Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Kulissen aus Sonne und Strand

28.06.2025 Die taz ist hingerissen davon, wie Hervé Le Tellier dem Résistance-Kämpfer André Chaix ein "filigranes Denkmal" setzt. Außerdem amüsiert sie sich mit Wencke Mühleisens Roman, in dem sich eine ältere Frau mit der "spätkapitalistischen Intimitätsindustrie" herumschlägt. Die FAZ begibt sich mit Clara Arnaud in ein französisches Bergdorf, das von einer Bärin in Angst und Schrecken versetzt wird. Dlf lernt aus Philip Krömers Roman über das nepalesische Palastmassaker im Jahr 2001, was eine "Kumari" ist. Und Dlf Kultur schwärmt von Kevin Chens Roman, in dem ein junger Taiwanese von den Gespenstern seiner Vergangenheit heimgesucht wird. 

Rinnsteingesang

27.06.2025 Die FAZ empiehlt neue Bücher über den Bauernkrieg 1525. Die NZZ verdankt der Polonistin Anna Artwinska einen hervorragenden Überblick über polnische Literatur im 19. Jahrhundert. Die FR blickt mit Wolfgang Kampmann auf hundert Jahre deutsche Schlagergeschichte zurück. Dlf Kultur lauscht den leisen Tönen des "Orgelsees" in Gedichten von Oyvind Rimbereid und kürt die katalanische Autorin Irene Sola schon jetzt zu den ganz großen Erzählerinnen der europäischen Gegenwartsliteratur.

Ein bisschen Gepäck

26.06.2025 Die FAZ lässt sich von Margaret Goldsmiths Flapper Girls durchs Berlin der Zwanziger führen. Die Zeit hievt Dietmar Daths 1,55-Kilo-Brocken "Skyrmionen" auf den Tisch und zündet ein Pointenfeuerwerk aus Sex und Wissenschaft. Die FR vertieft sich angeregt in Thomas Manns Essays aus den Jahren 1926 bis 1933. Die SZ kämpft mit Flix' menschlichem Superman für den Schutz von Indigenen. Und der Dlf setzt sich mit Isabel Feichtner für gerechtere Eigentumsverhältnisse ein.

Unbeirrt von Mode und Meinungen

25.06.2025 Die FAZ ist fasziniert von Arno Franks Roman über die fiktive Stadt Ginsterburg, die zwischen 1935 und 1945 langsam in den moralischen und politischen Abgrund sinkt. Joyce Carol Oates Medizingeschichte, die den Arzt Silas Weir in den Blick nimmt, lehrt sie das fürchten. Die FR streift mit Kate Atkinson und ihren starken Frauen durch das Soho der zwanziger Jahre. Die taz schwärmt von Anna Weidenholzers Erzählband "Hier treibt mein Kartoffelherz". Dlf lässt sich von Patrick Olivelle die Geschichte des Kaisers Ashoka erzählen, der sich vom machtbewussten Eroberer zum Moralphilosophen wandelte.

Ein "fremdlein"

24.06.2025 Die FAZ streift durch Esther Kinskys "Textlandschaften", in denen reale Gegenden zu inneren werden. Sie empfiehlt außerdem wärmstens Ingo Petz' Buch über die Proteste in Belarus im Jahr 2020. Die FR klärt mit Tom Hillenbrand im Wien des Jahres 2095 einen Doppelmord auf, der gar keiner ist. Dlf freut sich, wie klug Michael Cunningham in seinem Roman über das Leben einer Familie während der Covid-Pandemie, verschiedene Facetten der Liebe ergründet.

Wie ein ständiges Schwindelgefühl

23.06.2025 Die FAZ geht mit der kleinen Nuria und ihrer fiesen Oma auf eine abenteuerliche Flussfahrt. Mit Shaw Kuzki nimmt sie eine jugendliche Perspektive auf die Katastrophe von Hiroshima ein. Die FR lernt von Olivia Laing, was ein sizilianischer Honiglauch oder eine japanische Goldorange ist. Die NZZ trifft mit Uwe Wittstock einen bartlosen Karl Marx in Algier. Und die SZ kämpft mit Waslat Hasrat-Nazimi gegen Rassismus. 

Das beschissene wirkliche Leben

21.06.2025 "Frei im Tintenschwarz" schwebt der Deutschlandfunk im poetischen und politischen Nature Writing des Robert Macfarlane, der fragt: "Sind Flüsse Lebewesen?" Die FAZ begrüßt den allerletzten Band der seit 1949 edierten Ausgabe von Schillers Werken und entdeckt mit Erstaunen einen Comic von Schiller selbst. Die SZ empfiehlt Birgit Weyhes Graphic Novel "Schweigen" über die dunkle Gechichte Argentiniens. Und in der taz altert Stephan Wackwitz mit Ulf Erdmann Ziegler in der Gegenwart.

Früher war alles gefährlicher

20.06.2025 Die NZZ lässt sich von dem russischen Journalisten Andrey Gurkov erklären, weshalb Europa für Russland zum Feind wurde. Die SZ tanzt mit einem echten Patrick Modiano durchs Paris der Sechziger. Der Dlf staunt, mit welcher Wucht und Härte sich Thomas Mann in seinen frühen Essays gegen seine Feinde verteidigte. Und der Dlf Kultur begibt sich mit Erzählungen von Louise Kennedy ans Ende der Welt.

Die Würde handelnder Subjekte

19.06.2025 Die Zeitungen feiern Fronleichnam, aber die Sender lassen uns nicht im Stich: Der Dlf lässt sich von Hein de Haas Mythen über Migration widerlegen und begegnet gegenwärtigen Polit-Bösewichten in Anne Jelena Schultes Theateradaption von Euripides' "Antiope". Dlf Kultur folgt der zarten Freundschaft von Ingeborg Bachmann und Heinrich Böll in deren Briefwechsel und erfährt von Christina von Braun und Tilo Held alles, was es über das Unbewusste zu wissen gilt.

Mafiosi und eine italienische Mamma

18.06.2025 Die FR liest bewegt Alex Schulmans Buch "Vergiss mich", in dem er ungeschönt die Alkoholsucht seiner Mutter aufarbeitet. Die Zeit vertieft sich begeistert in Dominik Grafs Buch über Schauspielerei und wird nostalgisch, wenn sie an die Münchner Filmszene der Achtziger denkt. Mit Nell Zink spaziert die Zeit durch eine schillernde Berliner Sommernacht. Dlf ist tief beeindruckt von Martin Pollacks Sammelband "Zeiten der Scham" über Osteuropa. Dlf Kultur empfiehlt Yanik Lahens Roman "Mondbad", der das Leben in einem haitianischen Dorf schildert.

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