Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Minsk, unverändert

01.07.2021 Wie man ein Leben führen kann auch am falschen Ort zur falschen Zeit, lernt der Dlf mit den Erzählungen von Gaito Gasdanow aus den 30er Jahren. Die Zeit lernt von Elizabeth Acevedo, wie man sich - "Soul Food" sei Dank - auch als Teenie-Mutter nicht unterkriegen lässt. Die SZ spürt mit Jens Balzer der "High Energie" der Achtziger nach. Die FAZ liest Sasha Filipenkos Roman "Der ehemalige Sohn" als Kommentar zu den aktuellen Ereignissen in Belarus.

Avantgardepulp

30.06.2021 Der Dlf wandert mit Olivia Laing zur Ouse. Dlf Kultur lernt von Katja Spitzer, warum Sissi ihre Haare an der Zimmerdecke aufhing. Die FAZ liest neue Bücher zu Marcel Proust, der nächsten Samstag 150 Jahre alt geworden wäre. Die FR schnuppert mit Brendan Taylor am "Real Life". Die SZ staunt über das opportunistische Talent des "großen Kalanag".

Ratschläge mit Witz

29.06.2021 Der Dlf lernt von Michael E. Manns "Propagandaschlacht ums Klima", dass man nicht auf den Einzelnen, sondern die großen Klimazerstörer blicken sollte. In der FR erhebt Otfried Höffe Einspruch gegen die von Christine M. Korsgaard postulierte Gleichwertigkeit von Mensch und Tier. So unbequem wie stark findet die NZZ Valzhyna Morts Gedichte "Musik für die Toten und Auferstandenen". Die SZ liest Salman Rushdies Essays. Die FAZ steigt mit Anja Nitz in die Keller der Museen.

Ehrenwache vorm Partisanendenkmal

28.06.2021 Die NZZ fängt Feuer, wenn Georges-Arthur Goldschmidt in seinem neuen Roman "Der versprerrte Weg" zum ersten Mal von seinem Bruder erzählt, der in der Resistance kämpfte. Zur Schlichtung der Debatten-Gemüter kann der DlfKultur Jörg Schellers Schrift "Identität im Zwielicht" empfehlen. Die SZ freut sich, dass in den Band "Wenn nicht ich, wer dann?", nicht alle große Reden großer Frauen reinpassten. Und die FAZ jauchzt vor Glück, wenn der Miesepups von seiner Frau auf den Mond geschossen wird. 

Härte und Schönheit

26.06.2021 taz und FR legen uns zum Wochenende zwei Schwergewichte auf den Coffeetable: Die taz reist mit Sebastião Salgados neuem Hochkaräter zu den indigenen Völkern ins Amazonasgebiet, die FR trifft sich zur Kissenschlacht mit Harry Benson und Paul McCartney. „Genial“, findet die FR auch Salman Rushdies gesammelte Aufsätze aus den Jahren 2003 bis 2020. Welt und Dlf staunen, wie elegant der Historiker Philipp Sarasin Apple, RAF, Foucault und Travolta im Jahr 1977 verknüpft. Die ganze Diversität Sarajevos lernen Welt und Dlf Kultur in Dževad Karahasans „Tagebuch der Übersiedlung“ aus dem Jahr 1993 kennen. Und die FAZ reist mit Leslie Jamison nach Las Vegas.

Aus einer verlorenen Welt

25.06.2021 Die SZ staunt über die Subtilität, mit der Zadie Smith in ihren Erzählungen Themen wie Feminismus oder Rassismus anpackt. Die FAZ reist mit Amy Stanley ins Tokio des frühen 19. Jahrhunderts. Die NZZ lernt von Robert Mappes-Niediek viel über die unterschiedlichen Mentalitäten in Ost- und Westeuropa. Dem Dlf verschlägt Bogdan Wojdowskis polnischer Holocaust-Roman "Brot für die Toten" die Sprache. Und Dlf Kultur lernt in Dorothy Wests Roman "Die Hochzeit", was in den USA unter "race" verstanden wird.

Radikales Erzählen

24.06.2021 Die SZ empfiehlt zwei Bücher zur Sklaverei: Andreas Eckerts komprimierte Globalgeschichte der Sklaverei und zur weiteren Veranschaulichung Anton de Koms Anklageschrift "Wir Sklaven von Suriname" aus dem Jahr 1934. Dass Rassismus und große Literatur sich nicht ausschließen, lernt die Zeit mit Celines frühem Roman "Tod auf Raten". Die FR lernt aus Klaus Wengsts Band "Wie das Christentum entstand" und der Antisemitismus in die Welt kam. Dlf Kultur lauscht beglückt dem Gemurmel und anfahrenden Dampflokomotiven in den Gedichten von Ester Naomi Perquin.

Wie berauschend Offenheit und Freiheit sein können

23.06.2021 Die FAZ macht mit dem Altphilologen Dennis Pausch eine Ausflug in die Arena antiker hate speech und findet "Virtuose Niedertracht". Die SZ amüsiert sich prächtig mit Maarten 't Hart, einem nerdigen Orgelstimmer und einer brasilianischen Femme fatale in der holländischen Provinz der Achtziger. Angetan folgt die taz Wolfgang Englers gedanklichen Streifzügen durch die liberale Gesellschaft. Dlf Kultur blickt in die privaten Gemächer ikonischer Architektenhäuser. Ganz unbehaglich wird ihm zumute, wenn er mit Nick Reimer und Toralf Staud dem Klima im Jahr 2050 entgegenblickt.

Ein bisschen Tagesaktualität und Kulturleben

22.06.2021 Die taz erkennt die Spuren von Gewalt und Grausamkeit in Jo Ratcliffes Fotografien aus Südafrika und Angola. Die FAZ lernt von Joseph de Wecks Macron-Biografie nicht unbedingt viel über den Präsidenten, aber viel über Frankreich. Der Dlf galoppiert mit James Hawes durch die Geschichte Englands, in der schon Cäsar ein in Nord und Süd gespaltenes Land vorfand. Mit Oswald Egger labt er sich an den kalkigen Knollenmergeln und klüftigem Kalkschiefern des Mississippi. In Markus Bundis Roman "Die letzte Kolonie" erkennt der DlfKultur Fragmente einer Sprache der Verzweiflung.

Das Ideal der Allgemeinheit

21.06.2021 Als wunderbare Gymnastik für Gehirn und Ohren empfiehlt die FAZ die Hörbuchversionvon Rabelais' Roman "Gargantua und Pantagruel". Mit der "Matratzengruft" erkennt sie in Heinrich Heine den "größten Dichter der Ambivalenz". Die SZ empfiehlt den Essay "Die türkische Malaise" des Wirtschaftswissenschaftler Cengiz Aktar. Und der DlfKultur lernt von Philipp Sarasin, dass "1977" die Moderne zu Ende ging.

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