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13.09.2025 Die FAZ ist schwer beeindruckt davon, wie José Rizal in seinem Roman "Noli me tangere" vom phillipinischen Unabhängigkeitskampf gegen die Spanier erzählt. Die taz lässt sich von der poetischen Raffinesse und politischen Brisanz in Anja Kampmanns Roman "Die Wut ist ein heller Stern" bezaubern. Außerdem liest sie starke Frauenromane von Antonia Baum und Claire Kilroy. Die NZZ blickt mit Ulrich Schmid und Oswald Burghardt auf die Geschichte der ukrainischen Literatur. Und Dlf Kultur staunt, wie die Philosophin Manon Garcia in ihrem Buch über die Pélicot-Prozesse die "banalité du male" seziert.

12.09.2025 Die FAZ lernt mit der Salonnière Louise Dupin eine frühe Verfechterin der Gleichberechtigung kennen. Mit Laura Spinney kämpft sie sich durch den Dschungel der Sprachverzweigungen des Indogermanischen. Der Dlf verdankt Yves Pagès' Kulturgeschichte des Laufbandes beste Gesellschaftskritik. Außerdem freut er sich über eine Wiederbegegnung mit Jochen Schmidts Romanheld Richard Sparka in Hoplopoiia. Und Dlf Kultur rät gleich zu mehrfacher Lektüre von Gustavo Faverón Patriaus Roman "Unten leben", der ihm die "horrorartige Gewaltgeschichte Lateinamerikas" erzählt.

11.09.2025 Die FR liest in Usama Al Shamanis neuem Roman „In der Tiefe des Tigris schläft ein Lied“ vom Schicksal irakischer Juden. Die FAZ verdankt Christina Fonthes’ Roman über zwei Frauenleben zwischen London und Zaire ein spannendes Panorama der afrikanisch-europäischen Verflechtung. Bewegt folgt die SZ Peter Wawerzineks wortwitzgewandter Brieftherapie, die seine Krebserkrankung mit Streifzügen durch Rom verbindet. Und Dlf Kultur empfiehlt Monika Dittombées Buch „Schattenschicksale“, das von Kindern erzählt, die aus Beziehungen während der Besatzung in Nachkriegsdeutschland erzählt.

10.09.2025 Die FAZ lernt von Mark Walker, warum unter den Nazis keine Atombombe gebaut wurde. Von Karl Banghard lässt sie sich "Die wahre Geschichte der Germanen" erzählen. Die FR begrüßt Abdulrazak Gurnahs neuen Roman "Diebstahl" als "stilles wie nüchternes" Zeugnis gesellschaftlicher Emanzipation in Tansania. Der SZ sträuben sich die Haare, wenn Livia de Stefano in ihrem Roman von 1953 die gnadenlose Härte im Inneren einer sizilianischen Mafia-Familie zeigt. Dlf Kultur ist erschüttert und beeindruckt, wenn die philippinische Journalistin Patricia Evangelista das Morden unter Rodrigo Duterte dokumentiert.

09.09.2025 Die FAZ hebt mit den Erzählungen der kaum bekannten englischen Schriftstellerin Charlotte Mew einen literarischen Schatz. Die FR empfiehlt Gerti Tetzners zeitlosen DDR-Roman über den Versuch ihrer Helden "Karen W.", ein neues und selbstbestimmtes Leben zu beginnen. Die SZ untersucht mit einem von Günter Frankenberg und Wilhelm Heitmeyer herausgegebenen Band, wie die AfD schon jetzt Druck auf demokratische Institutionen ausübt. Die taz blickt durch die Linse des Fotografen Wolfgang Krolow und sieht "Kreuzberg und die Welt", bevor sie gentrifiziert wurden.

08.09.2025 SZ und Dlf vertiefen sich in das Jugendbuch von Gamze Kubaşıks und Semiya Simseks, die ihre Väter durch den NSU-Terror verloren. Die FAZ lernt von Hanno Sauer in "Klasse", warum die europäischen Reichen langweiliges Essen bevorzugen. Die FR schmökert in einer neuen Auswahl-Ausgabe der Romane von Vicki Baum, die man völlig zu Unrecht als Unterhaltungsliteratin verunglimpfte. Die taz empfiehlt Oksana Maksymchuks Gedichte über den Kriegsalltag in der Ukraine. Und Dlf Kultur reist mit Gael Faye nach Ruanda und versucht das Trauma des Genozids zu bewältigen.

06.09.2025 Die Welt empfiehlt Lea Ypis "Aufrecht", ein von Albanien ausgehender Ritt durch das Zeitalter der Extreme. Die FAS feiert Pier Vittorio Tondellis Roman "Getrennte Räume", der von einer schwulen Liebe in den 80er Jahren erzählt. Die SZ staunt, wie Lina Schwenk in "Blinde Geister" auf 180 Seiten einen Generationenroman über die Traumata des Zweiten Weltkriegs erzählt. Die taz ermittelt mit Marie Hermansons Polizist Nils Gunnarson 1926 im Naturgeschichtlichen Museum Göteborgs. Die FAZ begrüßt Andreas Molitors neue Göring-Biografie - die letzte erschien vor 40 Jahren.

05.09.2025 Die FAZ amüsiert sich prächtig, wenn Jessica Zafra sie in "Ein ziemlich böses Mädchen" in die Gesellschaft der Philippinen in den Achtzigern und Neunzigern einführt. Die FR bewundert die Atemlosigkeit, den Humor und die Poesie, mit der Peter Wawerzinek von seiner Krebserkrankung erzählt. Die SZ wagt mit dem US-Journalisten Ezra Klein einen Schritt in die "Post-Hypermoderne". Und Dlf Kultur lässt sich gern auf das wahnwitzige Spinnennetz ein, das der peruanische Schriftsteller Gustavo Faverón Patriau in "Unten leben" webt.

04.09.2025 SZ und FR lesen den neuen Leif Randt: Die FR fühlt sich gut aufgehoben in diesem popliterarischen Paralleluniversum, die SZ befindet: Die Listen der Mode durchdringt Randt nicht. Die NZZ lernt die ganze Gewaltgeschichte Russlands kennen, wenn Sergej Lebedew bildgewaltig vom Abschuss des Passagierflugzeugs MH-17 erzählt. Auf wundersame Weise befreit fühlt sich die taz derweil, wenn Katerina Poladjan sie in einer Familiengeschichte quer durch Europa führt. Der Dlf staunt über Miguel Bonnefoys gewaltiges Panorama Venezuelas. Geradezu brillant findet die Zeit, wie Hanno Sauer in die Geschichte von Klassengegensätzen blickt.

03.09.2025 Die FAZ schwebt mit Clarice Lispector beim Kakerlake-Zerquetschen zwischen existenzialistischer Abstraktion und mystischer Ekstase. Die SZ hat bei der Lektüre von Ferdinand von Schirachs neuem Buch gemischte Gefühle. Die FR zieht sich mit Michael Cunningham in "still-intensive" Reflexionen über die Corona-Zeit zurück. Dlf empfiehlt Amat Levins differenzierte Geschichte Afrikas und die Memoiren des Holocaust-Überlebenden Paul Lendvai.