Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Ekstatischer Kranichtanz

08.06.2022 Die SZ beobachten mit Fiston Mwanza Mujila zwischen Angola und dem Kongo den "Tanz der Teufel", der zu einer Rumba getanzt wird. Dlf Kultur lässt sich von David Yarrow zeigen, wie man eine ganze Geschichte in einem Foto erzählt. Die FAZ lernt von Christian Bermes die Kunst der Debatte. Die FR landet mit Ales Stegers Roman "Neverend" in einer literarischen Matrjoschka.

Prosa über Sex und Kirche

07.06.2022 Die FAZ schaut mit Dan McCrum hinter die Kulissen des Krimis um Wirecard. Mit Anne Case und Angus Deaton blickt sie auf den deprimierenden Zustand der amerikanischen Arbeiterklasse. Die NZZ liest Robert Kindlers "Robbenreich" als Prequel zur aktuellen russischen Expansionswut. Wie ein Abenteuerroman erscheint der SZ Wolfgang Templins Biografie des polnischen Revolutionärs Jozef Pilsudski. Dlf Kultur lotet mit Deesha Philyaw das Verhältnis afroamerikanischer Frauen zur Kirche aus.

Minne-Schmachterei

04.06.2022 Die FAZ geht mit Katja Petrowskajas Prosaminiaturenband "Das Foto schaute mich an" in eine Schule des Sehens. Die FR schwelgt mit Eric Pfeil in der musica leggera Italiens und liegt der großen Mina zu Füßen. Die SZ lässt sich von der homosexuellen Erotik in Alan Hollinghursts Roman "Der Hirtenstern" verführen. Die taz taucht mit Tash Aw in die globalisierte mörderische Arbeitswelt Kuala Lumpurs ein. Dlf Kultur steigt mit Olga Tokarczuks "Anna In" hinab zu den Katakomben der Welt.

Aufregend unromantisch

03.06.2022 Die FAZ vesucht mit Günther Fischer dem Entwerfer des Palazzo Rucellai in Florenz auf die Schliche zu kommen. Die NZZ liest gebannt Lutz C. Klevemanns Studie über die Zerstörung Smyrnas, die  ihr die Verwerfungen des 20. Jahrhunderts besser verständlich macht. Der Dlf macht eine surreale Leseerfahrung, wenn Maria Stepanova über Autokratien und Geschlechterverhältnisse dichtet. Die SZ empfiehlt Kinder- und Jugendbücher: Die perfekte Sommerlektüre liefert ihr Alina Bronsky.

Bis die Haare verschwinden

02.06.2022 Die FAZ staunt, wie Bora Cosic die Welt auf eine mit Erinnerungen vollgestopfte Wohnung reduziert und wie Irene Sola ein Kalb auf die eigene Geburt blicken lässt. Außerdem freut sie sich über die Wiederentdeckung der exzentrischen Prosa von Mechtilde Lichnowsky. Die SZ lernt von Don Winslow: Paten sind Menschen wie du und ich. Die Zeit verblüfft die schockierende Aktualität von Georgi Gospodinovs Roman über inszenierte Vergangenheit.

Wir alle brauchen es rauer

01.06.2022 Die FAZ erkennt  mit Hansjörg Küsters gelehrtem Band "Flora" die Botanik als Zukunftswissenschaft. Die taz liest in Delphine de Vigans "Die Kinder sind Könige" vom Leben und Leiden kindlicher Influencer. Der Dlf lobt Astrid M. Eckerts lebendige Studie "Zonenrandgebiet", die die innerdeutschen Grenze aus westlicher wie aus östlicher Sicht, in politischer, ideologischer, ökologischer und kultureller Hinsicht erforscht. Dlf Kultur amüsiert sich mit Indianern, Frauen und rauchenden Colts in Tim Trzaskaliks Langgedicht "Western".

Zwe Männer, aber zwu Frauen

31.05.2022 Die FAZ liest berührt Anna Yeliz Schentkes Roman "Kangal", der ihr unterschiedliche Sichtweisen auf ein Leben zwischen Istanbul und Frankfurt eröffnet. Außerdem schult sie ihr Hessisch und ihr Plattdeutsch. Die NZZ leckt mit Steinunn Sigurdardottirs Gedichten "Nachtdämmern" an der abblätternden Gletscherglatze. Die FR stellt Andrea Sawatzkis "Brunnenstraße" in die Reihe beeindruckender Demenzromane neben Arno Geiger und Gabriele von Arnim. Und der DlfKultur empfiehlt Rahul Rainas "Bekenntnisse eines Betrügers" als einen Mix aus Bollywood und Heute-Show.

Kaleidoskop der Verwundungen

30.05.2022 Der Dlf bemerkt anerkennend, dass sich auch Gerhard Roths neuer Roman nahtlos in das pessimistische Menschheitsbild des Autors einfügt. Gefesselt liest er zudem Liz Kesslers Jugendroman über drei Freunde in Wien Mitte der dreißiger Jahre. Die FR lässt sich gern von Katharina Hacker mit sanfter Melancholie und Herz aus der Pandemie führen. Die SZ lernt mit Mark Jones "1923" als das Erfolgsjahr der deutschen Demokratie kennen.

Bei Kurbeldoris

28.05.2022 Dem Leid ins Gesicht zu sehen, lernt die taz von Deborah Nelson, die in ihrem Buch "Denken ohne Trost" unsentimentale Denkerinnen porträtiert. Aufgewühlt liest sie in Bettina Wilperts Roman "Herumtreiberinnen" von reaktionärer Sexualmoral, Misogynie und Rassismus in der DDR. Die FAS kann den grimmigen Humor in Anna Burns Nordirland-Roman "Amelia" gut verkraften. Der Dlf bewundert, wie Ursula Krechel in ihren Essays Abstraktes und Körperlich-Sinnliches verbindet. Der DlfKultur lässt sich von Julio Cortazar neue poetische Welten eröffnen.

Bundesdeutsche Gefühlslandschaften

27.05.2022 Die FAZ lernt von dem Kunsthistoriker Johannes Grave, was die Rezeption von Bildern zum kreativen Akt macht. Die NZZ staunt, wie der Ex-Marine Phil Clay seine Erfahrungen von Krieg und Drohnenkampf zu einem raffinierten Roman verarbeitet. Von Julia Weber lässt sie sich über Mutterpflichten aufklären. Dlf Kultur entdeckt in Jochen Schimmangs „Laborschläfer“ einen Proust der Gegenwart. Walter Isaacson verdankt er Einblicke in die CRISPR-Forschung.

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