Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Das Ideal der Allgemeinheit

21.06.2021 Als wunderbare Gymnastik für Gehirn und Ohren empfiehlt die FAZ die Hörbuchversionvon Rabelais' Roman "Gargantua und Pantagruel". Mit der "Matratzengruft" erkennt sie in Heinrich Heine den "größten Dichter der Ambivalenz". Die SZ empfiehlt den Essay "Die türkische Malaise" des Wirtschaftswissenschaftler Cengiz Aktar. Und der DlfKultur lernt von Philipp Sarasin, dass "1977" die Moderne zu Ende ging.

Werwolf und Waswolf

19.06.2021 In der taz feiert Claus Leggewie eine neue Biografie über Gustave Flaubert. Außerdem empfiehlt die taz Richard Wagameses Roman "Der gefrorene Himmel", einen Roman über  Missbrauch indigener Kinder in katholischen Internaten in Kanada. Die Welt liest einen Roman über Robert Koch, der in doppelter Hinsicht aktuell ist. Die FR ist begeistert von "Alles. was passieren kann", Katharina Hackers erstem Roman für Jugendliche.

Blaubeeren, Luftballons und Pfannkuchen

18.06.2021 Die FAZ lässt sich von Fabian Payr nüchtern und lesbar erklären, weshalb sie guten Gewissens mit dem Gendern aufhören kann. Die SZ erkundet mit Urs Stäheli Rückzugsräume für eine grundsätzlich vernetzte Gesellschaft. Außerdem staunt sie, wie Elizabeth Acevedo in "Soul Food" karibisches Lebensgefühl, Rezepte und Porträts von Menschen verbindet. Die NZZ folgt in Mary Shelleys Liebes- und Reiseschauerroman von 1826 dem letzten Menschen auf Erden. Und der Dlf Kultur lernt von Annette Kehnel: Urban Gardening, vegan Lifestyle, Minimalismus - alles schon mal dagewesen.

Sanfte Umbrüche

17.06.2021 Die FAZ amüsiert sich prächtig mit Mark Twains boshaften Reportagen von einer Reise nach Palästina 1867. Großes Lob auch für Salvatore Scibonas Einzelgängerroman "Der Freiwillige", der von den Nachwehen des Vietnamkriegs erzählt. Die NZZ lobt das feine Ohr und die mikrokomödiantischer Dramaturgie von Martin Lechner, der in "Der Irrweg" einen Zivi durch eine Irrenanstalt stolpern lässt. Die SZ bewundert eine Comic-Biografie über Alfred Hitchcock.

Höllenfahrt dreier Frauen

16.06.2021 Die taz liest mit großen Interesse, wie die Kulturwissenschaftlerin Dorothee Kimmich in "Leeres Land" die Niemandsländer in der Literaturgeschichte erkundet. In der FAZ nimmt die Ethnologin Susanne Schröter Ayaan Hirsi Alis Buch "Beute" zum Anlass, für substanzielle Forschung zum Geschlechterverhältnis muslimischer Einwanderer zu plädieren. Wer sich für das Deutsche Kaiserreich interessiert, dem empfiehlt der Historiker Dieter Langewiesche in der SZ wärmstens "Bismarcks ewiger Bund" von Oliver Haardt. Als eindringlich und schockierend lobt Dlf Kultur Louis-Philippe Dalemberts Roman "Die blaue Mauer", die dem Schicksal dreier Flüchtlinge folgt.

Die zutiefst verstörte Gesellschaft

15.06.2021 In höchsten Tönen lobt der DlfKultur Volker Brauns Gedichte "Große Fuge", die der Pandemie mit Wucht und Schärfe begegnen. Die FAZ liest Volha Hapeyevas "Camel Travel" als education intellectuelle zwischen Minsk und Moskau. Die NZZ blickt mit Eugene Rogan auf den "Untergang des Osmanischen Reichs". Der Dlf erfährt bei Reiner Klingholz, wie Bevölkerungswachstum, Klima und Ressourcenverteilung zusammenhängen.

Ordnung von oben

14.06.2021 Hingerissen ist die NZZ von Olli Jalonens Roman "Die Himmelskugel", der sich auf die Suche nach Kometenforscher Edmond Halley begibt. Der Dlf verzweifelt an der literarischen Brillanz des Louis-Ferdinand Céline. Mit viel Sympathie liest die FR Ute Stefanie Strassers autobiografische Erzählung "Gutleut". Und die SZ hofft, dass Annalena Baerbock ihre Politik nicht so vage gestalten wird wie ihre Bücher.

Die gnadenlose Welt der Lüge

12.06.2021 Die taz lässt sich von Gilles Peress' opulentem Fotoband "Whatever You Say, Say Nothing" an Belfasts Bloody Sunday erinnern. Mit Johannes Groschupf erkundet sie das atmosphärisch überhitzte BerlinSpannend findet der Dlf auch Eva Munz' um den 11. September kreisenden Roman "Oder sind es Sterne". Die FAZ feiert Alfred Kerrs bissig-elegante Kolumnensammlung "Berlin wird Berlin" als Epos der Zeitgenossenschaft. Die SZ bricht mit Volker Brauns "Großer Fuge" in die Zeit nach der Pandemie und dem Abendland auf. Die Welt blickt mit Frank Sieren fasziniert und irritiert nach Shenzhen.

Das Klavierspiel von Mittelschichtsfrauen

11.06.2021 Die FAZ lässt sich von Helga Lüdtke einen Bubikopf verpassen und spaziert mit Hanno Rauterberg durch die Welt der digitalen Kunst. Die NZZ versucht sich mit Yanara Friedland an einer Mythologie des 21. Jahrhunderts. Dlf lernt Flaubert bei Michel Winock als Bürger wider Willen kennen. Dlf Kultur reist mit Annemarie Schwarzenbach im Jahr 1939 per Auto an den Hindukusch und lernt mit dem Historiker Richard Schuberth den griechischen Unabhängigkeitskrieg von 1821 näher kennen.

Ein inneres Zittern

10.06.2021 Großes Lob in der Zeit für Fatima Daas‘ Debütroman „Die jüngste Tochter“, der vom Leben in der Pariser Banlieue, Islam, Herkunft und verheimlichter Homosexualität erzählt. Die FAZ steht ganz im Bann der meisterhaften "Mystery Stories" von Joyce Carol Oates. Die FR bahnt sich einen Weg durch das Universum Nick Caves mit dessen Notizbuch „Stranger Than Kindness“. Dass der Wert von Notizzetteln überhaupt einmal richtig gewürdigt wird, rechnet die NZZ dem Medienwissenschaftler Hektor Haarkötter hoch an.

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