8042 Bücherschauen - Seite 95 von 805

17.05.2023 Die FAZ empfiehlt die brillanten, schnörkellos modernen Miniaturen Wolfgang Hildesheimers. Großes Lob auch für Matthias Göritz'
"Die Sprache der Sonne", der uns ins Istanbul der dreißiger Jahre führt. Die FR wird an ihre Couch getackert mit Kim Koplins Thriller "Die Guten und die Toten". Die Zeit blickt in Sebastian Hotz' Roman "Mindset" ein wenig bedauernd auf die junge Generation, die ihr sehr vereinzelt vorkommt. Dlf Kultur schwärmt von den augenöffnenden Naturbetrachtungen des Briten Rob Cowen.

16.05.2023 Froh und frappiert liest die FR Katharina Hackers Kurzessays "Über Leben mit Tier", die ihr viel über die Liebe und den Menschen verraten. Die SZ lässt sich von Dipo Faloyins Manifest "Afrika ist kein Land" gern die eigenen Klischees zertrümmern. Durchaus erhellend findet die FAZ Kai Diekmanns Erinnerungen "Ich war Bild", vor allem gegen die Strich gelesen. Der DlfKultur begeistert sich für Hugo Hamiltons Roman "Echos der Vergangenheit" ebenso wie für Thomas Oláhs Debüt "Doppler".

15.05.2023 Hingerissen lauscht die FAZ , wenn Monica Bleibtreu in Klaus Pohls "Nachtgesprächen mit meinem Kühlschrank" einen abgehalfterten Schauspielstar gibt. Gut gefällt ihr auch, wie freundlich Axel Wostry die hochfliegende Brillanz von Peter Sloterdijks "Die Reue des Prometheus" erdet. Isländische Erzählkunst genießt die NZZ mit Jon Kalman Stefanssons Roman "Dein Fortsein ist Finsternis". Klug und lehrreich findet die taz, wie Regisseurinnen in "Status Quote" über Frauen im Theater sprechen.

13.05.2023 Die FAZ begrüßt die Neuausgabe des "Ewigen Brunnens", einer der maßgeblichen deutschen Lyrik-Anthologien - und freut sich, dass Herausgeber Dirk von Petersdorff auch Songtexte von Udo Lindenberg oder Herbert Grönemeyer aufgenommen hat. Die FR feiert Martin Schulze Wessels "Fluch des Imperiums" als maßgebliche Aufarbeitung russischer Geschichtsmythen, an die man auch im Westen glaubte. Die taz erliegt dem stillen Zauber von Sabrina Janeschs Roman "Sibir".

12.05.2023 Die FR amüsiert sich mit Pija Lindenbaums Kinderbuch "Der erste Schritt". Die NZZ schwärmt von den fantastischen Miniaturen, in denen der Schauspieler Samuel Finzi die Geschichte seiner bulgarischen Familie erzählt. Der Dlf bewundert Anne Rabes Debütroman "Die Möglichkeit von Glück" über eine Kindheit in der sich auflösenden DDR. Die FAZ bewundert Daniel de Vises einfühlsame und informative Biografie des Bluesmusikers B.B. King. Außerdem empfiehlt sie dringend Alois Bergers Geschichte des jüdischen Auffanglagers Föhrenwald im Loisachtal.

11.05.2023 Die FAZ lässt sich von David Safiers Liebesgeschichte seiner Eltern bewegen. Die NZZ begibt sich mit Mina Hava nach Bosnien auf den Spuren ihrer in die Schweiz emigrierten Familie. Die taz taucht mit Helena Baumeisters Comic "oh cupid" in die Welt der Dating-Apps ein. Die Zeit lässt sich angemessen verstören von Martin Musers Jugendroman "Weil". Dlf Kultur empfiehlt wärmstens Ostap Slyvynskys poetisches Buch über "Wörter im Krieg".

10.05.2023 FAZ und SZ bewundern die stachelige Poesie der Notizen Ralf Rothmanns. Außerdem begleitet die FAZ in Angelika Overaths Roman "Unschärfen der Liebe" ein unwahrscheinliches Paar auf eine Zugreise nach Istanbul. Die FR liest in Verena Keßlers "Eva", wie inspirierend man über Kinderwünsche oder -nichtwünsche schreiben kann. Die NZZ bewundert Teresa Präauers "Kochen im falschen Jahrhundert" als präzises Buch über den Geschmack der Bourgeoisie im 21. Jahrhundert. Die SZ vertieft sich in die Erinnerungen des ehemaligen Bild-Chefs Kai Diekmann.

09.05.2023 Weniger kühl als Annie Ernaux, aber mindestens so wütend wie Virginie Despentes findet die taz Pauline Harmanges Bericht über ihre Abtreibung "Ich muss darüber sprechen". Die FR lässt sich fesseln von Depti Kapoors indischem Sozialdrama "Zeit der Schuld". Außerdem versucht sie mit Anthony McCarten, drei Tage lang der digitalen Überwachung zu entgehen. Die FAZ wirft mit Honorée Fanonne Jeffers' Roman "Die Liebeslieder von W.E.B. Du Bois" einige Gewissheiten über Bord. Der Dlf schwingt sich mit Sylvain Tesson über die Dächer von Paris.

08.05.2023 Die FAZ lernt von Dietmar Pieper, dass vor allem hanseatische Kaufleute den deutschen Kolonialismus vorantrieben. Die SZ liest bestürzt Andrea Erkenbrechers Geschichte des Kriegsverbrechens in Oradour. Die taz erfährt von Thomas Flierl und Andreas Butter, dass die DDR zwar erfolgreich Architektur, aber nicht den preußischen Kommunismus exportierte. Die FR entlarvt mit Sarah Chaney die (anderen) weißen Mittelschichtsakademiker als Neo-Normalisten.

06.05.2023 Die taz lässt sich von Dennis Cooper einmal mehr in den dunkelsten Sumpf der menschlichen Existenz führen. Die SZ entdeckt mit Joy Williams eine Autorin, die schreibt als wäre "ein Haken schlagender Hase auf der Flucht“. Die Welt erfährt von Lukas Bärfuß: Es ist unmöglich, Mensch zu sein in einem unmenschlichen System. Die FR ist bereits nach dreieinhalb Zeilen ganz bezaubert von Gwendolyn Brooks „Maud Martha“. Als lohnenswerte Wiederentdeckung empfiehlt die FAZ Paul Zifferers Roman „Die Kaiserstadt“ über den Untergang der Habsburger.