Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Ohne Rezeption keine Realität

13.07.2021 Die FAZ erkundet mit Anselm Weyers erstklassigem Architekturführer die Kölner Nachkriegsmoderne zwischen Avantgarde und Parkhaus. Vergnügt liest sie auch Schuldts Fabeln "Leben und Sterben in China", denen sie allerdings eher eine literarische als philologische Zuverlässigkeit beimisst. Die SZ lernt von Agnes Heller, wie gefährlich frei der Mensch ist. Der DlfKultur begibt sich mit Andreas Speit auf die Spuren einer rechten Bio-Boheme.

Leidenschaft oder Sachverstand

12.07.2021 Der Dlf lässt sich von Louise Erdrich erzählen, wie die Turtle Mountain  Chippewas in North Dakota gegen ihre Zwangsassimilierung kämpften. Mit Gewinn liest er auch den Abschlussband von Wolfgang Hilbigs Werken mit "Essays, Reden, Interviews". Als anregend und aufrüttelnd lobt die SZ Reiner Klingholz' Buch zu Klimawandel und Bevölkerungswachstum "Zu viel für diese Welt". Und die NZZ empfiehlt Niko Bätschs "Listening" als Ratgeber für Klang- und Kampfkunst.

Umbruch in der Gefühlskultur

10.07.2021 Die taz begegnet Marcel Proust in den frühen Erzählungen "Der geheimnisvolle Briefschreiber" als schwulem Snob. Sehr anregend findet sie auch Jochen Schmidts Proust-Lektüre. Hochkonzentrierte Gefühlsfiktionen entdeckt der Dlf in Hans Falladas Erzählungen "Lilly und ihr Sklave". Die FAZ begegnet finnischen Einwanderern und amerikanischen Indigenen in Katja Kettus Roman "Die Unbewzingbare". Und als fantastische Antwort auf das Grauen der Gegenwart feiert die Welt Evie Wylds Schauerroman "Die Frauen".

Ein gieriger Flaneur

09.07.2021 Die FAZ lernt Südjütisch, Saterfriesisch und andere Minderheitensprachen mit Albrecht Plewnia und Rahel Beyer. Mit Christiane Fülscher nimmt sie die Botschaften der frühen Bundesrepublik und der DDR unter die Lupe. Die SZ entdeckt in gleich zwei neuen Bänden Unveröffentlichtes von Hans Fallada. Die NZZ stößt mit Quentin Tarantino auf das Hollywood der Sechziger an. Dlf lässt sich von Anatoli Pristawkin die Geschichte  zweier russischer Zwillingsbrüder in einem kaukasischen Kinderheim erzählen. Und Dlf Kultur blickt mit  Ergun Cagatay in den Alltag türkischer Migranten.

Gescheite Grübelei

08.07.2021 Eine Erkundung des Lebens im Totalitarismus unternimmt die FAZ mit Gabriela Adamesteanus Roman "Das Provisorium der Liebe". Die FR begibt sich mit Oswald Eggers "Entweder ich habe die Fahrt am Mississippi nur geträumt, oder ich träume jetzt" in den Urschlamm der Wörter. Die SZ empfiehlt Kurt Flaschs "Christentum und Aufklärung" über Voltaires Auseinandersetzung mit Pascal.

Formen des kleinen Wissens

07.07.2021 Die FAZ greift mit Harald Meller und Kai Michel nach den Sternen in der Bronzezeit. Mit wachsendem Grauen lauscht sie Francis Neniks Geschichte eines Leipziger Eugenikers. Wer den Kapitalismus so schön verteidigt wie Eula Bliss, dem hilft die NZZ gern bei der Finanzierung des Wintergartens. Dlf Kultur besteigt mit Robert Macfarlane "Berge im Kopf". Und die SZ empfiehlt noch einmal Fatima Daas' Roman "Die jüngste Tochter".

Das Überspringen des Funkens

06.07.2021 Die FAZ jauchzt vor Freude über Peter Buwaldas neuen Roman "Otmars Söhne", in dem Geschlechtsumwandlungen, verschwundene Beethoven-Sonaten und Schneestürme toben. Die SZ folgt vergnügt den Abenteuern von Joachim Lottmanns in die Jahre kommendem Alter Ego Johannes Lohmer: "Sterben war gestern". Der DlfKultur kann gar nicht anders als lachen bei Frederic Beigbeders Roman "Der Mann, der vor Lachen weinte". Und der Dlf lobt sich die Crowdfunding-Initiative zu Gunter Gerlachs schrulligem Buch "Ein falsches Wort und du bist tot".

Lebenswendungen eines Langweilers

05.07.2021 Der Dlf erkundet mit Heike Paul die politische Kultur der amerikanischen Sentimentalität. Der DlfKultur erfährt in Frank Sierens Report über "Shenzhen", was die Metropole so fortschrittlich macht und was reaktionär. Sympathisch ist ihm auch der mausgraue Held in Hans-Ulrich Treichels Roman "Schöner denn je". Die NZZ lobt Vera Bischitzkys entschlackte Neuübersetzung von Iwan Gontscharows Roman "Eine gewöhnliche Geschichte". Und die FAZ vergnügt sich mit Colin Dexters Reihe um den Oxforder Chief Inspector Morse, die sie so knifflig findet wie die Kreuzworträtsel der Times.

Aus göttlicher Perspektive

03.07.2021 Die SZ folgt mit Bewunderung Scott McClanahans "Crap", der Beschreibung des alltäglichen Wahnsinns im Leben einer Familie in West Virginia. Die FAZ vertieft sich in Anekdoten um und Rezepte vom Spitzenkoch Eckart Witzigmann. Die FR erliegt der flotten Schreibe von Audur Ava Olafsdottirs "Miss Island". Die taz freut sich über den ersten, autobiografischen Band einer Werkausgabe von Hermann Borchardt. Dlf lässt sich von Sergej Lebedew über "Das perfekte Gift" aufklären.

Rasant rotierendes Kaleidoskop

02.07.2021 Die FAZ schwelgt mit Philippe Monnier in der Untergangsgeschichte Venedigs. Die FR wandert mit Olivia Laing entlang der Ouse und lauscht Nymphengeschichten und dem Lallen von Betrunkenen. Die NZZ begibt sich indes mit Zadie Smith auf einen Roadtrip mit Michael Jackson, Marlon Brando und Elizabeth Taylor. Die SZ taucht ab in ein ganzes Reporterleben mit Joseph Mitchells "Street Life". Außerdem empfiehlt sie Kinderbücher. Und Dlf Kultur stärkt sein Immunsystem mit Jenna Macchiochi.

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