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02.05.2022 Sehr instruktiv findet der DlfKultur Wolfgang Müller-Funks Diskursgeschichte der Grausamkeit "Crudelitas". Die SZ liest bei Tobias Moorstedt nach, wie und warum sich Männer erfolgreich vor mehr Familienarbeit drücken. Die FAZ lernt bei Daniel Dettling ein wenig klimaneutralen Optimismus und übt sich mit Riku Ondas Kriminalroman "Die Aosawa-Morde" in der hohen Kunst des Shin-Honkaku.

30.04.2022 Die FAS begibt sich mit Sibylle Bergs "RCE" in das horrorkapitalistische Betriebssystem unserer Gegenwart. Als liebevolle Bildungsbürgersatire empfiehlt die Welt Eckhart Nickels Kunstroman "Spitzweg". Die FAZ freut sich, mit welcher Könnerschaft Clemens Setz Allen Ginsbergs Lyrik neues Leben einhaucht. Die FR lauscht beglückt, wenn Christian Lehnert in seinem "opus 8" Sumpfkräuter und Feldlerche besingt. Der DlfKultur wiegt sich mit J.M.G. Le Clezios "Bretonischem Lied" in Kindheitserinnerungen. Die NZZ lernt aus Ulinka Rublacks fantastischer Geschichte der Mode, warum blaue Strümpfe im 16. Jahrhundert ein absolutes No-Go waren.

29.04.2022 Tag der Tagebücher: Die SZ liest in den New York Diaries, was Jonas Mekas alles der Kunst opferte, die Welt vertieft sich in Ralph Waldo Emersons Ideen zur Natur und zu den Vereinigten Staaten und Dlf Kultur leistet mit Peter Handke "Wortarbeit". Die FAZ lässt sich von Richard Rohrmoser die Geschichte der Antifa erzählen. Die NZZ lernt von Greg Woolf, dass antike Städte ähnlich wie Mutationen zufällig entstanden. Und Dlf Kultur liest erst Jenny von Sperbers spannende Biografie eines Menschenaffen und schließlich Marian Engels sexuelle Liebesgeschichte zwischen einer Frau und einem Bären.

28.04.2022 Zeit und Dlf lauschen gebannt dem fiebrig wolllüstigen Klagelied, das Madame Nielsen über das Zerbrechen einer Liebe anstimmt. Die FAZ unterhält sich bestens mit Felix Kuchers Roman über den Maler und Impfgegner Karl Wilhelm Diefenbach. In der SZ kämpft Michael Maar mit Neidgefühlen, wenn Peter Sloterdijk in einem späten "Meisterwerk" die Theologie an ihre Widersprüche führt. Die taz blickt lieber in die Vergangenheit des Wu-Tang Clans. Und Dlf Kultur mit Gian Alfonso Pacinottis Comic in das Seelenleben von Kriegstraumatisierten.

27.04.2022 Die SZ wird mit Michael Sorkin im Stakkato zur Architektin und macht mit Jürgen Nendza lyrische Lesefunde unter Tage. Als Mix aus Stifter, Genazino und Zen-Poesie empfiehlt die FAZ André Dhôtels Roman "Bernard der Faulpelz". Mit Asako Yuzuki geht sie in die Lebensschule einer Männermörderin. "Wahrnehmung statt Narrativ!", ruft die FR begeistert nach der Lektüre von Bernd Wagners unzensiert erscheinenden "verlassenen Werken". Die NZZ lässt sich von Erhard Nickel die Nerven verfeinern. Und Dlf setzt mit Michael Krüger ein "Fanal gegen das Sterben".

26.04.2022 Die FAZ verbeugt sich tief vor dem Lebenswerk der französisch-algerischen Frauenrechtlerin Gisèle Halimi, deren Erinnerungen "Seid unbeugsam!" leider erst nach ihrem Tod vor zwei Jahren auf Deutsch erschienen. Der Dlf lernt von Katrine Marçal, warum Elektroautos nicht mehr mit Kristallglas verziert werden. Sehr beeindruckt ist sie auch von Adania Shiblis Roman "Eine Nebensache". Der DlfKultur folgt in Krisha Kops' "Das ewige Rauschen" der Erzählung einer Banyanfeige.

25.04.2022 Der DlfKultur liest mit Begeisterung Sudhir Hazareesinghs Biografie des haitianischen Freiheitshelden Toussaint Louverture. Das nötige Grundwissen über karibische Sklaverei besorgt er sich gern anderswo. Gut gefallen ihm auch Magdalena Schrefels spröde-bestechende Erzählungen aus der Welt der Arbeit von morgen "Brauchbare Menschen". Die FAZ bespricht neue Kinder- und Jugendbücher. Unter anderem lässt sie sich beglückt von Jörg Schubiger und Rotraut Susanne Berner die Geschichte von Adam und Eva neu erzählen.

23.04.2022 Man macht es sich zu einfach, wenn man Abdulrazak Gurnah einfach bei den postkolonialen Autoren einordnet, findet die NZZ. Die SZ möchte Wole Soyinkas neuen Roman "Die glücklichsten Menschen der Welt" lieber zweimal lesen als einmal. Die taz liest Manga-Klassiker von Yoshiharu Tsuge, Susumu Katsumata und Osamu Tezuka. Die FAZ liest liest eine neue Ausgabe von Rosa Luxemburgs "Büffelhaut"-Brief.

22.04.2022 Die FAZ blickt in Craig Browns Beatles-Biografie durch ein buntes Kaleidoskop voller Exzentrizitäten und Absurditäten. Mit Patrick Leigh Fermor verkriecht sie sich in französischen Klöstern. Die FR empfiehlt dringend die mystischen Lyrik der russischen Dichterin Jelena Schwarz. Handke-Exegeten rät die NZZ zu dessen "Zwiegespräch". Die SZ nascht von Olaf Hayeks fantastischen Früchten. Und Dlf Kultur verliebt sich in Dagmar Leupolds stillen Einzelgänger.

21.04.2022 Die FAZ bewundert den ethnologischen Blick, mit dem Dagmar Leupold einen Opern-Garderobier seziert. In den Altersgedichten von Joseph Zoderer entdeckt sie einen Gyphius im neuen Gewand. Die SZ reist mit dem siebenbändigen Architekturführer von Philipp Meuser und Adil Dalbai zu 850 Bauten aus 49 afrikanischen Ländern. Die Zeit empfiehlt Rene Cuperus' Band "7 Mythen über Europa" allen deutschen Politikern als Korrekturhandreichung zu "möglichen Selbsttäuschungen" in Sachen Europapolitik und Russland. Und Dlf Kultur untersucht mit Karin Harasser das Nachleben der Nazi-Elite in Bolivien.