Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Im Inneren eines Pilzes

29.03.2023 FAZ und FR erliegen Georg Kleins neuem Roman "Im Bienenlicht". Ein fantastisches Geschenk zum Siebzigsten, meint die FR, den Vergleich mit Thomas Mann scheut die FAZ nicht. Die NZZ amüsiert sich prächtig mit einer politisch nicht korrekten Bernadine Evaristo. Außerdem empfiehlt sie Axel Honneths Theorie der Arbeit in der Demokratie. Die SZ lässt sich von Alexander Braun die Geschichte der Katzenjammer Kids erzählen. Verblüfft hört der Dlf Kultur von Camilla Townsend eine ganz neue Geschichte der Azteken.

Steife zwischenmenschliche Gesten

28.03.2023 Als finsteren Endzeit-Heimatroman empfiehlt die NZZ A.L. Kennedys Abrechnung mit der britischen Politik "Als lebten wir in einem barmherzigen Land". Der DlfKultur erinnert sich mit Björn Kuhligks Langgedicht "An einem Morgen im März" an die triste Stimmung des Lockdowns. Die SZ liest bei Jan Philipp Reemstma nach, wie Wieland Feinheit und Gelenkigkeit in die deutsche Sprache brachte. Die FAZ entschwebt mit Barrie Koskys Erinnerungen "Vorhang auf, und hallo!" in den Opernhimmel

Klarheit im Chaos

27.03.2023 Die Höhen der Literatur erklimmt die FR mit Andrej Blatniks Roman "Platz der Befreiung" über die 89er in Ljubljana. Der DlfKultur wirft mit Thilo Krause einen genauen poetischen Blick auf die Neunziger, die Jugend und Gewalt freisetzen. Die FAZ empfiehlt Kinderbücher, darunter Jana Bauers Bilderbuch über Otto Hasenfuß, den "Monsterschreck". Der Dlf lässt sich von Martina Walther bezaubern und nimmt aus "Albertas Wunschladen" Freunde und Pfeffer mit, aber auch einen Hut, der guttut.

Ich mülle Zeichen

25.03.2023 Die FAZ ist tief beeindruckt von den Geschichten der "mutigen Frauen Irans", die gegen ihre Unterdrückung kämpfen. FAS und SZ empfehlen nachdrücklich Toni Morrisons Erzählung "Rezitativ", bei der man im Unklaren bleibt, welche der beiden Protagonistinnen schwarz und welche weiß ist. Die FR vertieft sich in "Die Moskau-Connection", die Gerhard Schröder knüpfte. Die taz macht sich schlau mit einem Band, der verschiedene Standpunkte zum "Canceln" sammelt. Großes Lob spendet sie auch Ilona Haberkamps Biografie der Jazzpianistin Jutta Hipp.

Vogelgeborene

24.03.2023 Die FAZ empfiehlt zwei Bücher zum Hitlerputsch 1923. Die SZ bewundert, wie Jan Philipp Reemtsma Christoph Martin Wieland ganz ohne Anbiederung in die Mitte der deutschen Literatur zurückholt. Außerdem liest sie Kinderbücher über Finanzen und Ponys mit Menschenwunsch. Dlf Kultur taucht ein in die bunte Fabelwelt von Sheila Heti. Und der Dlf überdenkt mit Björn Bickers schillernden Kurzgeschichten das Verhältnis von Sprache und Sein.

Leben in Sonntagsausgabe

23.03.2023 Die NZZ zieht mit Uwe Neumahr ins "Schloss der Schriftsteller" und beobachtet durch die Augen von Erich Kästner, Martha Gellhorn, Golo Mann, Wolfgang Hildesheimer, Elsa Triolet, Willy Brandt und Gregor von Rezzori die Nürnberger Prozesse. Die Zeit feiert die lyrische Kraft und Beherztheit von Ulrike Draesners großartigem Frauenroman "Die Verwandelten". Die FAZ lernt mit Cvetka Lipus' neuem Gedichtband  "Weggehen für Anfänger". SZ und Dlf amüsieren sich mit Martin Suters "Melody".

Gründe und Abgründe

22.03.2023 Dževad Karahasan ist einfach ein Meister der Erinnerung, konstatiert die FR nach dessen Roman „Einübung ins Schweben“. Ganze 175 Jahre hat die NZZ auf ein fulminantes Buch wie Jörg Bongs „Flamme der Freiheit“ über die deutsche Revolution 1848/1849 gewartet. Die SZ staunt, wie Caroline Fetscher Albert Schweitzer entzaubert. Die taz scheut nach der Lektüre des Romans „Die Geschwister“ den Vergleich zwischen Brigitte Reimann und Ingeborg Bachmann nicht mehr. Und für den Dlf Kultur hat Howard W. Frenchs Buch über Afrika und die Entstehung der modernen Welt das Potenzial, unseren Blick auf die Weltgeschichte grundsätzlich zu verändern.

Hilft denn niemand?

21.03.2023 Viele Leser wünscht die FAZ Pierric Baillys wunderlich-schönem Buch „Jims Roman“. Herrlich unkonstruktiv findet die SZ  Verena Keßlers Roman "Eva" über den Sinn des Kinderkriegens. In höchsten Tönen lobt die NZZ Aram Mattiolis Geschichte des indigenen Widerstands "Zeiten der Auflehnung". Als Etüde über die Kunst der Täuschung kann sie auch Martin Suters "Melody" empfehlen. FAZ und Dlf lesen mit Erschütterung Franziska Grillmeiers Report aus den Flüchtlingslagern von Lesbos.

Schimärisch und obsessiv

20.03.2023 Vielleicht etwas einseitig, aber ausgesprochen erhellend findet die SZ Reinhard Bingeners und Markus Wehners Buch "Die Moskau-Connection" über Gerhard Schröder und sein unseliges Netzwerk. Die FAZ stößt mit Matthew Bell in die Zukunft des Metaversums vor. Außerdem bespricht sie neue Hörbücher, darunter zwei Produktionen zu Joseph Conrads "Lord Jim". Der Dlf empfiehlt Kinderbücher, zum Beispiel Frauke Angels Geschichte vom "Mädchen mit den vier Namen", das auch vier Mütter hat.

Utopie sozialer Durchlässigkeit

18.03.2023 Sehr berührt ist der Dlf von der sensiblen Poesie, mit der Djaimilia Pereira de Almeida über den portugiesischen Kolonialismus nachdenkt. Die taz begleitet den französischen Comic-Autor Etienne Davodeau auf seinen Wanderungen nach Pech Merle. Mit Christine Drews lernt sie die dörfliche "Großraumdisco" zu schätzen. Die SZ bewundert, wie viel Glück Helga Schubert dem Leben mit einem Demenzkranken abtrotzt. Die FAZ feiert noch einmal die Grandeur von Randall Kenans Achtzigerjahre-Roman "Der Einfall der Geister". Die NZZ liest mit Enttäuschung Blake Baileys Philip-Roth-Biografie.

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