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18.01.2023 Virtuos findet die SZ, wie Peter Stamm mit schelmischer Offenheit das Genre der Autofiktion zerpflückt. Von Andreas Ammer erfährt sie von der lebenslangen Einsamkeit der Auster. Die FAZ lauscht gebannt, wenn ihr Hendrik Otremba die Geschichte eines Amoklaufs erzählt. Die NZZ staunt über die Aktualität von Carlo Masalas wiederaufgelegten Analysen zu Staatszerfall, Migration, Terrorismus und Pandemien. Und DlfKultur lernt dank Lone Frank die Formel der Liebe kennen.

17.01.2023 Augenöffnend findet die FAZ Philip Bloms Geschichte der menschlichen Herrschaft über die Natur. FR und SZ verschlingen Raphaela Edelbauers Roman "Die Inkommensurablen", der von drei Jugendlichen in Wien bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs erzählt. Die SZ stellt auch die ukrainische Autorin Sofia Andruchowytsch vor und lernt mit Marion Fourcades "Zählen, benennen, ordnen" die Kunst der systematischer Bewertung. Der DlfKultur bewundert die nüchternen, wahrnehmungsgenauen Notizen der Dichterin Marina Zwetajewa "Ich sehe alles auf meine Art".

16.01.2023 Auch in der Hörbuchfassung rühmt die FAZ Gabriele Tergits Roman "Effingers" als fahrlässig unterschätztes Jahrhundertpanorama. Außerdem freut sie sich über Meike Rötzers Mut, Kleists "Penthesilea"-Drama in ein mächtiges Hörstück zu verwandeln. Die FR feiert Jean Staffords soghafte Erzählungen "Das Leben ist kein Abgrund". Der DlfKultur entdeckt auch in Sofi Oksanens frühem Roman "Baby Jane" das Talent der Autorin zur Schonungslosigkeit. Und die SZ lernt von Barbara F. Walter, warum immer mehr Staaten an den Rand des Bürgerkrieges geraten.

14.01.2023 Achtziger Jahre, Drogenpartys, Serienmorde: Es geht eigentlich zu wie immer in Bret Easton Ellis' neuem Roman "The Shards". Die Kritiker sind teils begeistert, teils nicht so. In der FAZ staunt der Theologe Jörg Frey über Roberto Calassos "Buch aller Bücher", in denen der Autor, höchst gelehrt, die Leben Sauls und Davids in "ungeschönt realistisch Miniaturen" verwandelt. Die FR empfiehlt einen Band der Zeitschrift Osteuropa über die Ukraine. Die SZ verliebt sich in einen kleinen Roman von Sofi Oksanen, und der Deutschlandfunk bespricht drei Bücher über das Jahr 1923.

13.01.2023 Yuval Noah Harari kann die Geschichte des Homo sapiens auch Kindern nahebringen, freut sich die SZ. Von Dolly Parton und James Patterson lässt sie sich gern blenden und mit Ales Steger vertreibt sie die Kälte. Dlf Kultur liest Martin Mulsows Geschichte des Ideentransfers während der Frühaufklärung wie einen Krimi, prallvoll mit Wissen. Der Dlf staunt, wie Frank Witzel anhand eines Details in einer Derrick-Folge zum Fortleben des deutschen Nationalsozialismus vordringt. Die FAZ empfiehlt Christoph Menkes so scharfsinnige wie verrückte "Theorie der Befreiung".

12.01.2023 Der schockierte Dlf spürt den ganzen Terror des somalischen Bürgerkriegs in Warsan Shires Gedichtband "Haus Feuer Körper". Dlf Kultur überprüft mit Jörg Scheller seine Privilegien. Und sucht mit Sally McGrane und einer Katze "Die Hand von Odessa". Die Zeit bewundert die Kunst von Bret Easton Ellis, auf dem hauchdünnen Grat zwischen billig und genial zu balancieren.

11.01.2023 Die FAZ lauscht der Musikalität in den Gedichten des vorgestern verstorbenen Charles Simic. Außerdem empfiehlt sie wärmstens Kurt Steinmanns Übersetzung der "Medea" des Theaterrebellen Euripides. Die SZ wird high im Lyrikschlachthof Peter Rühmkorfs. Der taz stehen die Haare zu Berge vor den Fotos von John Willheim aus dem Bürgerkrieg in Laos. Dlf Kultur empfiehlt Jörn van Halls Erzählung "Du stirbst im Fliegen".

10.01.2023 FR, NZZ und SZ lesen beglückt, wie Arno Geiger das Fischen im Fremden in Literatur verwandelt. Die FAZ dringt tief vor in den radikal autobiografischen Kosmos des Schweizer Schriftstellers Christoph Geiser. Die taz durchlebt mit Luise F. Pusch eine lesbische Jugend in Ostwestfalen. Der Dlf seufzt über die unglücklichen Lieben des großen Cesare Pavese. Augenöffnend findet er zudem Musa Delis Beobachtungen zur Integrationsdebatte. Die SZ stürzt sich noch einmal mit Bret Easton Ellis in das Los Angeles der achtziger Jahre, auch wenn ein Serienmörder Angst unter den Slackern am Pool verbreitet.

09.01.2023 Die taz begibt sich mit Aroa Moreno Durán auf die Spuren von Spaniern, die vor Franco in die DDR flüchteten. Bewegt liest die FR Gusel Jachinas Roman "Wo vielleicht das Leben wartet". Der DlfKultur erkundet freudig und staunend mit John Lewis-Stempel "Das geheime Leben der Eulen". Die FAZ empfiehlt angeregt Melanie Kurz' und Thilo Schwers "Geschichte des Designs".

07.01.2023 Als Buch seines Lebens rühmt die FAZ Arno Geigers "Glückliches Geheimnis", demzufolge er Altpapier-Container nach privaten Schriftstücken durchforstete. Die FAS hält das Buch dagegen für Schmonzes. Die Welt feiert Ottessa Moshfeghs lustvoll-dekadenten Roman "Lapvona", der nicht dem Abscheulichen huldige, wie ihr vorgeworfen wurde, sondern einer Ästhetik der Dekadenz. Mit Freude liest sie auch Kerstin Holzers Monika-Mann-Biografie "Monascella". Der DlfKultur reist mit Ivana Sajko durch Kroatien und ihre Erinnerungen. Kaum aushalten kann die taz Eva Müllers Graphic Novel "Scheiblettenkind" und empfiehlt sie umso nachdrücklicher.