ bekommt mit der "luziden" Adenauer-Biografie des Historikers Nobert Frei jede Menge Stoff, um über die Anfänge der deutschen Demokratie und ihren jetzigen Stand nachzudenken.

Im Schlaf noch ihr Gelächter

06.12.2025 Die FAZ verfolgt mit Sebastian Smee, Edouard Manet und Berthe Morisot die Geburt des Impressionismus. Außerdem schwelgt sie in den wunderbaren Künstlerbüchern von Per Kirkeby. Die FR lernt von Sy Montgomery, wie sauer Schildkröten werden, wenn sie die Wanne verlassen müssen. SZ und Welt halten mit Margaret Atwoods Memoiren die „wahrscheinlich schönste aller Schriftstellerautobiografien“ in den Händen. Zum neuen Standardwerk kürt die Welt außerdem Helmut Kiesels Band „Schreiben in finsteren Zeiten“ über die deutschsprachige Literatur zwischen 1933 und 1945.

Wie viel Glück Menschen aushalten

05.12.2025 Die FAZ blickt mit Usama Al Shahmanis Roman auf die Verflechtungen zwischen Nazideutschland und dem Irak. Mit Natascha Wodin hofft sie auf späte Liebe im hohen Alter. Die FR zieht sich mit Charles Ferdinand Ramuz in ein "Dorf im Himmel" zurück. Mit Beklemmung liest die NZZ in einem von Kateryna Mishchenko und Katharina Raabe herausgegebenen Band, dass der Krieg in der Ukraine so schonungslos ist wie nie zuvor. Der Dlf empfiehlt mit Alba de Cespedes' bereits 1938 erschienenem Roman "Was vor uns liegt" ein radikales italienisches Gesellschaftsporträt.

Melange aus Hellem und Dämonischem

04.12.2025 Zum heutigen fünfzigsten Todestag empfehlen Zeit und FAZ eine ganze Reihe Bücher über Hannah Arendt, darunter Willi Winklers erfreulich klare Biografie und Winfried Kretschmanns persönliche Auseinandersetzung mit Arendt. Der Dlf  freut sich über neue Erzählungen von Helga Schubert. Und der Dlf Kultur lauscht interessiert Joan Didions Therapie-Protokollen. Außerdem liest er bewegt Florence Schulmanns Annäherung an ihre Eltern, die den Holocaust überlebten.  

Mit etwas vogelhaften Zügen

03.12.2025 Die FAZ bejubelt Rie Qudans Roman "Tokyo Sympathy Tower" als luzide Satire auf politische Korrektheit und ein Japan, das Harmonie zur Ideologie erhebt. Dlf verfällt mit Sacha Bourgeois-Gironde der hoffnungslosen Liebe zu einem Orang-Utan namens Mano. Mit Daniel Donskoys Roman "Brennen" begibt er sich derweil auf einen wilden Ritt zwischen schwuler Liebe, jüdischer Identität, Tel Aviv und Berlin. Die FR hat keine Angst vor einem sehr privaten Arno Schmidt, wenn sie durch dessen Tagebücher der Jahre 1957-62 blättert. 

Das reine Gute

02.12.2025 Die FAZ entdeckt begeistert die Schriften des Komponisten Philip Herschkowitz, einem Vertreter der in der UdSSR unerwünschten Zwölftonlehre. Außerdem vertieft sie sich in Alexander Walthers Buch über "Die Shoah und die DDR". Die NZZ freut sich über federleichte autobiografische Prosa im neuen Memoir von Patti Smith. Die SZ geht eine stille, aber sehnsüchtige Affäre mit Dirk Gieselmanns Roman "Zeit ihres Lebens" ein. Die Welt freut sich tierisch über einen Sammelband mit Donald-Duck-Comics

Eine Nähe, die das Selfie nicht braucht

01.12.2025 Die FAZ lernt von der Sinologin Marina Rudyak im "Dialog mit dem Drachen" Interessantes über China. Die FR öffnet mit Victor Schefés Roman "Zwei, drei blaue Augen" eine DDR-Erinnerungswunderkiste. Auf Isolde Ohlbaums Schriftsteller-Porträts kann sie Peter Handke barfuß betrachten - und lernt dabei einiges über Fotografie. Die SZ lässt sich von Tim Schanetzky die Geschichte der politischen Bildung nach 1945 erzählen. Und die Welt begegnet bei Grit Straßenberger einer streitlustigen wie sensiblen Hannah Arendt. 

Aber über mich red' ich nicht

29.11.2025 Die FAZ wandelt fasziniert durch die "labyrinthische Identitätsprosa" Ishbel Szatrawskas und erlebt die letzten Tages Königsbergs. Die taz fährt mit Hu Anyan in China Pakete aus - unter unwürdigen Bedingungen, aber mit Raymond Carver, Kafka und Joyce im Gepäck. Außerdem schmökert sie in Barbara Yelins Comic über das Leben der jüdischen Theaterschauspielerin Therese Giehse. Dlf erlebt Arno Schmidt in seinen Tagebüchern als unsäglichen Unsympathen. Und Dlf Kultur empfiehlt den Roman "Wir sind das Leben" der britischen Jungautorin Saba Sams

Dackel der Geschichte

28.11.2025 Die taz feiert Verena Luekens Porträts "Alter Frauen" als echte Welterweiterung. Die FAZ verdankt Dava Sobel eine gut lesbare Biografie über Marie Curie. Die NZZ liest indes zwei Hannah Arendt- und eine Max Imboden-Biografie. Die FR dringt mit märchenhaften Geschichten von Sabrina Orah Mark zum Wesen der Dinge vor. Und Dlf Kultur empfiehlt Christiane Hawraneks und Katja Paysen-Petersens Beitrag über Machtmissbrauch im Yoga.

Lautlose Nebensächlichkeiten

27.11.2025 FR und taz lernen von Booker-Preisträger David Szalay, was auf der Strecke bleibt, wenn man ein "Mann von Format" werden möchte. Bewegt liest die FAZ die Texte, die der Musiker Yuriy Gurzhy den stillen Charkiw-Fotos seines Vaters gegenüberstellt. Die Zeit kommt dank Monika Kim auf den Geschmack von Fischaugen. Der Dlf staunt, dass Stephen King das Märchen von "Hänsel und Gretel" kindgerechter erzählt als die Gebrüder Grimm. Und der Dlf Kultur bricht mit Eva Baltasars eigenwilliger Heldin mit allen Konventionen. 

Beliebte Bücher

Robert Seethaler. Die Straße - Roman . Claassen Verlag, Berlin, 2026.Robert Seethaler: Die Straße
Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in…
Lukas Rietzschel. Sanditz - Roman . dtv, München, 2026.Lukas Rietzschel: Sanditz
Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,…
Ben Lerner. Transkription - Roman. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Ben Lerner: Transkription
Aus dem amerikanischen Englisch von Nikolaus Stingl. Er reist an die US-amerikanische Ostküste, um das letzte Interview mit seinem neunzigjährigen Mentor Thomas zu führen,…
Nelio Biedermann. Lázár - Roman . Rowohlt Berlin Verlag, Berlin, 2025.Nelio Biedermann: Lázár
Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als…