8043 Bücherschauen - Seite 134 von 805

07.02.2022 Der DlfKultur macht uns mit der englischen Autorin Aphra Behn bekannt,
die bereits 1688 mit ihrem Roman "Oronooko" gegen Sklaverei und
Kolonialismus anschrieb. Der Dlf preist die dänische
Dichterin Inger Christensen, die Fiobonacci-Reihen zum Klingen bringen
konnte. Die taz übt mit Robin Wall Kimmerers „Geflochtenes Süßgras“
indigene Ökologie. Die FR wappnet sich mit Natan Sznaiders "Fluchtpunkte der Erinnerung" für kommende Diskussionen. Elizabeth Wetmore lehrt die FAZ, einen
großen Bogen um die texanische Ölstadt Odessa zu machen.

05.02.2022 In der taz empfiehlt Jochen Becker Ulrich Wüsts Fotobuch "Stadtbilder" mit präzisen Erkundungen der zerfallenden DDR-Städte. Außerdem liest Katharina Granzin Roy Jacobsons "Die Kinder von Barrøy", den vierten Teil einer norwegischen Familiensaga.
Katharina Teutsch lässt sich in der FAZ von Angelika Meiers "Auflösung des Hauses Decker" faszinieren. In der SZ tröstet sich Jörg Magenau mit den Tagebüchern Manfred Krugs.

04.02.2022 Die FAZ lernt im letzten Band der Vorlesungen einen so extemporierten wie volkstümlichen Adorno kennen. Von Karel Čapek lernt sie, was der Gärtner im Winter so treibt. Dlf-Kultur begibt sich so erschüttert wie berührt mit Percival Everett auf die Spuren entführter mexikanischer Frauen. Außerdem staunt er über die Sinnlichkeit und Präzision, mit der Gert Loschütz in seinem dreißig Jahre alten Roman von Flucht, Verlust und Erinnerung erzählt.

03.02.2022 Einzigartig findet die SZ Jon Fosses Roman "Ich ist ein anderer" und sprachmächtig wie Beckett. Die Zeit liest interessiert das brutal ehrliche Manifesto Bernadine Evaristos "Warum ich niemals aufgebe". Die FAZ schwärmt von den "One Hundred Poets", die Jürgen Partenheimer sich malerisch anverwandelt hat. Der dlf staunt über schonungslose Offenheit in Daniel Schulz' Debütroman "Wir waren wie Brüder" über eine Jugend in der Wendezeit. FAZ und Zeit empfehlen außerdem Manfred Krugs Tagebucheinträge in "Ich sammle mein Leben zusammen".

02.02.2022 Die FAZ vertieft sich in eine fiktive Autobiografie des genialen estländischen Linsenschleifers Bernhard Schmidt. Die SZ lernt aus Alba de Cespedes' Roman "Das verbotene Notizbuch", wie Mutterliebe in Hass umschlagen kann. Dlf Kultur ist hin und weg von "Brummps", einem Mistkäfer mit Identitätsproblemen, weil er unter Ameisen aufwächst. Dlf empfiehlt Sara Pines Erzählband "Damenbart".

01.02.2022 Die FAZ versinkt mit Jonas Mekas' Tagebüchern im New York der siebziger Jahre. Den Ruf der Vernunft vernimmt der Dlf in John McWhorters Streitschrift "Die Erwählten" gegen den neuen Antirassismus. Nicht zu verwechseln mit Thomas Manns fast vergessenem Roman "Der Erwählte", den der DlfKultur zu einem seiner schönsten kürt. Die NZZ lässt sich mit dem neuen Naturkunden-Band "Faultiere" gut gehen. Die SZ gönnt sich einen Abend mit Michel Würthle. Und die taz liest famose Comic-Thriller mit Witz und Karacho-Action.

31.01.2022 Der Dlf preist Radka Denemarkovas Roman "Stunden aus Blei" über eine tschechische Schriftstellerin in Peking. In der NZZ lobt Hans Christoph Buch noch einmal Bei Daos Jugenderinnerungen "Das Stadttor geht auf". Ein Paradebeispiel der Geschichte von unten sieht die SZ in Michael Wildts "Zerborstener Zeit". Der DlfKultur empfiehlt Richard Rohrmosers nüchterne Bilanz der "Antifa".

29.01.2022 Die FAZ liest bewundernd Guido Mosellis Weltabschiedswerk "Dissipatio", in dem das Ende der Menschheit auf leisen Flügelschwingen daherkomme. Der DlfKultur folgt dem Kartografen Edward Brooke-Hitchings angstfrei durch alle Zwischenreiche, Himmel und Höllen. Die taz verschlingt Sofi Oksanens Leihmütter-Roman "Hundepark" wie einen Thriller. Und die FR lässt sich von Manfred Krugs Tagebüchern in die Vergangenheit schleudern.

28.01.2022 Die SZ bewundert, wie Yasmina Reza das Grauen der irdischen Existenz in Unterhaltung verwandelt. Außerdem empfiehlt sie Kinder- und Jugendbücher: Von Marie Pavlenko lässt sie sich ein typisch französische „Kirsche auf der Torte aller Katastrophen“ kredenzen, mit George Lester findet sie als Drag Queen zu sich selbst. Die FAZ frischt mit Johann Jakob Spreng ihre „Kraft- und Sprüchwörter“ auf. Und der Dlf lauscht Liebling Kreuzberg, wenn Manfred Krug in seinen Tagebüchern Feinde disst.

27.01.2022 Großes Lob in FAZ und Dlf Kultur für Abbas Khiders Roman "Der Erinnerungsfälscher", dessen Hauptfigur mit ihren Selbstzweifeln dem Leser sehr nahe kommt. Die Zeit verbeugt sich vor Liao Yiwus Dokumentarroman "Wuhan" der für sie wahrhafte Dichtung und Geschichtsschreibung zugleich ist. Außerdem lernt sie von David Graebers und David Wengrows Menschheitsgeschichte "Anfänge", was wahre Freiheit ist. Die NZZ ruft nach Lektüre eines Bandes über den "neuen Strukturwandel der Öffentlichkeit" nach einer Ethikkommission zur Bekämpfung des digitalen Wildwuchses.