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26.10.2022 Die FAZ saust mit Ben Wilson durch sechstausend Jahre Stadtgeschichte bis in die Mega-City des globalen Südens. Mit der Islamforscherin Susanne Schröter seziert sie die Fehler der westlichen Politik. Auch die NZZ knöpft sich den Westen vor, allerdings mit dem Witz von Robert Menasse. Die SZ kann noch immer nicht fassen, dass die große Erzählerin Helga Schubert erst jetzt entdeckt wurde.

25.10.2022 So klasse wie Hergés "Tim in Tibet", aber politisch ganz vorne weg findet die FAZ Flix' Marsupilami-Comic "Das Humboldt-Tier". Noch besser gefällt der taz die Comic-Hommage "Stockhausen", die David von Bassewitz und Thomas von Steinaecker dem Mann widmen, der vom Sirius kam. Die SZ lässt sich mitreißen von Mariana Enriquez Horror-Roman "Unser Teil der Nacht, der von der argentinischen Militärdiktatur erzählt.

24.10.2022 Der Dlf freut sich über die Wiederentdeckung des Schweizer Autors Christoph Geiser , der schon in den achtziger Jahren radikal und mutig über Herkunft und Homosexualität schrieb. Der DlfKultur verfolgt berührt, wie sich bei Jessica Au Mutter und Tochter auf einer Reise nach Tokio näherkommen. Die NZZ nickt zustimmend, wenn René Pfister in seiner Streitschrift "Ein falsches Wort" gegen die organisierte Empörung der Wokeness anschreibt. Und die FAZ feiert die psychedelische Buntheit in Matthew Forsythes Bilderbuch "Mina".

22.10.2022 Die FAS liest bei Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey nach, wie das auf Souveränität pochende Individuum der Spätmoderne zum Queerdenker wurde. taz und FAZ hören das Herz eines wahren Europäers schlagen aus Ronert Menasses EU-Roman "Die Erweiterung", der von der Jagd nach dem goldenen Helm des albanischen Nationalhelden Skanderbeg erzählt. Die FR lässt sich von Tanja Maljartschuk Geschichten aus Kiew erzählen. Und die SZ freut sich über Wahrheit und Witz in Mohamed Amjahids Erkundungen über Sex in der arabischen Welt "Let's Talk About Sex, Habibi"

21.10.2022 Die FAZ empfiehlt zwei Bücher zu 1848: Den gleichnamigen Band der Historikerin Alexandra Bleyer, aber auch Jörg Bongs etwas konventionelle, aber dafür plastisch geschriebene Revolutionsgeschichte "Die Flamme der Freiheit". In der SZ legt der Historiker Jürgen Osterhammel Lesern David van Reybroucks "Revolusi" ans Herz, das mit Hilfe von Zeitzeugen von der indonesischen Revolution gegen die niederländische Kolonialmacht erzählt. Außerdem amüsiert sie sich prächtig mit der Kinderlogik im Vorlesebuch "Bosco Rübe rast durchs Jahr".

20.10.2022 Die FAZ tanzt mit Almudena Grandes unter der Franco-Diktatur auf den drei Hochzeiten von Manolita. Die FR begleitet mit Fernando Aramburu einen Lebensmüden zu einem möglichen Happy End? Die NZZ liest gebannt Regula Bochslers Recherche über die abstoßenden Geschäfte der Schweizer Emser Werke. Die SZ erlebt durchaus verwirrende "Tage ohne Cecilia". Die taz lernt, was mit der Berliner Europacity schiefgelaufen ist.

19.10.2022 Die FAZ bestaunt die "Fabelhaften Wesen", mit denen Alberto Manguel eine Art Buchwohngemeinschaft bildet. Die NZZ liest interessiert Manfred Hildermeiers Buch über das wechselhafte Verhältnis Russlands zum Westen. Die SZ hört die Pyrenäen sprechen in Irene Solas "Singe ich, tanzen die Berge". Die taz erkennt in den beiden Bücher des Schriftsteller-Ehepaars Julia Weber und Heinz Helle eine neue Stufe der Autofiktion. Dlf Kultur empfiehlt Francis Fukuyamas "Der Liberalismus und seine Feinde".

18.10.2022 Der DlfKultur bewundert das Feingefühl, mit dem Barbaros Altug in "Ausländer" von Heimatverlust und Exil schreibt. Die taz folgt Miqui Otero nur allzu gern auf den Spuren des poetischen
Phantasten "Simón" durch Barcelona. Die FAZ lernt mit Klaus Zeyringer, Stil und Witz Vermischter Meldungen zu schätzen. Spannend findet sie auch, was Andreas Isenschmid in seinem Essay "Der Elefant im Raum" zu Marcel Proust und dem Jüdischen zusammenträgt.

17.10.2022 Die FAZ taucht mit H.C.Artmanns Klangbuch "Um zu tauschen Vers für Kuss" in den kunstvoll bewegten Wörtersee. Der DlfKultur würde gern mit Wolf Lotter auf Eigensinn und Kreativität setzen statt auf die von Algorithmen getriebene Kreislaufwirtschaft der Dummheit. Die SZ trifft mit Henriette Kaiser deutsch-jüdische Emigranten in Buenos Aires. Der Dlf liest Larysa Denysenkos "Alle meine Freunde" nicht als Statement für mehr Diversität, sondern einfach als schönes Kinderbuch.

15.10.2022 Martin Kordićs zarter und leichter Roman "Jahre mit Martha" ist ein "literarisches Phänomen", findet die NZZ und stimmt in den Chor der Hymnen ein. Die taz liest mit Faszination Will Eisners Comic "Das Komplott", in dem sich der Autor mit den "Protokollen der Weisen von Zion" beschäftigt. Der Deutschlandfunk liest mit Quim Monzó "Benzin" eine gelungene Satire auf den Kunstbetrieb. Und die SZ begibt sich mit Robert Menasse auf der Suche nach "Erweiterung" Richtung Albanien.