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18.06.2022 Die FAZ lotet mit Cornelia Achenbach auf "Nachwanderung" die Geheimnisse einer Freundschaft aus. Dlf Kultur begibt sich mit Samuel Hamen auf Quallenforschung und stößt unvermutet auf fluide Identitäten. "Moralophobia"? Die SZ weigert sich jedenfalls, mit Jörg-Uwe Albig zu moralisieren. Die taz liest Kathy Acker "Bis aufs Blut". Und doch mit Gewinn.

17.06.2022 Die SZ bringt heute Kinderbuchkritiken und widmet sich etwa mit David Edmonds und Bertie Fraser der Frage, wie man der robotischen Tochter menschliche Werte und irrationale Regungen auf rationale Weise verständlich macht. Dlf Kultur ist beeindruckt von von Mary Paulson-Ellis' Krimi "Die andere Mrs. Walker", der sich einer verbitterten und manipulativen und doch berührenden Heldin widmet. Die FR liest Christian Gerhahers "Lyrisches Tagebuch".

16.06.2022 Wegen Fronleichnam gibt es heute kaum Zeitungen und entsprechend wenig Kritiken. Immerhin: Dlf Kultur empfiehlt Reinhard Kaiser-Mühleckers "Wilderer" als existenzialistischen Bauernroman, in dem der Horror droht. Viel Spaß hatte der Sender mit Santiago Lorenzos Roman "Wir alle sind Widerlinge" über einen Nerd, der sich in einem verlassenen Dorf einquartiert und der "Ungierde" frönt. Und auch Norbert Hummelts "1922" wird mit viel Sympathie besprochen. Der Dlf fröstelt dagegen mit Philipp Böhms Erzählband "Supermilch" in der Arbeitswelt einer dystopischen Zukunft.

15.06.2022 Die Zeit spürt den unmittelbaren Moment in den Gedichten Jürgen Beckers. Die SZ erlebt eine erbarmungslose Fauna in Ted Hughes Gedichtband "Wodwo". Die FAZ versenkt sich in die Naturlyrik Erika Burkarts. Und entdeckt nach der Welt ebenfalls eine Geistesverwandschaft Heinz Strunks mit Thomas Mann. Die FR wird in Anne Tylers Roman "Eine gemeinsame Sache" Zeugin einer langsam erkaltenden Beziehung. Die NZZ freut sich über die Entdeckung der portugiesischen Autorin Djaimilia Pereira de Almeida.

14.06.2022 In Sachen Elendsschilderung bleibt Heinz Strunk unerreichbar, befindet die SZ auch nach seinem neuen Roman "Ein Sommer in Niendorf". Von Martin Puchner lernt sie Rotwelsch. Die FR empfiehlt Claudia Schumachers Debütroman "Liebe ist gewaltig", auch wenn die Szenen der Gewalt sie schwer schlucken lassen. Stark findet der DlfKultur die Atmosphäre in Adam Bodors Roman "Die Vögel von Verhovina". Die FAZ verfolgt mit zwei Büchern von Rudolf Buntzel und Kristoffer Endresen die Fleischwerdung des Schweins. Der Dlf erlebt einen rohen Frantz Fanon in den Texten "Für eine afrikanische Revolution".

13.06.2022 Wie ein Gelato al Limon schmilzt die taz dahin, wenn Eric Pfeil die Schönheit des italienischen Liedguts vorführt. Selbst woken Lesern muss Joseph Conrads Kolonialismus-Klassiker "Lord Jim" umhauen, glaubt der Dlf. Mit seiner Arno-Schmidt-Biografie führt Sven Hanuschek der NZZ vor Augen, wie Gelingen im Scheitern aussieht. Der DlfKultur liest mit Schaudern Sonia Combes Geschichte der DDR-Intellektuellen "Loyal um jeden Preis".

11.06.2022 Die FAZ entdeckt mit Justine Picardie die spannende Lebensgeschichte der „Miss Dior“. Mit Fiston Mwanza Mujila stampft und swingt sie durchs Lubumbashi der Siebziger. Die SZ blickt mit Oded Galor optimistisch auf die Menschheitsgeschichte und -zukunft. Die FR bewundert die Expressivität und Musikalität in Ilya Kaminskis „Republik der Taubheit“. Die taz lernt im „Schlachtensee“ eine zarte Helene Hegemann kennen. Und der Dlf trifft mit Deesha Philyaws furchtlosen „Church Ladies“ auf sündige Pastoren.

10.06.2022 Die SZ zieht mit Judith Zander, Hölderlin und Gianna Nannini beschwingt durch ostdeutsche Erinnerungslandschaften. Die NZZ staunt, wie "verschmitzt" Matti Friedman von frühen Geheimdienstoperationen im Unabhängigkeitskrieg 1948 erzählt. Die FAZ sieht in Michael Borgoltes Geschichte des Jahrtausends zwischen 500 und 1500 die Weltreligionen verpuffen. Die FR stürzt sich mit Ahmet Altan auf Hesiod und Tolstoi. Und Dlf Kultur streift mit William Boyles gebrochenen Mafiosi durch Brooklyn und mit Cesar Airas Versager durch die Provinz am Rand von Buenos Aires.

09.06.2022 Dreimal Helene Hegemann heute: Unverbraucht und herrlich widersprüchlich sind ihre Geschichten um gescheiterte Dreier, Pfauen ohne Rad und Männer mit zu viel Ego, loben SZ, Zeit und Dlf Kultur. Die FAZ feiert die verspielte Leichtigkeit der Lyrikerin Jelena Schwarz, hätte sich aber vom Verlag mehr Kontext zu den Gedichten gewünscht. Viel Spaß hat sie auch mit den Gedichten des ehemaligen Tattoo-Künstlers Paul-Henri Campbell. Die Zeit lernt von Ines Geipel, die wie DDR am maximal normierten Menschen arbeitete.

08.06.2022 Die SZ beobachten mit Fiston Mwanza Mujila zwischen Angola und dem Kongo den "Tanz der Teufel", der zu einer Rumba getanzt wird. Dlf Kultur lässt sich von David Yarrow zeigen, wie man eine ganze Geschichte in einem Foto erzählt. Die FAZ lernt von Christian Bermes die Kunst der Debatte. Die FR landet mit Ales Stegers Roman "Neverend" in einer literarischen Matrjoschka.