Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Wellen, Drinks, Stille

24.07.2021 FAZ und FR lesen berührt, wie Georges-Arthur Goldschmidt die Konkurrenz zu seinem großen Bruder Erich beschreibt. Die taz lässt sich von Emma Clines neuen Kurzgeschichten das Herz umdrehen. Mit Olga Shparagas Buch über die weibliche Revolution schöpft sie Hoffnung für Belarus. Die Welt spürt das Flirren der Sonne in Philipp Keels „Last Summer“ und setzt mit Lukas Rietzschel und Georg Baselitz zur Raumfahrt an. Dlf Kultur schlägt sich mit Viet Tanh Nguyen durch das Drogenmilieu im Paris der Achtziger und reitet auf einem gestohlenen Pferd mit C Pam Zhang durch einen ganz neuen Wilden Westen.

Die Himmelsfrau fällt in die Welt

23.07.2021 Dlf Kultur riecht mit der Biologin Robin Wall Kimmerer am Süßgras und erlernt das Prinzip der gegenseitigen Fürsorge zwischen Mensch und Natur. Die SZ lauscht John Clares Gesängen vom ländlichen Proletariat. Die FAZ verteidigt sich gegen Henning Lobins "Sprachterror". Die FR freut sich über einen neuen Hirschhausen-Krimi von Gary Disher. Und der Dlf lernt von Laszlo F. Földenyi, dass die göttliche Perspektive auf einer Illusion beruht.

Die Natur ist hier der Star

22.07.2021 Die Zeit schaut mit Heinz Strunk in die Abgründe der Midlife-Crisis. Die taz reist mit Birgit Schlieps durch eine Retortenstadt in der Kasachischen Steppe. Die FAZ freut sich über kleine Bosheiten gegen Journalisten in Stefan Gärtners "Terrorsprache". Die SZ sehnt sich mit Wolfgang Welt noch einmal nach  Bier, Musik und Männerwelten. Die FR räumt einen ganzen Stapel Bildbände über Japan vom coffee table. Und Dlf Kultur sucht mit Goran Vojnovics slowenischem Skandalroman nach der Identität der Tschefuren.

Intellektuelle Szenarien

21.07.2021 Dlf empfiehlt Bernhard Schlinks Zeitstück "20. Juli", das die Debatte über den Tyrannenmord an eine Schule verlegt. Meisterlich findet Dlf Kultur Gert Loschütz' Roman "Besichtigung eines Unglücks" rund um die Themen Schicksal, Schuld, Liebe und Lebenslügen. Die FAZ begrüßt die deutsche Ausgabe von Massimo Osannas Erfolgsbuch über Pompeji. Die NZZ ist beeindruckt von der Klugheit, mit der Mark Gevisser "Die pinke Linie" zeichnet.

Baguette aus dem Automaten

20.07.2021 Als eines der schönsten und aufrichtigsten Bücher der russischen Literatur preist die FAZ Anatoli Pristawkins Roman "Schlief ein goldnes Wölkchen". Sehr berührt ist die NZZ von Adolf Muschg, der in "Aberleben" die Figuren wiedererweckt, die er in seinen bisherigen Romanen hat sterben lassen. Tröstende Lektüre erblickt der Dlf in Sigrid Nunez' Roman "Was fehlt dir". Und die taz vergnügt sich bestens mit Goran Vojnovics Vorstadt-Roman "Tschefuren raus!"

Größenwahnsinnig ist das selbstverständlich

19.07.2021 Kürze und Präzision lobt die SZ an Ralph Bollmanns Angela-Merkel-Biografie, die es immerhin auf 800 Seiten bringt. Hervorragend findet sie Joseph de Wecks Macron-Porträt, das sich alle Anekdoten spart und lieber vom Land und seinen Brüchen erzählt. Großartig gescheitert findet der Dlf Friedrich Dürrenmatts "Stoffe-Projekt". Der DlfKultur lässt sich von Solmaz Khorsand erklären, wie nah "Pathos" an der PR ist. Und die taz vergnügt sich mit Ralf Königs treffender Lucky-Luke-Hommage  "Zarter Schmelz".

Verschiebung der Wahrheitsregeln

17.07.2021 Die taz lässt sich von Susanne Schröter in "Allahs Karawane" einladen und lernt eine Menge über jenen Islam, den der Islamismus nicht mag. Dlf Kultur empfiehlt J. Courtney Sullivans neuen Roman "Fremde Freundin", der ein Porträt Amerikas vor Trump zeichnet.  Die FAZ verweilt mit Philipp Sarasin im Jahr "1977" und gewinnt daraus genug "High Energy", um mit Jens Balzer in die Achtziger zu reisen.

Wo liegt die Insel, die unser Leben ändert?

16.07.2021 Die taz empfiehlt die Reportagen von Ingeborg Schober, einer Pionierin der deutschen Rockkritik. Die SZ stellt vier Kinderbücher vor, in denen Katzen die Hauptrolle spielen. Die FAZ durchstreift mit Wolfgang Streecks "Zwischen Globalismus und Demokratie" und Michael Seemanns "Die Macht der Plattformen" das weite Feld der Kapitalismuskritik. Der Dlf vernimmt dankbar den Optimismus, den Steffen Menschings Gedichtband "In der Brandung des Traums" ausstrahlt.

Quasi prophetischer Dichter

15.07.2021 Die FR taucht mit Silvia Ferraras "Die große Erfindung" tief hinab in die Windungen von Hieroglyphen und anderen antiken Schriften. Die FAZ lässt sich von Wendy Law-Yone erzählen, was die Bekanntschaft mit Dürrenmatt, Heine und Goethe für eine junge Frau in einer Militärdiktatur in den 60er Jahren bedeutete. Im Dlf empfiehlt Mithu Sanyal Shida Bazyars vor dem Hintergrund der NSU-Morde spielenden Roman "Drei Kameradinnen". Die SZ fragt, ob die Übersetzung von Boccaccios "Büchlein zum Lob Dantes" wirklich gegendert musste.

Advokatin der Bitternis

14.07.2021 Die FAZ lässt sich von Claude Anets "Ariane" bezirzen. Die NZZ lauscht Mary MacLanes Scharmützeln mit ihrer Freundin Annabel Lee. Die taz empfiehlt Carolin Schuttis "Der Himmel ist ein kleiner Kreis". Die SZ lässt sich von Sarah Hall zu den "Töchtern des Nordens" in einem postapokalyptischen England führen. Außerdem bespricht sie drei queere Comics.

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