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18.11.2022 Die SZ empfiehlt zu Marcel Prousts hundertstem Todestag Andreas Isenschmidts virtuosen Essay „Der Elefant im Raum“, der ihr eine ganz neue Lesart der „Recherche“ offenbart. Der Dlf rät, sich dem Pynchon-Kosmos mit dessen früher Erzählung „Sterblichkeit und Erbarmen in Wien“ zu nähern. Die FR spürt einen Hauch von Freiheit in den Versen des syrischen Dichters Sam Zamrik. Die FAZ sieht Wohlbekanntes in Sachen Frankfurter Schule dank Christian Voller ganz neu. Dlf Kultur staunt, wie Sorj Chalandon seinem Vater literarisch den Prozess macht.

17.11.2022 George Sands Seele hatte kein Geschlecht. Ob Frau oder Mann, das war ihr eins. Und das schon im 19. Jahrhundert, wie man jetzt auch in ihrem Roman "Gabriel" lesen kann, den die FAZ empfiehlt. Die SZ ruft mit Bruno Latour und Nikolaj Schultz die ökologische Klasse zu mehr Klassenbewusstsein auf. Die Zeit hangelt sich durch Elfriede Jelineks "Angaben zur Person" und genießt den gewaltigen Menschheitsschauer, den Cormac McCarthys Roman "Die Passagiere" in ihr auslöst.

16.11.2022 Dlf Kultur lässt sich von Patrick Radden Keefe über das "Imperium der Schmerzen" der Sackler-Familie aufklären. Die FAZ empfiehlt die Gedichte Marieke Lucas Rijnevelds. Die SZ schärft ihr Denkvermögen mit Leo Strauss. Der Dlf hört wahnsinnig gern zu, wenn die Jelinek jelinekelt. Die FR versetzt sich mit Frauke Buchholz' Krimi "Blutrodeo" in den Norden Kanadas, wo der Ölsandabbau blutige Spuren hinterlässt.

15.11.2022 Ordnung ist anti-urban, ruft die SZ ausgelassen und saust mit Ben Wilson durch die Weltgeschichte der "Metropolen". Die FAZ erinnert sich mit Chiara Valentini gern an Enrico Berlinguer, den großen italienischen Melancholiker der Revolte. Fair und informativ findet heute auch der Dlf Nicolas Fromms Buch über "Katar". Der DlfKultur ist begeistert von Jamey Bradburys fantastischen Alaska-Roman "Wild".

14.11.2022 Der DlfKultur lernt von Philipp Staab, dass die Avantgarde nicht mehr auf Fortschritt und Nonkonformismus setzt, sondern auf Anpassung. Literarisch und gesellschaftlich wertvoll findet die FR die von Ingrun Spazier herausgegebenen "Briefe aus der DDR". Die taz blickt mit Jacques Ranciere auf das 18. Jahrhundert, als die Landschaft zur Kunst wurde. Hin und weg ist der Dlf von Sylvia Plaths späten Gedichten "Das Herz steht nicht still", wie auch von Judith Zanders feinsinniger, präziser Übertragung. Die SZ rüstet sich für die WM in Katar.

12.11.2022 Mit angehaltenem Atem folgt der Dlf dem Bericht "Nullpunkt" des ukrainischen Autors Artem Tschech, der 2015 für den Krieg in den Donbass einberufen wurde. Gebannt liest die FAZ Ray Lorigas düstere Kriegsparabel "Kapitulation". Als herrlich lakonische Gesellschaftssatire preist sie dagegen Julia Decks Roman "Nationaldenkmal", in dem ein alternder Filmstar in seinem Landschloss ums Leben kommt, während die Macrons die Gelbwesten zu besänftigen versuchen. Die taz empfiehlt den inspirierenden Klimaband "Drei Grad mehr". Hymnisch feiert sie Martha Coopers Bildband "Spray Nation" über die New Yorker HipHop-Kultur der achtziger Jahre.

11.11.2022 Die FAZ liest den Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Max Frisch atemlos wie einen Roman. Mit Ian Kershaw reist sie in zwölf Kurzporträts durch die Geschichte des 20. Jahrhunderts. Die NZZ empfiehlt Gertrud Leuteneggers kurze Notate über das Schreiben als Propädeutik über ein prekäres Geschäft. Die taz liest mit Gabriele Stötzers Bericht über die Erfurter Kunstszene der Sechziger bis Achtziger auch eine feministische Kunstgeschichte. Die SZ lässt sich von John Burnsides poetischer Melodik die Ängste nehmen.

10.11.2022 Die bewegte FAZ liest "Die Stille verschieben" als Etel Adnans Abschiedsgesang. Außerdem erfreut sich sich an der schwingenden Leichtigkeit von Ulrike Almut Sandigs Gedichtband "Leuchtende Schafe". So sensationell findet die Zeit den Briefwechsel von Ingeborg Bachmann und Max Frisch, dass sie darüber hinwegsieht, dass Bachmann eine Veröffentlichung nie wollte. Dlf Kultur taucht mit Anuk Arudpragasams Roman "Nach Norden" ein in das Leben und die Geschichte Sri Lankas.

09.11.2022 Die FAZ freut sich über Georges Canguilhems Band "Über Maurice Halbwachs", mit dem der in Buchenwald ermordete französische Soziologe und Philosoph endlich bekannter gemacht wird. Die SZ empfiehlt tief beeindruckt die Texte des ägyptischen Bloggers Alaa Abdel Fattah aus dem Gefängnis. Die taz salutiert Lucky Luke, der sich diesmal statt mit "Hungriger Kojoten" mit "Flinker Lauch" herumschlagen muss. Dlf Kultur lässt sich vom Physiker Jens Soentgen in die Welt winzigster Staubpartikel entführen.

08.11.2022 Die SZ jauchzt vor Begeisterung, wenn Stefano Massini die Pleite der Lehman Brothers als große Commedia dell'arte und in Versen erzählt. Die taz verfolgt beeindruckt, wie Amartya Sen seine Biografie "Zuhause in der Welt" zu einem großen intellektuellen Panorama aufspannt. Der Dlf liest Frank Rudkoffskys Roman "Mittnachtstraße" als tragikomisches Porträt eines ausgebrannten Journalisten.