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20.09.2022 Die FR preist die Poesie in Martin Kordics Roman "Jahre mit Martha" über Migration, Bildung und Liebe. Die FAZ liest mit Interesse, aber nicht ganz überzeugt David van Reybroucks Geschichte Indonesiens. Die SZ erkennt mit Emanuele Coccia, dass die Stadt als Konzept keinen Sinn macht, wenn die Leute ihre Wohnungen nicht mehr verlassen. Der Dlf weiß die Unordentlichkeit in Thomas Stangls neuem Roman "Quecksilberlicht" zu schätzen. Der DlfKultur freut sich über die Wiederentdeckung der amerikanischen Autorin Gayl Jones, die in ihrem Roman "Corregidora" von einer Bluessängerin im Kentucky der vierziger Jahre erzählt.

19.09.2022 Die SZ erinnert sich mit Chiara Valentini an den Eurokommunisten Enrico Berlinguer, der das leichtisinnige Italien heute wieder etwas demokratische Noblesse lehren könnte. Mit Beschämung liest sie auch Miroslaw Wleklys Biografie des des britischen Journalisten Gareth Jones, der Stalins Hungermord an den Ukrainers aufdeckte. Die FAZ lauscht mit Klaus Sander den Erinnerungen des einstigen Reeperbahnkönigs Wolli Köhler. Der Dlf empfiehlt Mariam Kühsel-Husseinis Roman "Emil" über Cioran in Nazi-Deutschland.

17.09.2022 Der Dlf lässt sich gern die Tristesse in Riga von Janis Jonevs' Coming-of-Age-Roman "Jelgava 94" nahebringen. Die SZ spürt Poesie und Wahrhaftigkeit in Edgar Reitz' Erinnerungen "Filmzeit, Lebenszeit" nach. Die FR lässt sich gern von Chiara Valentini an den dialogfähigen Eurokommunisten Enrico Berlinguer erinnern. Die FAZ folgt der Physikerin Stefanie Arndt ins gar nicht mehr so Ewige Eis. Und die taz fragt sich nach Ruth Herzbergs "Die aktuelle Situation", ob sie jetzt demisexuell ist oder Herzberg "normal".

16.09.2022 Der Dlf begibt sich mit Etel Adnan auf eine letzte große Reise in den Kosmos. Die SZ bewundert den Mut Omri Boehms, der ihr die "dunkle Seite" der Identitätspolitik darlegt. Die FR staunt über die Messerschärfe, mit der Christoph Peters die Schlangengrube der Berliner Politik zerlegt. Dlf Kultur lässt sich von Christoph Butterwegge detailreich auseinandersetzen, was im politischen Umgang mit der Corona-Pandemie falsch gelaufen ist. Mit freundlicher Skepsis besprechen FR und NZZ Jürgen Habermas' Studie über den neuen Strukturwandel der Öffentlichkeit.

15.09.2022 Bookerpreiswürdig findet die FAZ Claire Keegans Roman "Kleine Dinge wie diese", der von harten Zeiten im Irland des Jahres 1985 erzählt. Empfehlen kann sie auch Jenny Tinghui Zhangs "Fünf Leben", ein Roman über eine Zwangsprostituierte im Amerika des 19. Jahrhunderts. Als aufschlussreich lobt die Zeit Abdulrazak Gurnahs Roman "Nachleben" über die deutsche Kolonialvergangenheit in Ostafrika. Dlf Kultur versinkt mit Jochen Schmidt in Erinnerungen an Sommerferien und den Zweiten Weltkrieg.

14.09.2022 FR und Dlf Kultur schwärmen vom neuen Roman von Abdulrazak Gurnah, der ihnen so nuanciert und nüchtern vom Leben im Ostafrika der deutschen Kolonialherrschaft erzählt. Die FAZ lässt sich von Peter Demetz in 62 literarischen Essays empfehlen, was sie wiederlesen soll. Als radikales Plädoyer für Verständnis gegenüber einer Frau, die keine Mutter sein will, liest die SZ Maren Wursters Roman "Eine beläufige Entscheidung". Und Dlf Kultur reist mit Wolfgang Bauer ernüchtert durch Afghanistan.

13.09.2022 Als atemberaubend intelligent feiert der Dlf Thomas Hürlimanns monströs-skurrile Internatsgeschichte "Der Rote Diamant". Berührt verfolgt der DlfKultur, wie sich in Heinz Helles "Wellen" Glück und Unglück im Leben eines Vaters ablösen. Die FAZ folgt Said freudig ins Teheran der Fünziger, von David Mitchells "Utopia Avenue" lässt sie nach anfänglichem Widerstand ins wilde London der Sechziger mitreißen.

12.09.2022 Der Dlf erlebt mit Angela Steidele den Ideenwettstreit der Aufklärung aus der Sicht von Bachs Tochter Dorothea. Der DlfKultur streift mit Musa Okwonga durch Berlin. Die FR schärft ihren reaktionären Verstand mit den "Notas" von Nicolas Gomez Davila. Und die SZ verfolgt erwartungsfreudig, wie Dirk von Petersdorff in seiner Novelle "Gewittergäste" die Krisen wolkenhoch über Brandenburg auftürmt.

10.09.2022 Einen neuen Strukturwandel der Öffentlichkeit untersucht Jürgen Habermas in seinem jüngsten Band, ausgelöst durch das Internet, dass den geregelten Diskurs zerstöre. Die taz geht d'accord und wünscht sich mit dem Philosophen eine Ordnung der digitalen Öffentlichkeit. Für Dlf Kultur geht Habermas in seiner Analyse nicht weit genug. Die FAZ dagegen findet seinen Öffentlichkeitsbegriff ein wenig realitätsfern. Außerdem: Ganz schwindelig wird der FR auf dem Karneval, den Juri Andruchowytschs "Radio Nacht" entfesselt. Die taz liest Interviews mit Pier Paolo Pasolini.

09.09.2022 Die FAZ lernt in Harald Jähners "Höhenrausch", in Krisenzeiten einen klaren Kopf zu bewahren. Mit Silke Kipper lauscht sie dem Gesang des Fliegenschnäppers. Die Welt reitet mit Gaspard Koenig auf den Spuren Michel de Montaignes bis nach Rom. Dlf Kultur entdeckt mit Thomas Wagner anti-hierarchische Gemeinschaften auf der ganzen Welt. Der Dlf feiert mit Julia Deck, Eliten, Rappern und Gelbwesten ein katastrophal Fest in einem französischen Schloss. Und die SZ empfiehlt Kinder- und Jugenbücher über Außenseiter.