Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Die Wut des Soziologen

12.12.2022 Ziemlich wild, aber nicht falsch findet der DlfKultur Grégory Salles Polemik gegen Superyachten, diese 30 Meter langen Symbole exzessiven Reichtums. Spannend findet er auch Arundhatis Roys Essayband "Mein aufrührerisches Herz", hätte aber auch gern die Texte zu innerindischen Themen gelesen. Die SZ lernt von Mariano Barbato, dass Außenpolitik seit Bismarck Chefsache ist. Die FAZ lässt sich zum Jurastudium ermutigen 

Metall gegen Menschen

10.12.2022 Die FR erschauert, wenn der ukrainische Autor Artem Tschech sie mit seinem Kriegsbericht aus dem Donbass an den seelischen "Nullpunkt" führt. Die FAZ erlebt mit dem Debüt der Lyrikerin Sirka Elspaß die Geburt der Poesie aus Verzweiflung. Die taz liest beeindruckt Anuk Arudpragasams Roman "Nach Norden". Und der Dlf bewundert noch einmal hingebungsvoll seinen Helden Georg Stefan Troller.

Antwort auf eine zynisch apokalyptische Grundstimmung

09.12.2022 Die FAZ lauscht vergnügt, wenn ihr Alain Mabanckou und Abdourahman Waberi Afrika und seine Vielfalt in Kurzessays vorstellen. Anregender als Derrick selbst findet sie, wenn Frank Witzel über Derrick schreibt. Die SZ staunt, über die weisen Antworten einer KI auf existenzielle Menschenfragen. Die FR lernt von dem Judaisten Peter Schäfer, dass "unsere" Kultur der Freiheit in der Hebräischen Bibel wurzelt. Und Dlf Kultur geht mit Johannes Groschupf neue Wege und gibt dank des Science-Fiction-Bandes "Kollaps and Hope Porn" die Hoffnung noch nicht ganz auf.

Geliebte des "Ich"

08.12.2022 Die FAZ irrt fasziniert durch Andrea Bajanis "Buch der Wohnungen". Die FR liest Gedichte aus Guantanamo. Die Zeit lässt sich von Claus-Steffen Mahnkopf einführen in die "Die Kunst des Komponierens". Dlf lernt mit Olga Ravns Roman "Die Angestellten" die schöne neue Arbeitswelt des 22. Jahrhunderts kennen.

Ganz ohne Harmonieschleim

07.12.2022 Die SZ liest Chelsea Mannings Autobiografie als Dokument einer doppelten Befreiung. Die FR erfährt endlich, wie Hans Wollschläger Karl May auf den Sockel hob, die NZZ knabbert mit Wohlgefallen an der Kulturgeschichte der Rezepte des österreichischen Kochkolumnisten Christian Seiler. Die FAZ liest fasziniert bei Ed Young von Feuerkäfern, die mit ihren himbeerartigen Wärmeorganen Waldbrände aufspüren können. Dlf Kultur ergötzt sich an 14 Kindergedichten über Trennungen.

Im Labyrinth der Einsamkeit

06.12.2022 Nachdrücklich empfiehlt der Dlf Adom Getachews Geschichte der Dekolonisierung "Die Welt nach den Imperien", derzufolge Nichtbeherrschtwerden mehr sein müsste als staatliche Souveränität . Die SZ lernt von Thomas Piketty, dass im Kampf gegen Diskriminierung nicht das Sprechen über Identität weiterhilft, sondern nur eine Politik gegen Benachteiligung. Die taz rühmt die Kriegserzählungen, die Héctor G. Oesterheld und Hugo Pratt in ihrer Graphic Novel dem legendären Reporter Ernest Pyle nachempfinden.

Kreative Potenz

05.12.2022 Der Dlf liest mit Bewunderung Franziska Thun-Hohensteins Biografie des Warlam Schalamow, der mit seinen Erzählungen aus Kolyma das Leben am "Kältepol der Grausamkeit" in Literatur verwandelte. Die SZ begibt sich mit Gideon Rachman in die düstere Welt der Autokraten. Die FR folgt Jonathan Lee auf den Spuren des Stadtplaners Andrew Haswell Green, dem New York den Central Park, die Public Library und den Zoo in der Bronx verdankt. Die NZZ lernt von Andreas Beyer wie Leib und Eigensinn den Künstler schaffen.

Welttheater

03.12.2022 Dlf Kultur liest beeindruckt "Looking for Trouble", Virginia Cowles Reportagen aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Welt kann kaum glauben, dass Marilynne Robinson die Ereignisse im Städtchen Gilead in ihrem Roman "Jack" noch weiter auf die Spitze treiben kann. Die taz stellt sich mit Pierre Rosanvallon den "Prüfungen des Lebens". Die SZ verfällt den schwebenden Assoziationsketten Rachel Kushners im Essayband "Harte Leute". Die FAZ empfiehlt wärmstens Marie Vieux-Chauvets grandiosen Roman "Töchter Haitis". SZ und NZZ lernen von Harold James einiges über die Schockmomente von Wirtschaftskrisen.

Am Ende des Romans sind die Menschen tot

02.12.2022 Die FAZ verbringt lange, schlaflose Nächte mit Samantha Harvey und sinniert über den Tod, Drogen und das Fernsehprogramm. Die FR schaut mit Nicolas Mathieu zu, wenn in der französischen Provinz bürgerliche Lebensträume verpuffen. Die SZ hebt mit Olga Ravn und den Angestellten eines Raumschiffes ab. Außerdem empfiehlt sie heute Kinder- und Jugendbücher. Die NZZ staunt, wie menschlich Peter Englund den November 1942 skizziert. Und der Dlf Kultur lernt von Gu Byeong-mo: Auch als Auftragskillerinnen werden Frauen chronisch unterschätzt.

Rhythmus der Empathie

01.12.2022 Die FAZ geht auf die Knie vor Melanie Waltz' Übersetzung von Virginia Woolfs "Mrs. Dalloway". Der Zeit stellen sich in "Unser wildes Zuhause" 35 Polartiere vor. Dlf übt "Figurenstehen" mit Günter Grass. Dlf Kultur hört es von Alexei Salnikow: "Petrow hat Fieber".

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