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07.11.2022 Der Dlf bewundert, wie Cormac McCarthy in seinen raffiniert verbundenen
Romanen "Der Passagier" und "Stella Maris" die ganz großen Themen verhandelt.
Der DlfKultur lernt von Annett Meiritz und Juliane Schäuble, den Machtanspruch konservativer Frauen in den USA zu fürchten. Die NZZ lässt sich von Jürgen Kaube und André Kieserling das Schreckgespenst der gespaltenen Gesellschaft vertreiben. Die FR entspannt mit Matthias Wittekindts Krimi "Die rote Jawa".

05.11.2022 Die FAS lernt von dem britischen Umweltaktivisten George Monbiot, dass auch Bioprodukte viel zu umweltschädlich sind: Er setzt auf Proteinpulver, wohl bekomm's. Die FR empfiehlt Gwendolyn Sasses historisch ausgreifendes Buch über den "Krieg gegen die Ukraine", Dlf Kultur Tanya Pyankovas Roman über den Holodomor in der Ukraine, "Das Zeitalter der Roten Ameisen". Die taz besucht mit Jean Malaquais' Roman "Planet ohne Visum" das Marseille des Jahres 1942. Der Dlf hält sich problemlos wach mit Samantha Harveys "Das Jahr ohne Schlaf". Über gute und schlechte Musik lesen FAZ und FR bei Bob Dylan, die taz bei Jarvis Cocker.

04.11.2022 Die FAZ freut sich mit Gabriele Stötzer, dass der Atem der Erfurter Kunstszene länger ist als der der Stasi. Die FR streift mit Michael Kumpfmüllers modernem Jesus vergnügt durch das Berlin der Gegenwart. Mussolinis ganzes "Schmierentheater" erkennt die SZ in Emilio Lussus Augenzeugenbericht zum "Marsch auf Rom". Der Dlf verdankt der slowenischen Autorin Jela Krecic das amüsante Porträt eines "aufgeklärten Machismo". Und Dlf Kultur lernt Tom Segev in dessen Erinnerungen auch als skeptischen Historiker kennen.

03.11.2022 Zeit und Welt sind per Du mit Bob Dylan, nachdem er ihnen die Songs vorgespielt hat, die ihm am meisten bedeuten. Die FR räumt lieber mit Pulp-Frontmann Jarvis Cocker den Dachboden auf, während die NZZ kaum Tarantinos Tsunami entkommen kann. Die FAZ streift mit einem siamesischen Zwillingspaar durch das Skopje der Achtziger und bittet mit einem frühen Pynchon um "Erbarmen in Wien". Die SZ entdeckt mit Edmund Edel den "neuen Westen". Und Dlf Kultur jagt mit Lucky Luke vegane Ganoven.

02.11.2022 Die FAZ stößt mit Dmitry Glukhoskys Grotesken das Tor zur russischen Hölle auf. Von Mooses Mentula lernt sie, wie man mit einem Schildkrötenpanzer und einem Beutel voller Bücher sein Leben neu ordnet. Mit angehaltenem Atem liest die SZ die Autobiografie von Gunilla Palmstierna-Weiss, deren Leben einem Bühnenstück glich. Von Juri Andruchowytsch erfährt sie, was Westradio in den Seelen der jenseits des Eisernen Vorhangs Geborenen auslöste. Dlf Kultur und SZ sind mindestens irritiert nach der Lektüre von Bob Dylans heute weltweit erscheinender "Habilitationsschrift".

01.11.2022 Die FAZ liest deprimiert Patrick Radden Keefes Buch "Imperium der Schmerzen" über die fatale Opioidkrise der USA: Nicht mal als interessante Schurken taugt die Pharma-Familie der Sacklers, die einfach nur geldgierig und zynisch waren. Auch Martin Herzogs Geschichte der Einsatztruppe "GSG 9" kann sie empfehlen. Die taz liest Pierre Charbonniers Ideengeschichte zu "Überfluss und Freiheit". Die FR freut sich über die Bergung von Brigitte Reimanns Roman "Die Denunziantin". Und der Dlf bewundert Psychologie und Sinnlichkeit in Peter Nadas' "Schauergeschichten

31.10.2022 Iwan Bunins Notizen aus dem Krieg in Odessa sind hundert Jahre alt, und dennoch könnte "Nachts auf dem Meer" auf den Tag genau von heute sein, staunt die NZZ. Die FR freut sich: Endlich tritt Dorothea Bach in Angela Steideles Roman "Aufklärung" aus dem Schatten zu Unrecht bekannterer Verwandter. Die SZ hält innigste Zwiesprache mit der Lyrik Margaret Atwoods. Dlf Kultur kickt besser mit links.

29.10.2022 Die FAZ begegnet einer überraschend zahmen Greta Thunberg in deren "Klimabuch“. Die NZZ lernt von Irina Rastorgueva, was der Kreml alles vortäuschen muss, um ein „Russlandsimulakrum“ zu erschaffen. Die SZ schaut mit Christopher Peters auf die "erregte Erschöpfung“ der Berliner Spitzenpolitik. Die taz lässt sich in einem von Sina Arnold, Saba-Nur Cheema und Meron Mendel herausgegebenen Band über das Spannungsverhältnis von Antisemitismus- und Rassismuskritik aufklären. Mit Roddy Doyle blickt sie auf einen Missbrauchsfall an einer irischen Schule. Und Dlf Kultur enthüllt mit Alain Claude Sulzer das "Doppelleben" der Brüder Goncourt.

28.10.2022 Der FAZ vergeht der Appetit auf Fleisch nach der Lektüre zweier Bücher über Massentierhaltung. Mit Rohland Kaehlbrandt entdeckt sie die Liebe zur deutschen Sprache neu. Emilio Lussus Zeitzeugenbericht zum "Marsch auf Rom" stellt manch wissenschaftliche Analyse in den Schatten, versichert die Welt. Besser als das Pendant von Anna Seghers findet der Dlf Kultur Jean Malaquais' Exilroman "Planet ohne Visum".

27.10.2022 Ganz große Kunst, lobt die Zeit Jochen Schmidts Reise ins Kindheitsparadies Schmogrow im Oderbruch. Die SZ redet gern mit Sebastian Kurz über Politik, solange sie dabei die 454 Seiten Vernehmungsprotokolle seine ehemaligen Mitarbeiters Thomas Schmid vor sich hat. Der Dlf empfiehlt ein Lyrikdebüt mit dem schönen Titel "ich föhne mir meine wimpern" von Sirka Elspaß. Dlf Kultur taucht mit Balzacs "Cousine Bette" ein in ein "Sex and the City" des 19. Jahrhunderts. Die FAZ versenkt sich in Kerstin Hohners informative Geschichte des DDR-Verlags Hinstorff.