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10.02.2023 Die taz lernt Bertolt Brecht als belesenes Schlitzohr kennen in dessen Interviews aus den Jahren 1926 bis 1956. Der Dlf erkennt: Wenn der irische Autor Brendan Behan nicht gerade trank, schrieb er wuchtige und wahrhaftige Kurzgeschichten. Dlf Kultur lauscht indes den Sorgen von Robert Walser in dessen "Kleinen Dichtungen". Mit Solvej Balle versucht er einer Zeitschleife zu entfliehen. Die SZ empfiehlt Kinderbücher über Dinosaurier. Und die FAZ erweitert ihren Wortschatz mit der neuen Auflage des Duden.

09.02.2023 Die FAZ birgt zwei Schätze aus Lettland: Besonders empfiehlt sie Zigmunds Skujiņš' großartiges Epos "Das Bett mit dem goldenen Bein" : Ein Vielgenerationenporträt der Letten, meint sie. Mit Milena Michiko Flašar macht sie erstaunliche Begegnungen beim Reinigen von Leichenfundorten. Wie ein dunkler Roman von Erich Kästner erscheint der Zeit Michael Köhlmeiers virtuoser Roman "Frankie". Mit Virginie Despentes begibt sie sich zur Drogenberatungsstelle. Die FR dankt Elisabeth Klar für eine "klasse Vorstellung" mit Mutanten.

08.02.2023 Die SZ hört gern zu, wenn Virginie Despentes ein "liebes Arschloch" treffend bis zur Schmerzgrenze und doch mit Herz über Machtmissbrauch, Feminismus und Freigeisterei wettern lässt. Als "poetisches Naturereignis" würdigt die NZZ den neuen Roman von Clemens J. Setz, der von einer hundert Jahre alten Verschwörungstheorie erzählt. Die FAZ lässt sich von Stephan Krass durch ein Jahrhundert Radiogeschichte führen. Und die taz empfiehlt einen Sammelband mit Aufsätzen zu den Problemen des Antirassismus.

07.02.2023 Als Segen für die Literatur feiert die FR Ulrike Draesner und ihren Roman "Die Verwandten", der deutsch-polnischen Geschichten nachspürt. Als Schriftsteller von Weltrang preist die NZZ Dzevad Karahasan, der auch in seinem neuen Roman "Einübung ins Schweben" Sarajewo und die Freundschaft besingt. Die SZ sucht mit Sara Weber Alternativen zu einer kaputten Arbeitswelt. Der DlfKultur bewundert Raffinesse und Verlässlichkeit in F.C. Delius' Erinnerungen "Darling, it's Dilius!".

06.02.2023 Als Dokument einer Krise liest der DLf Marlene Streeruwitz' Roman "Tage im Mai".Der DlfKultur folgt mit Neugier der Heldin in Milena Michiko Flasars Roman "Oben Erde, unten Himmel", die ausgerechnet im Putztrupp der Polizei ein bisschen Auftrieb findet. Die FAZ liest Krimis, darunter Megan Abbotts Ballettschul-Thriller "Aus der Balance" und Claudia Piñeiros Roman "Kathedralen", der das Grauen vor christlichem Fanatismus lehrt.

04.02.2023 Die Welt liest berührt und beglückt Clemens J. Setz' Roman "Monde vor der Landung", der ihr das wahre irdische Leben im Inneren des Planeten eröffnet. In den Essays der russischen Schriftstellerin Ljudmila Ulitzkaja vermisst sie eigentlich nur ein paar Zeilen zur Ukraine. Die taz lässt sich von der französischen Philosophin Veronique Zanetti die "Spielarten des Kompromisses" darlegen. Mit Jacques Tardis "Adele-Comics" versinkt sie in verträumten Noir-Zeichnungen von Paris. Die FAS gerät mit Jan Carsons "Firestarter" zwischen die Fronten digitaler Brandstifter in Nordirland.

03.02.2023 Die NZZ liest David Graebers Studie über Piraten als alternative Geschichte des Westens. Die FAZ zieht Siegfried Kohlhammer vor, der ganz ohne Seeräuberromantizismus auskommt. Die FR folgt mit Ha Jin den Lebensetappen des chinesischen Dichters Li Bai in Versen. Und der Dlf Kultur ist nach einer poetischen LSD-Erkundungstour mit Anuschka Roshani ganz berauscht.

02.02.2023 FAZ und Dlf erleben mit Raphaela Edelbauers drei "Inkommensurablen" die letzten 36 Stunden in Wien vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Die FR durchlebt mit Solvej Balles Roman "Über die Berechnung des Rauminhalts" ein Jahr lang ein und denselben Tag. Die Zeit streift mit Maria Bakhareva über "Märkte in aller Welt". Außerdem wünscht sie Maxim Znaks aus dem Gefängnis geschmuggelten "Zekamerone" so viele Leser wie möglich.

01.02.2023 Die FAZ bewundert, wie eigenwillig, messerscharf und rau Dinçer Güçyeter vom Schicksal der ersten Arbeitsmigranten in der BRD erzählt. Von Adrian Daub lässt sie sich über die Anfänge der Cancel-Culture-Bewegung in den USA aufklären. Die SZ kriecht mit Gregory Salle in die Seelen von Luxusyacht-Besitzern. Und Dlf Kultur lässt sich von den fünfzehn federleichten Porträts verführen, die Ann Mbuti von schwarzen Künstlerinnen und Künstlern geschaffen hat.

31.01.2023 In der FAZ feiert Jochen Schimmang die unteutonische Eleganz, mit der Gabriele Weingartner ihren Helden Leon Saint Clair in einem Luxushotel in Chur auf Wolfgang Hildesheimer treffen lässt. Für ein Meisterwerk hält die taz auch Joshua Cohens Campusroman "Die Netanjahus", der mit viel Witz von der jüdischen Diaspora in den USA erzählt. Die NZZ staunt, wie spielend Randall Kenan in "Einfall der Geister" Leichtigkeit und Düsternis verbindet. Fasziniert und verstört liest der Dlf Anna Kavans Geschichten aus der Psychiatrie. Und die FR kann nicht genug bekommen von Ian Rankins alterndem Ermittler John Rebus.