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21.03.2022 Die SZ feit sich mit Claus Leggewie und Ireneusz Paweł Karolewski gegen eine Unterschätzung der Visegrad-Staaten - im Guten wie im Schlechten. Die NZZ verabschiedet sich mit Siegfried Kohlhammers "Piraten" vom Seeräuber als Sozialrebellen. Der DlfKultur lernt von Theodor Herzl, Fehler in Größe zuverwandeln. Außerdem vertieft er sich in die Geschichte der Oxforder Philosophinnen. Die FAZ empfiehlt Hörbücher, darunter die Lesungen von E.T.A. Hoffmanns Erzählwerken und den Live-Mitschnitt des Lyrikabends "Vom Zauber einer verwehenden Sprache"

19.03.2022 Die FAZ blättert durch zwei Bücher über Alpenkulinarik - wie gebackenen Dorsch, Nockerln und Krapfen - und Alpenhonig - wie Bastardindigo-, Esparsetten-, Feldthymian- oder Baumheidehonig. Die FR lässt sich von Tove Ditlevsens "Gesichter" langsam in den Wahnsinn führen. Die SZ stärkt mit Emmanuel Levinas' "Ethik als Erste Philosophie" ihren Glauben an das Zwischenmenschliche. Die taz liest drei Comicbände zum stalinistischen Terror in Russland und der Ukraine.

18.03.2022 Die FAZ erhält von dem Alttestamentler Reinhard G. Kratz neue Erkenntnisse über die Schriftrollen von Qumran und Jesus. Dem Historiker Daniel Siemens verdankt sie ein differenziertes Bild von Hermann Budzislawski. Die FR erfährt von Nora Bossong, wie geschmeidige Vierzigjährige künftig die Welt regieren. Mit Yannic Han Biao Federer begibt sie sich auf Identitätssuche nach Hongkong. Und Dlf Kultur lernt von Dave Goulson, weshalb es höchste Zeit ist, die Insekten zu retten.

17.03.2022 Dlf Kultur sehnt sich mit Paul Bowles' Stück "Der Garten" nach einem untergegangenen Marokko. Die NZZ schaudert es mit Seweryna Szmaglewska angesichts der zersetzenden Normalität des Alltags, die den Nürnberger Prozess 1946 begleitet. Großes Lob gibt es für Katerina Poladjans Roman "Zukunftsmusik" aus einer Zeit, als Russland noch Zukunft zu haben schien. Die FAZ verneigt sich vor der großen kommentierten Frankfurter Ausgabe des Werks von Thomas Mann bei Fischer. Die SZ feiert Abdulrazak Gurnahs Roman "Ferne Gestade": Weltliteratur, ruft Sigrid Löffler.

16.03.2022 Die FAZ blickt mit der israelischen Historikerin Shulamit Volkov auf Leerstellen deutsch-jüdischer Geschichte und macht es sich mit Jan Herres im Berliner Zimmer bequem. Meisterhaft findet die SZ Reinhard Kaiser-Mühleckers neuen Roman "Wilderer" über den Niedergang eines Bauernhofs. Mit Albert Ostermaiers dunklen Gedichten schöpft sie trotzdem Hoffnung. Und Dlf Kultur staunt, wie subtil und einfühlsam Ron Segal in Katzenmusik das Leben in Israel nach dem Sechstagekrieg schildert.

15.03.2022 Die SZ verbringt eine Nacht mit Leila Slimani im venezianischen Punta della Dogana und denkt über Rauchverbot und Frauenrechte nach. Die FAZ lässt sich mitreißen, wenn Heike Geißler das Bewusstsein einer Frau die vierzig wie einen Quecksilbertropfen zerspringen lässt. Von dem Rechtswissenschaftler Markus Scheiber erfährt sie, unter welchen Bedingungen Fake News strafbar sein sollten. Die taz räumt mit Dietmar Dath betrunken zwischen Lady Gaga, Jeff Bezos und Frank Schirrmacher auf. Und Dlf Kultur staunt nach der Lektüre von Sascha Machts „Spyderling“, dass ihn ein Roman um Brettspiele und ihre Anhänger gefangen nimmt.

14.03.2022 Die SZ blickt mit der Moskau-Kennerin Catherine Belton noch einmal in die Verflechtung westlicher Politik und Geschäftemacher mit dem System Putin. taz und Dlf Kultur sind sich nicht einig über Heike Geißlers Roman „Die Woche“: Ein mit der Gegenwart abrechnendes Manifest liest die taz, eine wenig originelle Performance erlebt Dlf Kultur. Die FR zieht sich mit einem Kongressband und einigen Aussteigern auf den Monte Veritá zurück. Und die Welt trifft sich mit Eberhard Geisler auf einen Döner und verortet sich selbst in einem „Stück türkisch-deutscher Geschichte“.

12.03.2022 FAZ, SZ und taz annoncieren zum Hundertsten von Jack Kerouac zwei glänzende Neuübersetzungen: In „Die Dharmajäger“ streben sie in meditative Höhen, mit dem „Engel der Trübsal“ kommen sie nicht ganz nüchtern wieder unten an. Außerdem versucht die taz mit Stanislaw Assejews Texten aus dem Donbass Russlands Angriff auf die Ukraine zu verstehen. Die FAS spürt den Schock, wenn ihr Lea Ypi vom Zusammenbruch des Ostblocks und dem Ende der Diktatur in Albanien erzählt. Mit Wolfgang Ullrich blickt sie auf die Kunst nach dem Ende ihrer Autonomie.

11.03.2022 Die FAZ lässt sich von der Anglistin Michele K. Troy die spannende Geschichte des Albatross Verlags schildern, der englischsprachige Literatur an der Zensur der Nazis vorbeischleuste. Die SZ empfiehlt gleich zwei gänzlich unterschiedliche Biografien über Wolfgang Rihm: Von Frieder Reininghaus lässt sie sich den Komponisten gesellschaftspolitisch einordnen, mit Eleonore Büning öffnet sie eine Schatztruhe an Erinnerungen. Außerdem liest sie Jugendbücher und bewundert, wie Sara Barnard von Mobbing erzählt. Und der Dlf empfiehlt doppelbödige Sofalektüre mit Louise de Vilmorins „Belles Amours“.

10.03.2022 Die FAZ ist hin und weg von Tania Blixens "Babettes Gastmahl" in der ersten vollständigen deutschen Übersetzung von Ulrich Sonneberg. Zwischen Schockstarre und Bewunderung liest sie, wie Tatiana Salem Levy von einer Mutter erzählt, die ihren Kindern von ihrer Vergewaltigung berichtet. Die Zeit folgt den "leuchtenden Gedanken" von Lea Ypi, die sich in "Frei" an das Aufwachsen unter Enver Hoxha erinnert. Die FR staunt, wie prophetisch Amanda Cross schon 1971 über Feminismus, Umweltverschmutzung und Verschwörungstheoretiker schrieb. Und die NZZ dringt mit dem Philologen Jonas Grethlein in die Tiefenschichten der Ilias vor.