Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Aus der Werkstatt eines Satansbratens

02.03.2022 Die FAZ träumt mit Christoph Podewils von einer emissionsfreien Zukunft und verbringt mit Gisela von Wysocki einen funkelnden Sommertag in Berlin. Die NZZ lässt sich von Gianfranco Calligarich derweil in die felliniesken Behausungen der römischen Boheme versetzen. Die Zeit hängt an den Lippen des Galeristen Franz Dahlem, wenn er von Schweinsbraten und Kunst im bleiernen Nachkriegsdeutschland erzählt. Die SZ vermutet, dass Kira Jarmyschs Roman "Dafuq" in Russland bald auf dem Index steht. Und Dlf Kultur erinnert sich mit Nino Haratischwilis prallem neuen Roman an das Georgien der Achtziger und Neunziger.

Urdeutsches vom Schäferhund

01.03.2022 Die FAZ amüsiert sich prächtig mit Tomer Gardis Antimärchen über die "Heimatsuche von Künstlernaturen". Die FR trifft in Judith Kuckarts "Café der Unsichtbaren" auf Mischfiguren aus allen gesellschaftlichen Schichten. Die taz folgt mit Matthias Lohre dem Ingenieur Herman Sörgel vom kühnen Plan zum manischen Höhepunkt. Und der Dlf lernt in Katja Diehls "Autokorrektur", welche Bevölkerungsgruppen bei der Verkehrsplanung marginalisiert werden.

Nach dem Frost die süßesten Früchte

28.02.2022 Die FR ist ganz euphorisiert von den frischen lyrischen Erbsen, die ihr Simone Lappert serviert. Der Dlf Kultur lernt in Katerina Poladjans „Zukunftsmusik“, dass Regime und Menschen in Russland zwei verschiedene Größen sind. Mit Doron Rabinovici taucht er ab ins Wiener Medienmilieu. Die FAZ empfiehlt heute Kinderbücher und hat besonders viel Spaß mit Dita Zipfels Mistkäfer Jonny und seiner Ameisenfreundin. Und der Dlf lässt sich von Joshua Cohens „Witz“ herausfordern.

Taugenichtshaft verträumt

26.02.2022 Die FR schwärmt von der Sinnlichkeit, mit der Mario de Sá-Carneiro in seinen Novellen "Himmel in Flammen" die Wirklichkeit erfahrbar machte. Mehr Walter Scott als Quentin Tarantino sieht die FAZ in Szczepan Twardochs Roman "Demut" über einen offizier im Ersten Weltkrieg. Die taz lässt sich freudog von Katharina Hacker aus dem Berlin der Viren, Drohnen und wilden Tiere entrücken. Toll findet sie auch Attica Lockes Krimi "Black Water Rising", der im Texas der achtziger Jahren spielt. Die FAS freut sich mit Wolf Haas' "Müll" über die Rückkehr des Wiener Ermittlers Brenner.

Schuld und Lebensdurst

25.02.2022 Die FAZ lernt in Yfaat Weiss' Geschichte der Hebräischen Universität: Geschichte ist und bleibt unparteiisch. In Ronen Steinkes Kritik am Zustand der deutschen Strafrechtspflege erkennt sie auch einen Hinweis auf den Zustand der Gesellschaft. Dlf Kultur bewundert, wie wild und witzig Gulraiz Sharif von einem jungen Pakistani erzählt, der sich als trans outet. Und die SZ liest Susin Nielsens herzerwärmende Geschichte über das Weiterleben eines jungen Mädchens nach dem Tod der kleinen Schwester.

Schamlos schön

24.02.2022 Der Dlf lauscht gut gelaunt Katerina Poladjans "Zukunftsmusik" in einer russischen Kommunalka im Jahr 1985. Die FAZ folgt Nino Haratischwili indes in eine Jugend in einem von politischen Umbrüchen geschüttelten Georgien in den 1990er Jahren. Die Zeit erfährt von Emily Ratajkowski, was es heißt, in einem schönen Körper gefangen zu sein. Die SZ träumt mit Andreas Bernard vom Fußball in den Siebzigern und Achtzigern. Und Dlf Kultur staunt, wie schön Garth Greenwell Kunst und Porno zusammenbringt.

Odyssee der Zeitgenossenschaft

23.02.2022 Die FAZ liest Orhan Pamuks erstaunlich aktuellen Roman über die Pestpandemie auf einer fiktiven Insel auch als Parabel auf die moderne Türkei. Die SZ taucht mit Gianfranco Calligarich ein in das Leben der römischen Boheme in den Siebzigern. SZ und Dlf Kultur lassen sich außerdem von der Philosophin Amia Srinivasan erläutern, ob es ein "Recht auf Sex" gibt. Die NZZ ahnt, warum der Schriftsteller Fritz Meyer und sein Werk verglühen mussten wie ein Komet. Und die FR denkt mit Robert Schneider und einer Schneeflocke über das Fallen nach.

Metaphysisches Wunder

22.02.2022 Berührt und verstört liest der Dlf Tove Ditlevsens Roman "Gesichter" über eine Frau, die in der ihr zugewiesenen Rolle implodiert. Beeindruckt ist er auch vom Anti-Heimat-Roman "Muttersprache" der Südtirolerin Maddalena Fingerle. Die FR sieht mit Marc Degens Rutschky-Buch "Selfie ohne Selbst" die Frage nach der schriftstellerischen Wahrhaftigkeit aufgeworfen. Einen wahren Schatz sieht die FAZ mit William Melvin Kelleys Roman "Ein Tropfen Geduld" geborgen. Und die taz  folgt Hardy Grüne freudig auf Rundreise durch das Albanien des Fußballs.

In der Orakelindustrie

21.02.2022 Die SZ verfolgt in Büchern von Mark Schieritz und Lars Haider de Aufsteig des unterschätzten Olaf Scholz, empfiehlt aber auch umgekehrt dem neuen Kanzler Michael Mertes' Lehrbuch "Zyklen der Macht". Der DlfKultur wünschte sich eine weniger polemische Attacke auf die Wokeness als von James Lindsay und Helen Pluckrose. Außerdem arbeitet er sich durch einen ganzen Stapel von Neuerscheinungen zu Afghanistan. Die FAZ lauscht hingerissen Katharina Thalbachs knarziger Lesung von Mascha Kalekos Gedichten "Wir haben keine andre Zeit als diese".

Angst und Trotz

19.02.2022 Die FAZ muss trotz der beängstigenden Situation in der Ukraine lachen über Vladimir Vertlibs Persiflage "Zebra im Krieg". Die NZZ durchlebt mit Vita Sackville-West die "Unerwartete Leidenschaft" der 88-jährigen Lady Slane. SZ und taz feiern drei neue Romane, die vom Aufwachsen junger Männer in Ostdeutschland kurz nach der Wende erzählen: Hendrik Bolz' "Nullerjahre", Daniel Schulz' "Wir waren wie Brüder" und Domenico Müllensiefens "Aus unseren Feuern". Großes Lob in der taz auch für die universalistischen Gedichte von Ronya Othmann in "die verbrechen". Der Dlf schaut mit Hansjörg Schertenleibs "Grüner Fee" dem Tod ins Angesicht.

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