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15.01.2022 FR und Dlf Kultur empfehlen wärmstens den Briefwechsel zwischen den beiden „Einander-Lesenden“ Christa Wolf und Franz Fühmann. Die FAZ erkennt in Heinz Rudolf Kunzes Autobiografie, wie gut Rock und Intelligenz zusammenpassen. Die taz kann nach der Lektüre von Alba de Cespedes’ verbotenem Notizbuch nicht fassen, wie die kubanisch-italienische Journalistin und Widerstandskämpferin in Vergessenheit geraten konnte. Mit Markus Gabriel erkundet sie die „Macht der Kunst“.

14.01.2022 Die FR bricht mit Birgit Kreipe zu neuen Klangräumen auf. Der Dlf liest in Victoria Wolffs autobiografischem Roman von 1935, wie die Nazi-Ideologie in eine deutsche Kleinstadt sickerte. Die SZ empfiehlt heute Sachbücher für Kinder: Bei Eduardo Muñoz liest sie, welche Pflanzen man essen kann und von Charlie Morland erfährt sie, wie Musik funktioniert. Die taz lernt in den Erinnerungen des Exilforschers Guy Stern einen unermüdlichen Wissenschaftler kennen. Und Dlf Kultur erlernt von Dai Sijie die uralte Kunst der Taubenflötenschnitzerei.

13.01.2022 Die FAZ liest gebannt Nina Bouraouis französischen Selbstermächtigungs-Roman "Geiseln", der lange vor MeToo entstand. Mit Luo Lingyuan frönt sie Luxus und Exzess im Shanghai der Dreißiger. Die NZZ lässt sich von David Graeber und David Wrengow eine neue Geschichte der Menschheit erzählen. Auch die Zeit erliegt der furchtbaren Wucht des neuen Houellebecqs. Und Dlf Kultur liest in Megha Majumdars Debütroman "In Flammen" die Geschichte einer jungen Inderin, die im Gefängnis landet, nachdem sie auf Facebook Kritik an der Regierung äußerte.

12.01.2022 Die FAZ staunt, wie vielschichtig Viktor Jerofejew in seinem Mini-Roman vom "Leben mit einem Idioten" erzählt. Mit einer von Tatjana Petzer herausgegebenen Anthologie denkt sie über Unsterblichkeit nach. Die FR spürt dank Vivien Goldman die ganze Energie des She-Punks. Die SZ folgt Elke Heidenreich durch ein Leseleben mit Sagan, Sontag, Didion und Ernaux. Und Dlf Kultur lässt sich vom zweiten Teil der Graphic Novel zu Yuval Noah Hararis kurzer Geschichte der Menschheit durch die Jahrtausende jagen.

11.01.2022 Der Dlf liest ziemlich vergnügt Christopher Eckers Roman "Herr Oluf in Hunsum" über einen erschlafften Provinzakademiker auf Sinnsuche. Die FAZ vergräbt sich mit Tobias Hürters Wissenschaftsgeschichte "Das Zeitalter der Unschärfe" in die Fundamentaltheorien der Physik. Horrormäßig komisch findet der DlfKultur Liz Nugents Familiengeschichte mit Todesfall "Kleine Grausamkeiten". Außerdem melden sich heute auch mal Michel Houellebecqs Kritiker zu Wort.

10.01.2022 Bereitwillig lässt sich die NZZ von Andrea Scrima in ein Spiegelkabinett der Depressionen führen. Der DlfKultur folgt der aserbaidschanischen Ölbaronesse Banine auf ihren Abenteuern von Baku bis Paris. Die FR unterhält sich prächtig mit Elizabeth Strouts Roman "Oh, William!". Und die SZ empfiehlt Golineh Atais Reportagen über Frauenrechtlerinnen im Iran.

08.01.2022 "Vernichten"? Aber ganz und gar nicht! Die deutsche Kritiker liegen Michel Houellebecq zu Füßen. Nicht nur geht sein "Nicht-Stil" mal wieder runter wie Butter. Es gibt auch den altbekannten Sarkasmus. Und Sex. Und dann eine unvermutete Wende: Wird Houellebecq Humanist? Außerdem zwei Empfehlungen aus Italien: Gianfranco Calligarichs Roman-Roman "Der letzte Sommer in der Stadt" und "Die Tschechow-Leserin" von Giulia Corsalini.

07.01.2022 Die taz begibt sich auf einen "wilden Ritt" durch David Bowies frühe Jahre ein mit Reinhard Kleists Graphic Novel. Die SZ staunt, wie zeitgemäß Gabriele Tergits Roman "So war's eben" von 1956 heute noch ist. Die FAZ lässt sich von Niklas Luhmann die Natur "semipermeabler Grenzen zwischen Innen und Außen" in der öffentlichen Verwaltung erläutern. Und Dlf Kultur lernt von Ilma Rakusa, was Audrey Hepburn und Mörikes Gedichte verbindet: Eleganz. Mit Philipp Detter liest sie einen Thriller über unser Immunsystem.

06.01.2022 Haben Sie schon mal von Sigrid Undset gehört? Die norwegische Autorin, die auf Skiern vor den Nazis floh, war 1928 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet worden. Der erste Band ihrer Trilogie um "Kristin Lavranstochter" erzählt von einer sozialen Rebellin im 14. Jahrhundert, die trotzdem gottesfürchtig ist. Erfrischend fremd findet das dlf kultur. Die FR erweitert ihren kulturellen Kanon mit Jonas Engelmanns Geschichte der Außenseiter. Die NZZ liest mit Mia Couto einen der großen Erzähler der lusofonen Welt. Die taz lässt sich von Charlotte Klonk die Bilder vom Sturm aufs Kapitol erklären.

05.01.2022 Die FAZ empfiehlt Wallace Thurmans Harlem-Roman "The Blacker the Berry", auch wenn sie nicht versteht, warum die Übersetzerin das Wort "race" nicht übersetzt. Einen anschaulichen Überblick bietet Richard Ovenden der SZ mit seiner Geschichte der bedrohten Bücher. Die taz findet in Sophia Fritz' Debütroman "Steine schmeißen" ein überzeugendes Porträt der Generation Z. Der Dlf versinkt selig in den Feuilletons von Walter Benjamin.