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21.12.2022 Die FAZ begibt sich mit Mark Andrews auf den schwarzen Planeten der Sisters of Mercy. Außerdem empfiehlt sie Lena Anderssons Roman "Der gewöhnliche Mensch" über die Geschichte des schwedischen Volksheims als außerordentliches Lektürevergnügen. Die SZ erfährt im Tagebuch von Michel Leiris, wie das koloniale Frankreich afrikanische Kunst raubte. Die FR reist mit dem spanischen Journalisten Manuel Chaves Nogales durch das nationalsozialistische Deutschland. Und der Dlf Kultur versinkt in Timo Luks' Kulturgeschichte der Bewerbung.

20.12.2022 Als tolles Debüt feiert die FAZ Przemek Zybowskis Roman "Das pinke Hochzeitsbuch": Er erzählt von einem jungen Polen, der von seinen in die BRD flüchtenden Eltern zurückgelassen wird. Der DlfKultur liest mit Interesse Simone Scharberts Psychiatrie-Roman "Rosa in Grau". Die NZZ bewundert die gedankliche Tiefe in Dieter Henrichs zartem Brevier "Furcht ist nicht in der Liebe". Und der Dlf blickt mit Sebastian Pittelkow und Katja Riedel auf die AfD nach "Rechts unten".

19.12.2022 Die Feuilleton nehmen die dreißiger Jahre fest in den Blick, allerdings die des 20. Jahrhunderts: Die SZ lernt in Büchern von Thomas Weber und Ralf Zerback, wie schnell Demokratie in Diktatur umschlagen kann. Der Dlf zeigt sich interessiert, aber unempfänglich für Ernst Jüngers kritisch-historisch edierte "Strahlungen". Die FAZ lauscht bedrückt, aber auch begeistert Stefan Zweigs "Welt von Gestern" in der Lesung von Walter Andreas Schwarz. Der DlfKultur häuft freudig mit Joachim Kalka unnützes Wissen über "Schatten und Schnee" an.

17.12.2022 Die taz lernt den Horror neu mit T.E.D. Kleins Roman "The Ceremonies" - und das unheimlichste sind seine Vorahnungen der Gegenwart. Die SZ lässt sich von Olivier Guez' "Lob des Dribbelns" über den tänzerischen Ursprung fußballerischer Eleganz informieren. Evelyn Grills Roman"Der Nachlass" reflektiert die Coronakrise aus Sicht einer "vulnerablen Person", und das mit feinstem Handwerk, lobt die FAZ. Dlf Kultur erfährt in "Vom Traum zum Trauma" von Caroline Wenzel, wie oft auch Männer Opfer psychischer Gewalt sind.

16.12.2022 Die FAZ macht mit Grégory Salle die Superyacht als Symbol des Kapitalozäns aus. Die FR blickt mit Jerry Z. Mullers ohne Häme auf das verquere Genie Jacob Taubes. Die NZZ versinkt mit Frank Schäfer in German Metal. Die SZ freut sich, dass die Neuübersetzung von Roald Dahls "Matilda" ganz ohne zeitgeistige Achtsamkeit auskommt. Und Dlf Kultur lässt sich von Michael D. Gordin über die die Geschichte von Ufologie, Eugenik oder Astrologie aufklären und verdankt Sefi Atta schmerzliche Einsichten in die amerikanische Gesellschaft.

15.12.2022 Dass Liebeskummer, Adorno und Benjamin gemeinsam zu einem berauschenden Buch inspirieren können, lernt der hingerissene Dlf mit Gesa Jessens Roman "Ein lautes Lied". In der Zeit empfiehlt der Afrikanist Andreas Eckert "Die Welt nach den Imperien", ein Buch der äthiopisch-amerikanischen Politikwissenschaftlerin Adom Getachew, als wegweisendes Werk über die Vordenker des Anti-Kolonialismus. Die FAZ lauscht mit Vergnügen der angeregten Unterhaltung von Luise Gottsched mit Dorothea und Anna Magdalena Bach in Angela Steideles Roman "Aufklärung". Die taz feiert Ian McEwans "Lektionen" als im traditionellen Sinne große Literatur.

14.12.2022 Die FAZ schwelgt im expressionistischen Adjektivsperrfeuer und den spitzen Pointen des Literaturkritikers Max Hermann-Neiße. Die SZ liest das Tagebuch von Ror Wolf als bundesdeutsche Kulturbetriebsgeschichte. Dlf Kultur bewundert den Sinn der Schnurrvögel für Ästhetik und Erotik, den ihr der Ornithologe Richard O. Prum nahe bringt.

13.12.2022 Die SZ durchlebt mit Hans Wollschläger Höhen und Tiefen der Schriftstellerexistenz. Die taz wandert mit der Quetchua- und Aymara-Dichterin Elvira Espejo Ayca durch die Sprachen der Anden. Die FAZ zeigt sich unempfänglich für den Charme des intellektuellen Charismatiker Jacob Taubes, dem Jerry Muller mit seiner Biografie "Professor der Apokalypse" ein Denkmal setzt. Der Dlf versinkt im vierten Teil von Marilynne Robinsons Gilead-Saga.

12.12.2022 Ziemlich wild, aber nicht falsch findet der DlfKultur Grégory Salles Polemik gegen Superyachten, diese 30 Meter langen Symbole exzessiven Reichtums. Spannend findet er auch Arundhatis Roys Essayband "Mein aufrührerisches Herz", hätte aber auch gern die Texte zu innerindischen Themen gelesen. Die SZ lernt von Mariano Barbato, dass Außenpolitik seit Bismarck Chefsache ist. Die FAZ lässt sich zum Jurastudium ermutigen

10.12.2022 Die FR erschauert, wenn der ukrainische Autor Artem Tschech sie mit seinem Kriegsbericht aus dem Donbass an den seelischen "Nullpunkt" führt. Die FAZ erlebt mit dem Debüt der Lyrikerin Sirka Elspaß die Geburt der Poesie aus Verzweiflung. Die taz liest beeindruckt Anuk Arudpragasams Roman "Nach Norden". Und der Dlf bewundert noch einmal hingebungsvoll seinen Helden Georg Stefan Troller.